
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
WM-Leader Jenson Button spazierte lässig, aber innerlich angespannt, mit Freundin Jessica durchs Fahrerlager. Aussenseiter Rubens Barrichello ging fröhlich joggen und sagt jedem, der es hören will: «Ich fühle es, ich kann noch Weltmeister werden!»
Klar, der Brasilianer hat drei Rennen vor Schluss nur 15 Punkte Rückstand auf seinen englischen Brawn-Mercedes-Teamkollegen.
Und Button muss nach sechs Siegen in den ersten sieben Rennen aufpassen, dass er seinen früheren Biss nicht verliert und jetzt versucht, den Titel ohne jedes Risiko nach Hause zu schaukeln. Fährt beim Spitzenreiter plötzlich die Angst im Cockpit mit?
In Brasilien nie richtig geliebt
Barrichello spürt nach zwei Siegen in den letzten vier Rennen, dass er auf der Saison-Zielgeraden noch eine Chance hat. Eine Chance, die in seiner Heimat das Volk nicht von den Sitzen reisst.
«Rubens ist in Brasilien seit Jahren nie richtig geliebt worden. Und jetzt interessiert der Comeback-Verlauf von Felipe Massa mehr als Barrichellos Titelkampf», sagte Livio Oricchio vom «O Estado de Sao Paulo» zu BLICK.
Die Abneigung gegen den dienstältesten Formel-1-Fahrer (281 Rennen) geht aufs Jahr 1994 zurück. Als am 1. Mai Nationalheld Ayrton Senna in Imola starb, ernannte sich Barrichello (der 1993 bei Jordan debütierte) öffentlich zum Senna-Nachfolger!
Das Volk hat ihm bis heute nicht verziehen
Eine Verwirrung und Frechheit, die ihm das Volk bis heute nicht verziehen hat! Und selbst der WM-Titel würde Barrichello kaum populärer machen.
Am besten schweigt Rubens, wenn er vielleicht noch 2009 nach WM-Punkten seinen «Vorgänger» Senna überholt. Der dreifache Weltmeister brachte es in 161 Rennen auf 614 Punkte – Barrichello hat 599 Zähler auf dem Konto.
Also 15 Punkte weniger – genau gleichviel wie im Titelkampf gegen Button.
Und hier seien noch die Kernsätze des 21-fachen GP-Siegers und zweifachen Renault-Weltmeisters Alonso wiedergegeben: «Ferrari war immer mein Traum, mein Ziel in der Formel 1. Ich werde meine Karriere auch dort beenden. Denn wer Ferrari verlässt, macht einen Schritt zurück!»
play
Champagner-Dusche für Barrichello (l.) nach dem Sieg in Monza. (AP)