Ex-Formel-1-Pilot Rubens Barrichello (40) stöhnt über die Rennstrecke in Mid Ohio: «Viel zu gefährlich». Dafür hofft die Schweizerin Simona de Silvestro (23) auf Punkte.
Mid Ohio. Der Name sagt alles. Ein kleiner Nürburgring mitten im Nirgendwo. Hier ist die Zeit stehengeblieben. Auch beim Thema Sicherheit. „Kein Formel 1-Pilot würde hier fahren. Viel zu gefährlich“, stöhnt Rubens Barrichello.
Für Simona de Silvestro ist Mid Ohio ein Stück Hoffnung. Vielleicht ein Lichtblick in „einer frustrierenden Saison“. Sie fährt als einzige einen Lotus-Motor. Der hat im Vergleich zu den Chevys und Hondas 80 PS weniger. Wenig Geld, wenig Entwicklung. Simona braucht Strecken mit vielen Kurven. So wie zuletzt in Edmonton. „Da kann ich zeigen, dass ich‘s immer noch kann. Ich war dort in einem Sektor mit vielen Kurven die schnellste. Und habe zum ersten mal ein Auto überholt.“
Das beste Ergebnis: Platz 14 in Iowa, ausgerechnet auf einem Oval. „Ich fühle mich jetzt wohler auf den Ovalen, weil ich das Auto besser verstehe.“ Die neuen Autos, die ausschauen wie ein Batmobile, haben es ihr angetan. „Am Anfang war es komisch, aber jetzt haben wir uns alle dran gewöhnt. Sie sind schneller in den Kurven und mit den Karbonscheiben kann man später bremsen.“
Wenn da nur der Motor nicht wäre. Zwei andere Teams sind schon umgestiegen. Aber das HVM-Team der Schweizerin muss mit dem Lotus V6-Turbo fahren. Hohe Politik. Darüber will de Silvestro nicht reden. IndyCar hat einen Vertrag mit Lotus. Einer muss in den sauren Apfel beißen. Die letzte Hoffnung ist eine Ausbaustufe für die letzten zwei Rennen in Baltimore und Fontana. „Vielleicht endet die Saison ja doch noch gut.“ Vorher geht es erst einmal in die Schweiz. „Gleich am Montag, für eine Woche Ferien. Ich freu mich schon drauf.“
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