Silverstone: Goldjunge Vettel siegt

  • Publiziert: 21.06.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

Doppelsieg für Red Bull beim GP von England: Sebastian Vettel gewinnt vor Mark Webber. WM-Leader Button fährt auf Platz 6, Sébastien Buemi auf den 18.

Red Bull Racing feierte im Grand Prix von Grossbritannien in Silverstone einen souveränen Doppelerfolg. Für das schon im Qualifying enttäuschende BMW-Sauber-Team lagen die Punkteränge hingegen ausser Reichweite. Gleiches galt für Sébastien Buemi im Toro-Rosso-Ferrari. Der von ganz hinten gestartete Romand überquerte die Ziellinie als 18. und Letzter.

Start-Ziel-Sieg für Vettel

Erster Sebastian Vettel, Zweiter Mark Webber – die Fahrer von Red Bull-Renault stiegen 30 km vom Hauptsitz des Teams in Milton Keynes entfernt auf die gleichen Podeststufen wie Mitte April in Shanghai. Dem aus der Pole-Position gestarteten Vettel gelang ein Start-Ziel-Sieg, der zu keinem Zeitpunkt gefährdet war. Zu überlegen präsentierte sich an diesem Wochenende der von Design-Guru Adrian Newey konzipierte Bolide, der im Vorfeld mit einem neuen Aerodynamik-Paket ausgestattet wurde. Für Vettel war es der dritte Grand-Prix-Sieg der Karriere. Damit hielt der neu im Thurgau ansässige Deutsche seine Chancen auf den WM-Titel intakt.

Engländer enttäuschten

Denn ausgerechnet im Heimrennen vor 105000 erwartungsfrohen Zuschauern ging die Siegesserie von Jenson Button zu Ende. Nach vier Vollerfolgen musste sich der WM-Leader mit Rang 6 begnügen. Für einmal war sein Teamkollege Rubens Barrichello besser. Der Dauerbrenner im schnelllebigen GP-Geschäft belegte hinter dem Red-Bull-Duo den 3. Platz. Im WM-Klassement liegt Button immer noch 23 Punkte vor Barrichello und 25 vor Vettel.

Mit BMW-Sauber und McLaren-Mercedes gingen zwei grosse Teams leer aus – was nach dem Qualifying erwartet werden musste. Die Bilanz von Robert Kubica (13. von Startplatz 12) und Nick Heidfeld (15. von Startplatz 15) war sogar noch eine Spur schlechter als am Samstag. Das Team aus München und Hinwil tritt an Ort, jedem Fortschritt folgt ein Rückschlag. Nicht besser präsentiert sich die Situation bei den Silbernen. Weltmeister Lewis Hamilton dümpelte in den hintersten Regionen herum und wurde am Ende 16. Sein Teamkollege Heikki Kovalainen war in den einzigen Unfall verwickelt, als ihm Buemis Stallgefährte Sébastien Bourdais ins Heck fuhr. Die Aktion zwang beide Fahrer zur Aufgabe.

»Rebellenführer» Ferrari holte mit beiden Autos Punkte. Felipe Massa wurde Vierter, Kimi Räikkönen Achter. Die Roten legten tolle Starts hin – dem KERS-Extraschub sei Dank. Nico Rosberg gelang mit Rang 5 erneut ein Spitzenresultat, Jarno Trulli holte als Siebter zwei Punkte für Toyota. (Si/ds)

Silverstone. Grand Prix von Grossbritannien (60 Runden):

1. Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault.
2. Mark Webber (Au), Red Bull-Renault, 15,1 Sekunden zurück.
3. Rubens Barrichello (Br), Brawn GP-Mercedes, 25,9.
4. Felipe Massa (Br), Ferrari, 45,0.
5. Nico Rosberg (De), Williams-Toyota, 45,9.
6. Jenson Button (Gb), Brawn GP-Mercedes, 46,2.
7. Jarno Trulli (It), Toyota, 68,3.
8. Kimi Räikkönen (Fi), Ferrari, 69,6.
9. Timo Glock (De), Toyota, 69,8.
10. Giancarlo Fisichella (It), Force India-Mercedes, 71,5. 11. Kazuki Nakajima (Jap), Williams-Toyota, 74,0. 12. eine Runde zurück: Nelson Piquet Jr. (Br), Renualt. 13. Robert Kubica (Pol), BMW-Sauber. 14. Fernando Alonso (Sp), Renault. 15. Nick Heidfeld (De), BMW-Sauber. 16. Lewis Hamilton (Gb), McLaren-Mercedes. 17. Adrian Sutil (De), Force India-Mercedes. 18. Sébastien Buemi (Sz), Toro Rosso-Ferrari. – - 20 gestartet, 18 klassiert. -- Ausfälle: Heikki Kovalainen (Fi), McLaren-Mercedes, und Sébastien Bourdais (Fr), Toro Rosso-Ferrari (nach Kollision).

WM-Stand (8/17). Fahrer:

1. Button 64. 2. Barrichello 41. 3. Vettel 39. 4. Webber 35,5. 5. Trulli 21,5. 6. Massa 16. 7. Rosberg 15,5. 8. Glock 13. 9. Alonso 11. 10. Räikkönen 10. 11. Hamilton 9. 12. Heidfeld 6. 13. Kovalainen 4. 14. Buemi 3. 15. Kubica 2. 16. Bourdais 2. 17. Fisichella 0. 18. Sutil 0. 19. Piquet Jr. 0. 20. Nakajima 0. – Teams: 1. Brawn GP-Mercedes 105. 2. Red Bull-Renault 74,5. 3. Toyota 34,5. 4. Ferrari 26. 5. Williams 15,5. 6. McLaren- Mercedes 13. 7. Renault 11. 8. BMW-Sauber 8. 9. Toro Rosso-Ferrari 5. 10. Force India-Mercedes 0. – Nächstes Rennen: Grand Prix von Deutschland am 12. Juli in Nürburg.

Mosley glaubt an WM 2010

Max Mosley glaubt weiter an eine Einigung im Streit um die Zukunft der Formel 1. «Eines ist für mich ganz sicher: Es wird eine WM 2010 geben – und alle werden dabei sein», sagte der Präsident des Internationalen Automobilverbandes FIA am Sonntag.

Später fügte der Brite noch an: «Ich denke, wir würden lieber reden als prozessieren.» Der 69-Jährige bezeichnete die vorliegenden Differenzen zwischen der FIA und den acht abtrünnigen Teams der FOTA als so klein, dass sie schnell erledigt sein könnten. «Sie wollen ein stabiles Reglement, das wollen wir auch. Zweitens wollen sie bei der Erstellung der Regeln mitmachen», so Mosley. Beides sei mit einer Verlängerung des Concorde Agreements, der «Verfassung» der Formel 1, zu lösen.