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Im Genfer Hotel Intercontinental lässt Michael Schumacher tief in seine Seele blicken. Der Deutsche ist am Boden zerstört, wirkt angeschlagen und sagt gleich zu Beginn mit bedrückter Stimme: «Der tragische Unfall von Felipe (Massa) war der Ausschlag dafür, dass ich überhaupt an ein Comeback gedacht habe. Ich wollte einfach mit vollem Engagement meinem Team und meinem guten Freund Felipe helfen. Jetzt kann ich dies nicht, ich bin sehr enttäuscht.»
Doch die Zeit für eine Rückkehr war unglaublich kurz, die Folgen des schlimmen Motorradunfalls vom 11. Februar konnten nicht behoben werden. Dabei stellt sich die Frage, ob Schumi dies nicht schon vor der Bekanntgabe eines möglichen Comebacks hätte testen können. Dies wurde von Schumacher und seinem Leibarzt Dr. Peil klar verneint. Nur in einem Formel-1-Wagen habe der 7-fache Weltmeister wirklich testen können, ob der Schmerz im Nackenbereich wiederkommt. Sarkastisch fügte Dr. Peil an: «Selbst in einer Folterkammer hätte Michael die Extremsituationen nicht testen können.»
Der schlimmste Unfall seines Lebens
Wie schlimm der Motorradunfall vom 11. Februar wirklich war, wurde heute nochmals deutlich aufgezeigt: Es war mit Abstand der schlimmste Unfall seines Lebens. Während er im Formel-1-Wagen bei 17 Unfällen «nur» einen Beinbruch (1999 in Silverstone) zu beklagen hatte, wiegen die Verletzungen des Horrorsturzes ungleich schwerer. Der Motorradunfall hatte unter anderem eine Fraktur der Schädelbasis zur Folge. Und weitere Verletzungen, die insbesondere auch die Reaktionsfähigkeit von Schumi verschlechterten.
Es sei aber zu betonen, dass der 40-Jährige weiterhin Sport betreiben könne. Fussball spielen liege sicherlich noch drin, für die Extrembelastungen, die in einem Formel-1-Rennen herrschen, reiche es aber für den Moment nicht. In der nächsten Saison könne dies bereits wieder anders aussehen.
Rückkehr ist nicht ausgeschlossen
Schumacher sagte auch nochmals deutlich, dass er sein Comeback nie geplant habe: «Ich hatte keine seriösen Absichten. Es war ein reiner Hilfedienst für Ferrari. Ich sah in Felipe immer meinen idealen Nachfolger, und nach seinem Unfall war klar, dass ich für ihn zurückkommen werde.»
Schumacher hat enorm damit zu kämpfen, dass er seinen Freunden bei Ferrari nicht helfen kann. Alle seien mit unheimlicher Leidenschaft dabei gewesen. Die Reaktionen seien unwahrscheinlich positiv, emotional, einfach überwältigend gewesen. Deshalb ist es für ihn umso schlimmer, dass es nicht klappt. Eine Rückkehr in den Formel-1-Zirkus ist wegen der Schmerzen für den Moment, aber nicht definitiv ausgeschlossen.