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Aus der Traum: «Schumi» kehrt nicht mehr in die Formel 1 zurück

Michael Schumacher hat 17 schwere Formel-1-Unfälle überlebt. Die Bilanz ändert sich nie mehr: ein Beinbruch 1999 (Silverstone).

Von Roger Benoit | Aktualisiert um 08:00 | 12.08.2009
Bei diesem kleinen Crash im Juni 2008 blieb Schumi noch unverletzt. Im Februar diesen Jahres kam er nicht mehr so glimpflich davon. (Reuters)
Bei diesem kleinen Crash im Juni 2008 blieb Schumi noch unverletzt. Im Februar diesen Jahres kam er nicht mehr so glimpflich davon. (Reuters)
Das zweite Ende einer grossen Karriere von Michael Schumacher (40) kam für BLICK-Leser nicht überraschend. Am Montag zweifelten wir immer mehr an einer Rückkehr des Superstars. Zu oft wurde der Nacken als Schwachpunkt für einen möglichen Ferrari-Start – für den verletzten Felipe Massa – am 23. August in Valencia ins Spiel gebracht.

Und BLICK wies vor zwei Tagen noch einmal darauf hin, dass Schumi bis Ende Sommer ärztliches Startverbot für Motorräder hat. Denn die Mediziner wussten nach Schumis bösem Unfall am 11. Februar 2009 im spanischen Cartagena genau, warum sie ihn vom Töff holten. Es drohten ihm nach den Brüchen im Bereich des Kopfes und des Halses bleibende Schäden!

Die Folgen der Verletzung sind zu schwer

Zudem blieb Schumi nach dem 120-km/h-Sturz beim Anbremsen einer Kurve mit der 190 PS starken Honda Fireblade für einige Sekunden bewusstlos liegen.
Dass er, genau ein halbes Jahr vor dem gestrigen Forfait, noch am Abend nach Hause flog, passte eigentlich nicht ins Bild des sonst sehr vernünftigen Wahlschweizers. Und jetzt musste auch Schumis Pressesprecherin Sabine Kehm zugeben: «Die Folgen der Verletzungen sind so schlimm gewesen, dass Michael die Extrembelastung, die die Formel 1 darstellt, einfach nicht kompensieren kann.»

Da nützt kein Fitnesstraining. Da helfen keine Runden im Kart und im alten Ferrari. Und schmerzstillende Pillen oder Spritzen kamen für den siebenfachen Weltmeister sowieso nie in Frage. Die Gesundheit geht vor.
«Es tut mir alles so leid. Für die Fans und für Ferrari. Aber es geht nicht», sagte Schumi, der heute mit Manager Willi Weber und Leibarzt Dr. Johannes Peil im Genfer Hotel Intercontinental um 14 Uhr eine Pressekonferenz gibt.

Valencia ohne Schumi und Alonso

Das Alter wäre für Schumi kein Problem gewesen. Neun Piloten gewannen einen Grand Prix mit 40 und mehr Jahren – und Clay Regazzoni war beim ersten Williams-Sieg 1979 genau 39 Jahre und 312 Tage alt. Luigi Fagioli siegte 1951 auf Alfa noch mit 53 Jahren – und Juan Manuel Fangio war 1957 bei seinem 5. WM-Titel bereits 46.

Der neue Massa-Ersatzmann ist übrigens auch bereits 38 Jahre alt: Luca Badoer. Der Italiener, 1992 Formel-3000-Europameister, begann seine Formel-1-Karriere 1993 bei Lola-Ferrari. Dann ging es zweimal zu Minardi (1995/99) und zu Forti (1996). Seit 1997 ist Badoer Ersatz- und Testfahrer bei Ferrari und verdient jährlich eine Million Euro. Mit 49 WM-Läufen und Null Punkten ist Badoer der erfolgloseste GP-Pilot aller Zeiten. Und jetzt versucht Ferrari natürlich den am linken Auge verletzten Massa so schnell wie möglich wieder auf die Rennstrecke zu bringen.

Für die Veranstalter des GP von Europa in Valencia ist die Schumi-Absage ein schwerer Schlag, werden doch unzählige Ticket-, Flug- und Hotel-Buchungen storniert.
Und jetzt wird der 17. August (6 Tage vor dem Rennen) für die Spanier ein fast lebenswichtiges Datum: Nimmt dann das FIA-Berufungsgericht in Paris die GP-Sperre für Renault (Alonso/Grosjean) zurück? Alles hängt an FIA-Boss Max Mosley, der Renault-Chef Flavio Briatore nicht ausstehen kann. Valencia ohne Schumi und Nationalheld Alonso – eine Katastrophe!
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31. Juli 2009: Schumi testet tapfer in Mugello den Ferrari 2007. (AP)
31. Juli 2009: Schumi testet tapfer in Mugello den Ferrari 2007. (AP)
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