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Vor einigen Wochen hätte man Wetten abgeschlossen, dass der siebenfache Weltmeister die Schnauze voll hat. Doch die in Valencia wegen Nackenproblemen missglückten Comeback-Pläne bei Ferrari schmerzten den Deutschen aus Gland VD.
Sein Ehrgeiz war geweckt – und das normale Leben gab ihm offenbar nicht die Erfüllung, die er braucht. Kurz: Das Medien-Rampenlicht, in dem er sich so gerne sonnt (auch wenn er es immer dementiert), fehlte dem Superstar.
Schumi tourte in der Welt herum, besuchte einige Formel-1-Rennen, feierte dabei abends auch fröhliche Feste. Und er flog sogar zu Kartrennen nach Las Vegas und Brasilien.
Alles zum Plausch? Kaum. Die erlaubte PS-Droge namens Rennsport hatte der Wahlschweizer seit seinem Rücktritt Ende 2006 immer bei sich. Auf zwei Rädern wurde sie ihm fast zum tödlichen Verhängnis.
91 GP-Siege, 1369 WM-Punkte, 154 Podestplätze in 250 Rennen, 68-mal Pole-Position und 76 schnellste Rennrunden. Das ist die Rekordbilanz, die Schumi in seine zweite Karriere mitbringen würde. Dafür soll er täglich mehrere Stunden trainieren – und seine Pressesprecherin Sabine Kehm zieht in die Schweiz.
Aber wie konnte sich überhaupt eine Türe für Schumi öffnen? Hätte Weltmeister Button nicht ums Geld gepokert und wäre bei Brawn (jetzt Mercedes) geblieben, hätte es für die Lichtgestalt gar keinen vernünftigen Formel-1-Sitz mehr gegeben.
Was bei der ganzen Hysterie erstaunt, ist die Rolle von Ferrari. Dort soll der «lebenslange Botschafter» ja bereits einen neuen Berater-Vertrag bis 2012 unterzeichnet haben.
Und wenn Schumi für die silberne Konkurrenz fährt (und vielleicht auch noch siegt), dann stiehlt er auch Ferrari klar die Show.
Das Schumi-Comeback wäre ein Eigentor für Maranello. Und für die restlichen deutschen Piloten – Vettel, Glock, Rosberg, Sutil und Hülkenberg – würde medienmässig kaum mehr was abfallen.
Wenn Schumi kommt, beginnt für Heidfeld 13 Wochen vor dem WM-Start sogar erneut die Jagd nach einem Cockpit. Der sieglose Mann aus Stäfa ZH musste kürzlich im Mercedes-Warteraum schon vor Räikkönen zittern.
Doch der Finne lehnte das Angebot ab, 2010 neben Rosberg zu starten. Nicht attraktiv genug für Kimi. Er will jetzt auf Citroën in den Rallye-Wäldern glücklich werden.
Bereits wird in der schumatischen Comeback-Hysterie um Zahlen spekuliert: 10 Millionen Franken will Mercedes ihm bezahlen. Früher kurvte der Fast-Milliardär für zwei bis drei Millionen um die Pisten – pro Rennen!