Sauber und McLaren: Nur noch Schrott

  • Publiziert: 22.06.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Roger Benoit aus Silverstone

Im Juni 2008 standen sie im Rampenlicht. Ein Jahr später sind die damaligen Topteams zum Gespött der Formel 1 geworden. Und keiner hat Mitleid.

Im Winter sprachen BMW-Sauber, McLaren-Mercedes, Ferrari und auch Renault noch vom WM-Titel 2009. Weil niemand den Doppeldiffusor von Brawn-Mercedes und das Superauto von Red Bull-Renault auf der Rechnung hatte.

Das Quartett (vor allem BMW) wollte auf die Karte KERS setzen und vernachlässigte bei den vielen Testfahrten die Entwicklung des wichtigsten Teiles.

Die des Rennwagens! Nach dem GP von England ist schnell Bilanz gezogen und zwei Teams können das Auto, so brutal das tönt, unter Schrott abbuchen:

BMW-Sauber holte dieses Jahr 66 Punkte weniger als nach acht Rennen 2008. Das Thema KERS wurde offiziell begraben, obwohl die ganze Werbung bei den Privatwagen auf das Hybridsystem abgestimmt war. Peinlich – wie die Plätze 13 (Kubica) und 15 (Heidfeld) am Sonntag.

McLaren-Mercedes ist (wie ihr Chef Ron Dennis) von der grossen Bühne verschwunden. Der neue Boss Whitmarsh: «Siege sind 2009 kein realistisches Ziel mehr, auch wenn wir noch Dinge in der Pipeline haben. Manchmal muss man rückwärts gehen, um wieder vorwärts zu kommen! Das schmerzt.» Weltmeister Hamilton (2008 hier noch Sieger) wurde 16. – Kovalainen krachte zuerst mit Heidfeld, dann mit Bourdais zusammen. Die Silberpfeile haben 45 Zähler weniger als vor einem Jahr.

Während auch Renault (12. Piquet Jr., 14. Alonso) nach Silverstone am Boden liegt, versucht Ferrari wenigstens wieder aufzustehen: 4. Massa, 8. Räikkönen.

Doch die Italo-Presse tobt. Denn nach acht Rennen hatten die Roten letztes Jahr als WM-Leader 65 Punkte mehr als jetzt.

Buemi: Warten auf Budapest

Unser GP-Neuling Sébastien Buemi fährt sich seit fünf Rennen die Eier aus der feuerfesten Unterwäsche. Für nichts. Am Sonntag gabs Platz 18.

Bei Toro Rosso-Ferrari kennt man nur noch ein Wort: Budapest. Am 26. Juli sollen beim GP Ungarn endlich die neuen Teile aus dem Red-Bull-Entwicklungszentrum in England am Italo-Auto eingesetzt werden.

Eigentlich erstaunlich, dass Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz nicht mehr Druck macht, damit sein B-Team resultatmässig nicht am langen Arm verhungert. Aber die Briten sind immer noch sauer, dass Toro Rosso in Monza 2008 vor Red Bull den ersten GP-Sieg feierte.