Am Ende blieb BMW nur der Kniefall Sauber übernimmt

  • Publiziert: 28.11.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Roger Benoit

Der Leidensweg für Peter Sauber (66), sein Team und die Fans ist vorbei. 2010 rollt der Sauber-Ferrari C29.

Wie das Hinwiler Team nach dem dramatischen Kauf heissen wird, steht noch nicht fest. Am Montag wird es von der FIA wohl noch als Team Sauber F1 auf die offizielle Teilnehmerliste gesetzt. Mit den Startnummern 26 und 27.Wenn die letzten Verhandlungen mit dem treusten Sauber-Partner Petronas über eine Verlängerung des Vertrags erfolgreich verlaufen, wird das neue Team unter dem Namen Petronas-Sauber antreten.«Jetzt bin ich einfach mal froh, dass alles noch geklappt hat», sagte Sauber zu BLICK. Erst am Donnerstagabend um 23.45 Uhr waren in einer Kanzlei an der Genferstrasse in Zürich die Verträge mit BMW unterschrieben worden.Sauber bekommt sein Lebenswerk zurückSauber bekommt also von den Münchnern sein Lebenswerk zurück. Zu einem Preis, den er jetzt akzeptieren konnte. Ganz im Gegensatz zum 5. August, als BMW – eine Woche nach dem Ausstieg – die Forderungen an Sauber so hoch schraubte, dass dieser ablehnen musste. Und Sauber damit den Einschreibeschluss für das Concorde Agreement verpasste. Was ihn neben Nerven («der schwärzeste Tag meiner Karriere») auch noch 30 bis 40 Millionen Franken an Bonusgeldern kostete!Ein wochenlanges Theater begann. BMW verlor immer mehr das Gesicht, bekam tüchtig Medien-Prügel und scheiterte auf allen Ebenen mit einem Verkauf des Teams. Mit dem Höhepunkt der Qadbak-Luftblase.Jetzt blieb BMW nur noch der Kniefall vor einem Partner, der mit ihm vier Jahre loyal durch die Formel 1 zog.Man wollte Arbeitsort Hinwil nicht gefährdenSaubers Schweigen – und oft jenes von BLICK – in den letzten Wochen hatte nur einen Grund: Man wollte den Arbeitsort Hinwil nicht gefährden. Dass jetzt fast 140 der 388 Mitarbeiter (noch von BMW) die Kündigung erhielten, ist auf das neue Sparprogramm der Formel 1 zurückzuführen. Bis Ende 2012 darf kein Team mehr als 250 Mitarbeiter (ohne Marketing, Administration) haben. Schon 2010 dürfen nur noch 45 Leute pro Team an den Boxen arbeiten.Sauber: «Ich bin froh, dass ich 250 Arbeitsplätze sichern konnte. Dazu kommen natürlich auch alle unsere Zuliefer-firmen in der Umgebung.»Geduld in der Piloten-FrageDie Frage der meisten Fans: Wer fährt für Sauber? BLICK schlug Trulli, Heidfeld, Kovalainen, Kobayashi, Klien und die russische GP2-Rakete Petrov vor, die 10 Millionen Franken mitbringen würde. Sauber: «Okay, die habe ich auch auf meiner Liste. Dazu kommt noch Pedro de la Rosa. Seine Testerfahrung bei McLaren-Mercedes wäre für uns ein Vorteil.»Auch hier gilt das Sauber-Motto: Geduld! Die heikle Wahl – spielen Sie selbst mal Chef!