Ausdrucken Weiterleiten
 

Trotz Zukunfts-Sorgen: Sauber schenkt Heidfeld GP-Boliden

Saison-Kehraus in Abu Dhabi: Peter Sauber (66) raucht eine Zigarre, bedankt sich höflich bei BMW-Motorsportchef Dr. Mario Theissen (57) für die vier Jahre Ehe. Und zeigt sich gegenüber Pilot Nick Heidfeld (32) grosszügig.

Von Roger Benoit aus Abu Dhabi | Aktualisiert um 08:02 | 02.11.2009
Grosse Freude bei dem Deutschen: Vettel triumphiert in den Emiraten. (Reuters)
Sebastian Vettel auf dem Weg zu seinem Sieg in Abu Dhabi. Damit wird er in der Gesamtwertung Zweiter hinter Jenson Button. (Keystone)
Rubens Barrichello im Brawn Mercedes fährt auf Platz 4. (Keystone)
Kimi Räikkönen düst durch den Abendhimmel. (Keystone)
Flight Attendants heizen vor dem grossen Spektakel ein. (Keystone)
Und stehen für die Akteure Spalier. Hier beklatschen die schönen Damen Nico Rosberg von Williams. (Keystone)
Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist natürlich auch vor Ort. (Keystone)
Felipe Massa wird nächste Saison wieder bei Ferrari fahren und wird hier von seinem Teamchef Stefano Domenicali schon einmal begrüsst. (Keystone)
Ross Brawn gratuliert schon einmal Jenson Button. Sein Weltmeistertitel steht schon vor dem Rennen fest. (Keystone)
Im heissen Abu Dhabi scheinen einige noch immer kalt zu haben. (Keystone)
Tennis-Legende Boris Becker schüttelt die Hand von Ross Brawn. (Keystone)
Die Boliden kurz vor dem Start ... (Keystone)
.. und dann geht es los! (Keystone)
(Reuters)
Lewis Hamilton führt lange Zeit. (Reuters)
Wenige Zeit später ist das Rennen für ihn aber gelaufen. (Keystone)
ADV 1: Heute in der Zeitung BLICK
ADV 2: BLICK abonnieren
ADV 3: Bequem zum e-BLICK
Peter Sauber lächelte beim Treffen mit Mario Theis­sen. In ihm drin sah es allerdings ganz anders aus. BMW hatte wenige Tage nach der stillosen Formel-1-Rückzugsmeldung am 29. Juli dem Team (immerhin WM-Dritter 2008) mit einem überhöhten Kaufpreis den Neueinstieg verwehrt.

Damit ­entgingen den Hinwilern alle Rechte und gesicherte Millionen-Zuschüsse. Ohne diese Stolpersteine wäre die Zukunft des Teams nicht in der Schwebe. Sauber damals: «Das war der schwärzeste Tag meiner ­Karriere.» Drei Monate später hat sich daran nichts geändert. Sauber musste mit Investor Qadbak (den BMW am 15. September fälschlicherweise als neuen Käufer vorstellte) später durch die Hintertüre in den GP-Zirkus.

Das FIA-Gnadenbrot

Mit dem FIA-Gnadenbrot eines 14. Teams – obwohl laut Concorde Agreement nur 13 zugelassen sind. Und weil sich Frank Williams gegen ein 14. Team querstellt, muss Sauber hoffen, dass Toyota oder Force India aufhören – oder einer der vier Neulinge (Manor, Campos, Lotus und USF1) den Bettel hinwirft. Auch ein Gespräch mit dem neuen FIA-Boss Jean Todt brachte nichts.

Der Franzose musste seinem Freund sagen: «Die vier neuen Teams haben alle Verträge. Wenn ich eines stoppe, kommt sicher eine ­Schadenersatzklage.» Auch Jean Todt weiss genau, dass zum Beispiel bei USF1 jeden Tag kaum 20 Leute in die Fabrik kommen, darunter die Sekretärinnen und die Putz­equipe. Sauber: «Es ist zum ohnmächtig werden. Wir haben ­alles bereit – und können nichts tun. So laufen uns auch noch die letzten guten Fahrer für 2010 davon.»

Sauber: «Es ist zum ohnmächtig werden. Wir haben ­alles bereit – und können nichts tun»

Einer wäre sicher der Deutsche Nick Heidfeld gewesen, der gestern mit Platz 5 die letzte Mission bei BMW-Sauber erfüllte – und damit Williams-Toyota mit 36:34,5 Punkten noch den 6. WM-Platz und drei Millionen Bonusgelder wegschnappte. Sauber zu BLICK: «Nick hat jetzt sieben Jahre lang für unser altes Team und auch bei BMW-Sauber tolle Arbeit abgeliefert. Damit darf er sich ein GP-Auto aussuchen.» Was für eine Geste des Mannes, der momentan – wegen BMW – durch die Hölle gehen muss. Und dessen Loyalität schon fast an die Schmerz­grenze stösst.

Für GP-Boss Bernie Eccle­stone ist der hängende Fall ­Sauber erst in einigen Tagen wieder aktuell. Der Brite verliess Abu Dhabi vorzeitig: «Diesen GP wird es noch 100 Jahre ­geben, auch wenn ich dann ­vielleicht nicht mehr dabei bin…»

Die Spannung im Rennen war nach 20 Runden fast vobei. Pole-Mann Lewis Hamilton rollte mit Bremsproblemen an die Boxen – Vettel/Webber ­hatten freie Fahrt für den 4. Red-Bull-Renault-Doppelsieg 2009
Was für eine Geste von Sauber: Heidfeld darf sich für seine tolle Arbeit ein GP-Auto aussuchen. (Keystone)
Was für eine Geste von Sauber: Heidfeld darf sich für seine tolle Arbeit ein GP-Auto aussuchen. (Keystone)
Marktplatz