Trotz Zukunfts-Sorgen: Sauber schenkt Heidfeld GP-Boliden
Saison-Kehraus in Abu Dhabi: Peter Sauber (66) raucht eine Zigarre, bedankt sich höflich bei BMW-Motorsportchef Dr. Mario Theissen (57) für die vier Jahre Ehe. Und zeigt sich gegenüber Pilot Nick Heidfeld (32) grosszügig.
Von Roger Benoit aus Abu Dhabi | Aktualisiert um 08:02 | 02.11.2009
Peter Sauber lächelte beim Treffen mit Mario Theissen. In ihm drin sah es allerdings ganz anders aus. BMW hatte wenige Tage nach der stillosen Formel-1-Rückzugsmeldung am 29. Juli dem Team (immerhin WM-Dritter 2008) mit einem überhöhten Kaufpreis den Neueinstieg verwehrt.
Damit entgingen den Hinwilern alle Rechte und gesicherte Millionen-Zuschüsse. Ohne diese Stolpersteine wäre die Zukunft des Teams nicht in der Schwebe. Sauber damals: «Das war der schwärzeste Tag meiner Karriere.» Drei Monate später hat sich daran nichts geändert. Sauber musste mit Investor Qadbak (den BMW am 15. September fälschlicherweise als neuen Käufer vorstellte) später durch die Hintertüre in den GP-Zirkus.
Das FIA-Gnadenbrot
Mit dem FIA-Gnadenbrot eines 14. Teams – obwohl laut Concorde Agreement nur 13 zugelassen sind. Und weil sich Frank Williams gegen ein 14. Team querstellt, muss Sauber hoffen, dass Toyota oder Force India aufhören – oder einer der vier Neulinge (Manor, Campos, Lotus und USF1) den Bettel hinwirft. Auch ein Gespräch mit dem neuen FIA-Boss Jean Todt brachte nichts.
Der Franzose musste seinem Freund sagen: «Die vier neuen Teams haben alle Verträge. Wenn ich eines stoppe, kommt sicher eine Schadenersatzklage.» Auch Jean Todt weiss genau, dass zum Beispiel bei USF1 jeden Tag kaum 20 Leute in die Fabrik kommen, darunter die Sekretärinnen und die Putzequipe. Sauber: «Es ist zum ohnmächtig werden. Wir haben alles bereit – und können nichts tun. So laufen uns auch noch die letzten guten Fahrer für 2010 davon.»
Sauber: «Es ist zum ohnmächtig werden. Wir haben alles bereit – und können nichts tun»
Einer wäre sicher der Deutsche Nick Heidfeld gewesen, der gestern mit Platz 5 die letzte Mission bei BMW-Sauber erfüllte – und damit Williams-Toyota mit 36:34,5 Punkten noch den 6. WM-Platz und drei Millionen Bonusgelder wegschnappte. Sauber zu BLICK: «Nick hat jetzt sieben Jahre lang für unser altes Team und auch bei BMW-Sauber tolle Arbeit abgeliefert. Damit darf er sich ein GP-Auto aussuchen.» Was für eine Geste des Mannes, der momentan – wegen BMW – durch die Hölle gehen muss. Und dessen Loyalität schon fast an die Schmerzgrenze stösst.
Für GP-Boss Bernie Ecclestone ist der hängende Fall Sauber erst in einigen Tagen wieder aktuell. Der Brite verliess Abu Dhabi vorzeitig: «Diesen GP wird es noch 100 Jahre geben, auch wenn ich dann vielleicht nicht mehr dabei bin…»
Die Spannung im Rennen war nach 20 Runden fast vobei. Pole-Mann Lewis Hamilton rollte mit Bremsproblemen an die Boxen – Vettel/Webber hatten freie Fahrt für den 4. Red-Bull-Renault-Doppelsieg 2009
Damit entgingen den Hinwilern alle Rechte und gesicherte Millionen-Zuschüsse. Ohne diese Stolpersteine wäre die Zukunft des Teams nicht in der Schwebe. Sauber damals: «Das war der schwärzeste Tag meiner Karriere.» Drei Monate später hat sich daran nichts geändert. Sauber musste mit Investor Qadbak (den BMW am 15. September fälschlicherweise als neuen Käufer vorstellte) später durch die Hintertüre in den GP-Zirkus.
Das FIA-Gnadenbrot
Mit dem FIA-Gnadenbrot eines 14. Teams – obwohl laut Concorde Agreement nur 13 zugelassen sind. Und weil sich Frank Williams gegen ein 14. Team querstellt, muss Sauber hoffen, dass Toyota oder Force India aufhören – oder einer der vier Neulinge (Manor, Campos, Lotus und USF1) den Bettel hinwirft. Auch ein Gespräch mit dem neuen FIA-Boss Jean Todt brachte nichts.
Der Franzose musste seinem Freund sagen: «Die vier neuen Teams haben alle Verträge. Wenn ich eines stoppe, kommt sicher eine Schadenersatzklage.» Auch Jean Todt weiss genau, dass zum Beispiel bei USF1 jeden Tag kaum 20 Leute in die Fabrik kommen, darunter die Sekretärinnen und die Putzequipe. Sauber: «Es ist zum ohnmächtig werden. Wir haben alles bereit – und können nichts tun. So laufen uns auch noch die letzten guten Fahrer für 2010 davon.»
Sauber: «Es ist zum ohnmächtig werden. Wir haben alles bereit – und können nichts tun»
Einer wäre sicher der Deutsche Nick Heidfeld gewesen, der gestern mit Platz 5 die letzte Mission bei BMW-Sauber erfüllte – und damit Williams-Toyota mit 36:34,5 Punkten noch den 6. WM-Platz und drei Millionen Bonusgelder wegschnappte. Sauber zu BLICK: «Nick hat jetzt sieben Jahre lang für unser altes Team und auch bei BMW-Sauber tolle Arbeit abgeliefert. Damit darf er sich ein GP-Auto aussuchen.» Was für eine Geste des Mannes, der momentan – wegen BMW – durch die Hölle gehen muss. Und dessen Loyalität schon fast an die Schmerzgrenze stösst.
Für GP-Boss Bernie Ecclestone ist der hängende Fall Sauber erst in einigen Tagen wieder aktuell. Der Brite verliess Abu Dhabi vorzeitig: «Diesen GP wird es noch 100 Jahre geben, auch wenn ich dann vielleicht nicht mehr dabei bin…»
Die Spannung im Rennen war nach 20 Runden fast vobei. Pole-Mann Lewis Hamilton rollte mit Bremsproblemen an die Boxen – Vettel/Webber hatten freie Fahrt für den 4. Red-Bull-Renault-Doppelsieg 2009
Was für eine Geste von Sauber: Heidfeld darf sich für seine tolle Arbeit ein GP-Auto aussuchen. (Keystone)
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