Ausdrucken Weiterleiten
 

Rennstall vor Rettung: Sauber gibt Vollgas

Peter Sauber (66) kann sich mit seinem Team für die Saison 2010 schon mal warmlaufen. Toyota verliess gestern die teure Spielwiese freiwillig.

Von Roger Benoit aus Abu Dhabi | Aktualisiert um 15:44 | 05.11.2009
Peter Sauber und sein Lebenswerk. (Keystone)
Peter Sauber. (AP)
BMW-Motorsportchef Dr. Mario Theissen, BLICK-F1-Experte Roger Benoit und Peter Sauber (von links). (Dieci)
Peter Sauber und Ehefrau Christiane. (Dominik Baumann)
Peter Sauber exklusiv!
Team BMW-Sauber. (Keystone)
Lehrjahr 2001: Der neue Weltmeister Kimi Räikkönen lässt sich 2001 von Teamchef Peter Sauber in die Geheimnisse der Formel 1 einführen. Dann holte ihn McLaren für 30 Millionen Franken aus Hinwil... (Puskala)
Peter Sauber.
Robert Kubica im Gespräch mit Peter Sauber. (Keystone)
Peter Sauber analysiert die Formel 1 exklusiv für SonntagsBlick. (RDB)
Schweizer Formel-1-Legende Peter Sauber (l.) und Sportmoderator Rainer Salzgeber. (Philippe Rossier)
Steht auf saubere Autos: Ex-F1-Boss Peter Sauber.
Peter Sauber trauert um Clay Regazzoni. (Keystone)
ZÜRICH – Nicht nur Fiona Hefti engagiert sich: Auch Formel-1-Teamchef Peter Sauber, Ex-Nati-Spieler Stéphane Chapuisat und SF-Meteo-Wetterfee Cécile Bähler waren in Benefiz-Mission unterwegs. Das illustre Trio verteilte gestern bei der sogenannten Sternfahrt in 50 Kinderheimen und Waisenhäusern Geschenke. Die Aktion zugunsten von Unicef stand unter dem Motto «Mit Vertrauen gross werden – für eine gemeinsame Zukunft». Unterstützt wurde sie von BMW, Hasbro und Ferrero.
Peter Sauber mit seinem früheren Partner Didi Mateschitz. (Keystone)
Peter Sauber förderte früher im Mercedes-Junior-Team Schumis Karriere ebenfalls. (RDB)
Das war vor einem Jahr: Die ausgezeichneten Sportler des Jahres mit Edith Hunkeler (vorne), Köbi Kuhn, Marco Streller, Simone Niggli-Luder, Jonas Hiller, Tom Lüthi und Peter Sauber. (RDB)
Hat sichtlich Spass beim Chatten auf Blick: F1-Legende Peter Sauber. (Philippe Rossier)
Peter Sauber: Jahrelang führte er sein Team vom Kommandostand aus - jetzt gab er die Verantwortung ab. (Keystone)
F1-Legende Peter Sauber kam hoch zu Ross. (Keystone)
Peter Sauber gestern im Verkehrshaus: «Diese Ehrung hat mich gefreut!» (Keystone)
Es ist ein langer Kampf für Peter Sauber. (Julia Brütsch)
Mario Theissen mit Peter Sauber. (Keystone)
Drei Punkte zum Abschied: Peter Sauber und sein technischer Direktor Willi Rampf. (AP)
Peter Sauber und Flavio Briatore, Weltmeister-Macher in Diensten von Renault. (Keystone)
Lichtblick in der letzten Saison: Felipe Massa wechselt auf die nächste Saison hin zu Ferrari. (Keystone)
Peter Sauber und die beiden Piloten, mit denen das Team seine letzte Saison bestritt: Felipe Massa und der frühere Weltmeister Jacques Villeneuve. (Keystone)
Herzlich umarmt Peter Sauber seinen Fahrer Felipe Massa, der ihm nochmals drei Punkte schenkte. (Nicolas Todt)
Mario Theissen (BMW) stösst mit Christiane und Peter Sauber an. (Keystone)
Giancarlo Fisichella, Jacques Villeneuve, Peter Sauber (v.l.). (Keystone)
Ein Lenkrad für Bundespräsident Samuel Schmid. (Keystone)
Welche Strategie wählen Peter Sauber und Felipe Massa? (Keystone)
Peter Sauber am Mittwoch nach dem FIA-Gerichtstermin in Paris. (AP)
Platz 4: Peter Sauber gratuliert Felipe Massa. (Keystone)
Herzliche Umarmung: Massa und Sauber in Bahrain. (Keystone)
Jubiläum in der Wüste: 200. GP für Peter Sauber. (Keystone)
Lässt sich nicht in die Karten blicken: Peter Sauber. (Keystone)
Zufrieden: Peter Sauber mit Felipe Massa (l.) und Giancarlo Fisichella. (Keystone)
ADV 1: Heute in der Zeitung BLICK
ADV 2: BLICK abonnieren
ADV 3: Bequem zum e-BLICK
Noch ist in den Werkhallen von Hinwil nicht der ganz grosse Jubel ausgebrochen, doch nach dem freiwilligen Rückzug von Toyota stehen am 14. März 2010 in Bahrain zu 99,5 Prozent zwei Boliden von Sauber-Qadbak-Ferrari am WM-Start. Nach vier Jahren wieder mit Peter Sauber als Teamchef.

Seit Monaten wird im Zürcher Oberland schon Vollgas gegeben. Sauber zu BLICK: «Wir haben nie aufgehört, das nächstjährige Auto zu entwickeln. Und wenn ich mir jetzt die letzten Resultate von Heidfeld und Kubica anschaue, dann dürfen wir sogar optimistisch sein.» Allerdings hat der Zürcher aus dem Seefeldquartier in den letzten Monaten schon böse Überraschungen erlebt. «Die FIA muss unseren Platz zuerst offiziell bestätigen.»

Eigentlich kann fast nichts mehr passieren

Und wenn das Okay aus Paris kommt, dann fliessen auch sofort die Qadbak-Gelder von der Rothschild-Bank aus London in das neue Projekt, das vorerst für die nächsten drei Jahre geplant und auch gesichert ist. Da laut dem neuen Concorde Agreement neu 13 Teams erlaubt sind, kann fast nichts mehr passieren. Allerdings weiss man noch nicht genau, ob Toyota schliesst, verkauft oder umnutzt.

Im Gegensatz zu Honda, das vor einem Jahr das Team und die Fabrik in Brackley für ein englisches Pfund an Teamchef Ross Brawn verkaufte, hat To­yo­ta trotz den Abschiedsplätzen 6 (Kobayashi) und 7 (Trulli) in Abu Dhabi keine solche Möglichkeit. Man könnte die Kölner Werkhallen höchstens an einen der vier Neulinge (Campos, Manor, Lotus, USF1) verscherbeln. Aber auch dann wäre Sauber das 13. Team. Zur Erinnerung: Hätte sich BMW wenige Tage nach seinem Ausstieg im Sommer nicht mit erhöhten Forderungen gegen das Nachfolge-Team quergestellt, wäre es nie zu diesem unrühmlichen Theater gekommen.

Wer soll nächste Saison für Sauber fahren?

Wenn Sauber noch in diesen Tagen grünes Licht bekommt, muss er sofort auf Fahrersuche gehen. Denn der Fahrermarkt ist bereits ziemlich ausgetrocknet: Einzig Heidfeld (der noch von McLaren-Mercedes träumt, falls Räikkönen absagt), Kovalainen, Glock (will zu Renault), Trulli, Klien und der russische GP2-Gesamtzweite Petrow (hat 15 Millionen Dollar Mitgift) sind noch zu haben.

Und Sébastien Buemi (21)? Der bleibt vorerst bei Toro Rosso der Red-Bull-Familie treu. Allerdings hat der nichtsahnende ­Toyota-Chef John Howett – BLICK darf es jetzt wohl verraten – Buemi beim GP Japan
ein Millionen-Angebot für 2010 ­gemacht. Wie übrigens auch ­Kubica, Button und Räikkönen! Gestern um 8.45 Uhr weinte Howett in Köln, als er seiner ­versammelten Mannschaft das ­Toyota-Aus mitteilen musste. Bei den vielen Gerüchten in den letzten Monaten hat sich das Team zerstritten: Intrigen, ­Chaos und Mobbing.
Peter Sauber im Endspurt. Nach 4 Jahren wird er wieder Teamchef.
(Daniel Reinhard)
Peter Sauber im Endspurt. Nach 4 Jahren wird er wieder Teamchef.
(Daniel Reinhard)
Das sagen Blick.ch-Leser
michel koeb, montady - 14:15 | 05.11.2009
» Komisch, er wollte aufhören, sich seiner Familie widmen, hatte genug.. und jetzt? Da ist Ex-Bundesratmentalität.... nicht gut! Rücktritt vom Rücktritt usw usw.
seb pennisi, zürich - 13:34 | 05.11.2009
» ich würde sehr gerne kobayashi und glock bei sauber sehen. glock bringt das auto vorwärts und der japaner ist sauschnell. heidfeld als sicherer wert und petrov (der einen ähnlichen fahrstil wie kubica hat, aber oft zu übermütig agiert) wären auch eine interessante variante. forza sauber!
Edward Seiler, Dübendorf - 13:05 | 05.11.2009
» In der Fahrersuche darf sicher der noch junge Fahrer Kobayashi nicht übersehen werden. Bei Toyota hat er einen wirklich Super Job gemacht. Hopp F1 Sauber.
Reto Deflorin, USA - 12:43 | 05.11.2009
» Nicht vergessen, Jaques Villeneuve ist im moment auch wieder sehr intensiv auf der suche und verhandelt bereits mit einigen Teams! Kobayashi hat positiv überrascht! Allerdings wird der noch eine zerstör-phase durchmachen wie alle jungen wilden. Für mich wäre das Duo Heidfeld / Villeneuve idealwunsch.
Thomas Winistörfer, lenganu - 12:21 | 05.11.2009
» schweizer team... schweizer fahrer...:-)
Marktplatz