Rauchiger Neustart mit zwei BMW-Motorschäden Sauber gerettet?

  • Publiziert: 13.09.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Roger Benoit aus Monza
play Hürde genommen: Das Team von BMW-Sauber-Pilot Heidfeld steht kurz vor dem Sprung in eine gesicherte Zukunft. (Keystone)

Psychisch und physisch hat Peter Sauber die schwersten fünf Wochen seines Lebens hinter sich. Er kämpfte Tag und Nacht um die Erhaltung des Formel-1-Standortes Hinwil.

Spätestens am Dienstag, wenn die FIA den Namen des 13. Formel-1-Teams für 2010 bekanntgeben will, dürfte Peter Sauber (65) aufatmen, könnte das Team im Zürcher Oberland weiter an der Entwicklung des neuen Autos (die nie aufhörte) arbeiten.

Gestern war dem TV-Kommentator im Nebendienst keine konkrete Aussage zu entlocken: «Die Verhandlungen sind in der entscheidenden Phase, ich kann nichts sagen.»

Doch SonntagsBlick weiss, dass Sauber – auch mit der jetzt gütigen Hilfe von BMW – erfolgreich war. Die Frage ist jetzt nur noch: Woher würden die nötigen Millionen herkommen?

In den letzten Tagen jagten sich die Gerüchte und Spekulationen. Von Indien über Korea, zurück nach Russland (Lukoil, grösster Mineralkonzern des Landes) und Luxemburg (Mangrove Capital, einer der ersten Investoren ins Milliardengeschäft Skype).

Und am Ende tauchte wieder ein alter Name auf: Fritz Kaiser. Der frühere Sauber-Partner, VR-Präsident und Einfädler des Petronas-Deals, soll mit einigen Investoren am möglichen Kauf des BMW-Sauber-Teams interessiert sein. Der Liechtensteiner gestern zu SonntagsBlick: «Ich stehe in keinen Verhandlungen. Aber ich verfolge die Szene sehr genau – das ist ja fast wie ein Krimi!»

Und das bleibt der jetzt zwar finanziell gelöste Fall, aber wer steckt wirklich dahinter? Oder gibt die FIA in Kürze plötzlich Lightspeed-Lotus den Zuschlag, einem der beiden anderen Kandidaten? Es wäre ein Skandal!

Im Fall Sauber bleibt die interessanteste Frage: Wer garantiert am Ende die rund 400 Millionen Franken, die nötig wären, um den Kauf abzuschliessen und die nächsten drei Jahre zu überleben? Nur die FIA kann die Rettung noch verhindern.

Nicht gerade einen tollen «Neuanfang» machte BMW-Sauber gestern in der Monza-Qualifikation. Obwohl bei Heidfeld und Kubica über Nacht neue Motoren eingebaut wurden, verreckten beide 700-PS-Aggregate innerhalb von fünf Minuten!

Heidfelds Kilometerstand blieb nach 32 Samstag-Runden bei 185 stehen, Kubicas Zeiger kletterte nach 35 Runden auf 202…

Beide Fahrer bekommen für die heutige Temposchlacht ihren achten und letzten frischen Motor ins Auto. Wer 2009 noch einen neunten Motor braucht, muss beim nächsten Rennen zehn Startplätze zurück.