Ausdrucken Weiterleiten
 

Sauber am Ende?

Die «Sonntags-Zeitung» löst einen Grossalarm in Hinwil aus: BMW ist auf einen Finanzjongleur reingefallen – die Team-Käufer haben kein Geld!

Von Roger Benoit | Aktualisiert um 08:33 | 23.11.2009
Peter Sauber gibt nicht auf. Sein Motto: «Geduld». (AP)
Geht das Leiden im Dezember weiter? (Keystone)
Es ist ein langer Kampf für Peter Sauber. (Julia Brütsch)
Peter Sauber und sein Lebenswerk. (Keystone)
ADV 1: Heute in der Zeitung BLICK
ADV 2: BLICK abonnieren
ADV 3: Bequem zum e-BLICK
Und jetzt fragen sich die Fans: Ist Sauber am Ende, stehen bald 420 Mitarbeiter im Zürcher Oberland auf der Strasse?

Nur ein Mann könnte diese Fragen beantworten. Doch Chef Peter Sauber (66) schweigt. Der Schweizer des Jahres 2005 lässt seit Wochen die bösen Geschichten über den geheimnisvollen Investor Qadbak still an sich ­abprallen.

Warum?
Weil sich dazu eigentlich nur BMW äussern sollte, das Qadbak geprüft hat. Von dieser Quelle müssten ja zuerst auch die rund 100 Millionen Franken für den Verkauf in die Münchner BMW-Kassen fliessen.

Aber wenn sich tatsächlich die vielen, immer grösser werdenden Zweifel an Qadbak und den mutmasslich mittellosen Hintermännern bestätigen? Peter Sauber schweigt!

Nun, wer den sozial eingestellten Mann genauer kennt, der weiss, dass gestern kaum das Ende seines Lebenstraums gekommen ist. Da könnten sich – wenn Qadbak als Flop in die Formel-1-Geschichte eingeht – noch andere Türen öffnen.
Doch Sauber schweigt!

Er wird für seine Mannschaft kämpfen, die mit dem Bau und der Entwicklung des neuen Autos weitermacht. Warum?

Peter Sauber, der 1993 mit einem eigenen Team in den GP-Zirkus kam (was schon als Sensation gewertet werden muss), hat schon zwei sehr schwierige Situationen im Haifischbecken des Sportes meistern können:

1994 fiel er mit dem damaligen Partner Mercedes auf den schwäbischen Kleinverlag «The Broker» herein. Der hatte dem Team 32 Millionen Mark zugesagt. Das deutsche Märchen wurde nicht wahr.

Ende 2000 stand Sauber vor dem Aus. «Aber drei Tage vor Weihnachten rettete uns die Credit Suisse mit dem Einstieg das Leben», verkündete Sauber damals seiner Belegschaft. Es ging um über 30 Millionen Franken.

Und jetzt? Die Zeichen stehen seit gestern bestimmt noch mehr auf Sturm. «Geduld», ist ­alles, was Sauber seinen Fans und Freunden jetzt zuruft. Eins ist klar: Wenn Sauber auch diesmal überlebt, will er mit BMW (das derzeit noch alle Löhne zahlt) nichts mehr zu tun haben!
Peter Sauber und sein Lebenswerk. (Keystone)
Peter Sauber. (AP)
BMW-Motorsportchef Dr. Mario Theissen, BLICK-F1-Experte Roger Benoit und Peter Sauber (von links). (Dieci)
Peter Sauber und Ehefrau Christiane. (Dominik Baumann)
Peter Sauber exklusiv!
Team BMW-Sauber. (Keystone)
Lehrjahr 2001: Der neue Weltmeister Kimi Räikkönen lässt sich 2001 von Teamchef Peter Sauber in die Geheimnisse der Formel 1 einführen. Dann holte ihn McLaren für 30 Millionen Franken aus Hinwil... (Puskala)
Peter Sauber.
Robert Kubica im Gespräch mit Peter Sauber. (Keystone)
Peter Sauber analysiert die Formel 1 exklusiv für SonntagsBlick. (RDB)
Schweizer Formel-1-Legende Peter Sauber (l.) und Sportmoderator Rainer Salzgeber. (Philippe Rossier)
Steht auf saubere Autos: Ex-F1-Boss Peter Sauber.
Peter Sauber trauert um Clay Regazzoni. (Keystone)
ZÜRICH – Nicht nur Fiona Hefti engagiert sich: Auch Formel-1-Teamchef Peter Sauber, Ex-Nati-Spieler Stéphane Chapuisat und SF-Meteo-Wetterfee Cécile Bähler waren in Benefiz-Mission unterwegs. Das illustre Trio verteilte gestern bei der sogenannten Sternfahrt in 50 Kinderheimen und Waisenhäusern Geschenke. Die Aktion zugunsten von Unicef stand unter dem Motto «Mit Vertrauen gross werden – für eine gemeinsame Zukunft». Unterstützt wurde sie von BMW, Hasbro und Ferrero.
Peter Sauber mit seinem früheren Partner Didi Mateschitz. (Keystone)
Peter Sauber förderte früher im Mercedes-Junior-Team Schumis Karriere ebenfalls. (RDB)
Das war vor einem Jahr: Die ausgezeichneten Sportler des Jahres mit Edith Hunkeler (vorne), Köbi Kuhn, Marco Streller, Simone Niggli-Luder, Jonas Hiller, Tom Lüthi und Peter Sauber. (RDB)
Hat sichtlich Spass beim Chatten auf Blick: F1-Legende Peter Sauber. (Philippe Rossier)
Peter Sauber: Jahrelang führte er sein Team vom Kommandostand aus - jetzt gab er die Verantwortung ab. (Keystone)
F1-Legende Peter Sauber kam hoch zu Ross. (Keystone)
Peter Sauber gestern im Verkehrshaus: «Diese Ehrung hat mich gefreut!» (Keystone)
Es ist ein langer Kampf für Peter Sauber. (Julia Brütsch)
Mario Theissen mit Peter Sauber. (Keystone)
Drei Punkte zum Abschied: Peter Sauber und sein technischer Direktor Willi Rampf. (AP)
Peter Sauber und Flavio Briatore, Weltmeister-Macher in Diensten von Renault. (Keystone)
Lichtblick in der letzten Saison: Felipe Massa wechselt auf die nächste Saison hin zu Ferrari. (Keystone)
Peter Sauber und die beiden Piloten, mit denen das Team seine letzte Saison bestritt: Felipe Massa und der frühere Weltmeister Jacques Villeneuve. (Keystone)
Herzlich umarmt Peter Sauber seinen Fahrer Felipe Massa, der ihm nochmals drei Punkte schenkte. (Nicolas Todt)
Mario Theissen (BMW) stösst mit Christiane und Peter Sauber an. (Keystone)
Giancarlo Fisichella, Jacques Villeneuve, Peter Sauber (v.l.). (Keystone)
Ein Lenkrad für Bundespräsident Samuel Schmid. (Keystone)
Welche Strategie wählen Peter Sauber und Felipe Massa? (Keystone)
Peter Sauber am Mittwoch nach dem FIA-Gerichtstermin in Paris. (AP)
Platz 4: Peter Sauber gratuliert Felipe Massa. (Keystone)
Herzliche Umarmung: Massa und Sauber in Bahrain. (Keystone)
Jubiläum in der Wüste: 200. GP für Peter Sauber. (Keystone)
Lässt sich nicht in die Karten blicken: Peter Sauber. (Keystone)
Zufrieden: Peter Sauber mit Felipe Massa (l.) und Giancarlo Fisichella. (Keystone)
Das sagen Blick.ch-Leser
Heiri Grüezi, Schweiz - 21:30 | 23.11.2009
» Na ja, Im Eier legen scheinen sie ja ganz gut zu sein bei BMW. Hühner tun das allerdings für wesentlich weniger Geld.
Michael Kern, Zürich - 17:49 | 23.11.2009
» Nun, die BMW Leute denken wohl, dass wir "kleinen Schweizer" eh nichts gegen sie unternehmen können, was meiner Meinung nach völlig falsch ist! Jeder schweizer Bürger der ein wenig Nationalstolz und Verständnis für das Sauber F1 Team hat, sollte ab sofort KEIN BMW Auto mehr kaufen. Boykotiert diese Automarke! Alle BMW Fahrer sollten ihr Auto verkaufen und ins Ausland exportieren. Neuwagen sollten für JEDEN Schweizer KEIN Thema mehr sein!
Michael Kern, Zürich - 17:44 | 23.11.2009
» Es ist unglaublich, mit welcher Verlogenheit und typisch deutschen Arroganz, die BMW Leute mit "unserem" Sauber Team umgegangen sind. Als langjähriger Sauber Fan, bin ich einerseits froh, dass Sauber in Zukunft nichts mehr mit diesen falschen "BMW-Fritzen" zu tun haben wird anderseits tut es mir sehr leid für Herrn Sauber und das ganze Team. Leider wäre es auch anders gegangen. BMW hätte sich genügend Zeit lassen können, um einen passenden Käufer zu finden und hätte erst dann aussteigen sollen!
Bruno Baumgärtner, Isle of Arran, Schottland (und NICHT England!!!) - 14:21 | 23.11.2009
» Blick kann sehr viel beitragen, BMW abzustrafen: Macht mal 2 Jahre kein absolut keine PR mehr für deren Fahrzuge und der Marke BMW. Kein Wort mehr, wie wenn sie vom Erdboden verschwunden wären. Genau so, wie DrT und seine Genossen sich hinterrücks aus der F1 verschwinden lassen wollten.
Walter Nef, Niederweningen - 10:19 | 23.11.2009
» Warum kann Honda die" Spielzeugautos"herstellt Ihre Rennabteilung für ein englisches £ an Ross Brown verkaufen und erst noch 190 Millionen in den Rücksack geben und BMW ist so "knauserig"? Mir tun eigentlich die Handwerker und Ingenieuren von BMW leid,verstehe aber nicht warum die Leute nicht streiken.
Angebot