Reifen-Affäre: Mercedes steht vor Gericht

Der Schauprozess des Jahres heute in Paris. Ab 9 Uhr stehen Mercedes und Pirelli auf der FIA-Anklagebank.

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Soll Mercedes heute vom Sportgericht bestraft werden?»

Die verbotene heisse Ware

Der 82-jährige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sagt zum Gummi-Prozess: «Man hat Mercedes eine verbotene Ware angeboten und das Team machte den Fehler, diese auch anzunehmen.»

Die Erinnerungen an 2007 sind plötzlich wieder da: «Spy-Gate» in der Formel 1. Ferrari-Chefingenieur Nigel Stepney hatte McLaren über 700 Seiten geheime Papiere zukommen lassen. Die FIA fackelte damals  vor Gericht nicht lange: Ausschluss von McLaren (Alonso und Hamilton) aus der Team-WM – und die unglaubliche 100-Millionen-Dollar-Busse!

Vor drei Jahren hat der Weltverband FIA ein neues Gericht auf die Beine gestellt – das Tribunal. Heute tritt es ab 9 Uhr morgens erstmals in Paris zusammen. Mit 12 RichterInnen. Darunter auch der Berner Patrick Raedersdorf, ein Berner Anwalt und Sohn der Radio-­Legende Charles Raedersdorf.

Vor Gericht stehen Mercedes und Pirelli, die am 15./16./17. Mai nach dem GP Spanien in Barcelona noch drei Tage lang geheim oder eben privat testeten. Die sonst so aufmerksame und para­noide GP-Welt brauchte genau sechs Tage, um den «Tätern» auf die Spur zu kommen.

Da Testfahrten während der Saison mit einem aktuellen Auto verboten sind, kams zur Anklage. Der ebenfalls lange geheim gehaltene Gummi-Test mit Ferrari im April in Barcelona wurde nicht angeklagt, da die Fahrer Massa und De la Rosa ein rotes Auto von 2011 eingesetzt hatten.

Doch diesmal waren Hamilton und Rosberg sogar mit schwarzen Helmen unterwegs. Zudem versuchte Pirelli, die Strecke abzudecken!

Mercedes verteidigt sich, dass FIA-Rennleiter Whiting die Tests mit einem E-Mail gestattet hat. Ein Dokument, das plötzlich nicht mehr aufzufinden ist. Ein klarer Fall für die Justiz des ehrgeizigen FIA-­Generals Jean Todt (67)?

Was sagte Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda (64) zu BLICK? «Warten wir mal ab! Ich habe das ganze Montreal-Wochenende versucht, den Prozess noch zu verhindern.  Red Bull, das mit Ferrari gegen uns den Protest eingelegt hat, war wie Bernie Eccle­stone mit einem aussergerichtlichen Deal einverstanden. Dazu hätte es einen Brief von Mercedes an FIA-Boss Todt gebraucht. Doch unsere Chefs Toto Wolff und Ross Brawn lehnten ihn ab! Jetzt müssen sie eben damit leben!»

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Beliebteste Kommentare

  • Toni  Tobler
    Da lesen wir also: "Testfahrten während der Saison mit einem aktuellen Auto sind verboten" Das ist ja das grösste Affentheater der Welt!
  • Frigg  Landolt , Glarus
    Formel 1 ist nur noch eine grosser Kindergarten voller Luschen und Pussys.

Alle Kommentare (4)

  • Marco  Götz , Bern
    Komische Teamchefs ich vermisse Norbert Haug. wurde wohl für den Mann mit der roten Mützel geopfert.
    • 20.06.2013
    • 51
    • 9
  • Frigg  Landolt , Glarus
    Formel 1 ist nur noch eine grosser Kindergarten voller Luschen und Pussys.
  • Hubert  Schoch
    kürzlich stand in Zürich die "Weltwoche" vor Gericht.
    Irgendwie erinnert mich diese Reifengeschichte daran
    • sandra  Brosi
      Kürzlich verglich ein Hubert Schoch Äpfel mit Birnen.
      und ich verstehe nicht weshalb man immer vom Thema abkommen muss. Was solls, ich hoffe es hilft ihnen Ihren Frust abzureagieren.
      • 20.06.2013
      • als Kommentar auf Hubert  Schoch
      • 39
      • 4
  • Toni  Tobler
    Da lesen wir also: "Testfahrten während der Saison mit einem aktuellen Auto sind verboten" Das ist ja das grösste Affentheater der Welt!

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Formel 1

Platz Name Land Punkte
1 Lewis Hamilton GBR 169
2 Nico Rosberg GER 159
3 Sebastian Vettel GER 120
4 Kimi Räikkönen FIN 72
5 Valtteri Bottas FIN 67
6 Felipe Massa BRA 62
7 Daniel Ricciardo AUS 36
8 Daniil Kvyat RUS 19
9 Nico Hülkenberg GER 18
10 Romain Grosjean FRA 17
11 Felipe Nasr BRA 16
12 Sergio Pérez MEX 13
13 Pastor Maldonado VEN 12
14 Max Verstappen NED 10
15 Carlos Sainz Jr ESP 9
16 Marcus Ericsson SWE 5
17 Jenson Button GBR 4
18 Fernando Alonso ESP 0
19 Roberto Merhi ESP 0
20 Will Stevens GBR 0

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