Peter Sauber und seine Formel 1

  • Aktualisiert am 02.01.2012
  • Von Simon Häring
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HINWIL - Wird mit dem Rückzug von BMW das Lebenswerk von Peter Sauber zerstört? Blick.ch zeigt die wichtigsten Stationen des Formel-1-Gentlemans.

Peter Sauber wollte nie so richtig in die Glamour-Welt der Formel 1 passen. Er gilt als ruhiger, zurückhaltender Gentleman. Sein ganzes Leben widmete der gelernte Elektromonteur dem Motorsport.

Als 23-Jähriger kurvte Sauber mit einem aufgemotzten VW Käfer über die Rennstrecken. Drei Jahre später konstruierte Sauber den ersten Rennwagen. Mit durchschlagendem Erfolg: Mit dem C1 wird er Schweizer Sportwagen-Meister.

Fortan konzentriert sich Sauber auf den Bau der Fahrzeuge. Er gründet die Sauber Rennsport AG. In den 80er-Jahren feiert Sauber-Mercedes die ersten grossen Erfolge. Mit den Nachwuchsfahrern Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen gewinnt Sauber das 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

1993 wird dann Saubers grosser Traum wahr. Mit Illmor und Brixworth als Partner startet sein «Sauber F1 Team» in der Königsklasse des Motorsports. Und wie! Gleich im ersten Rennen fährt der Finne JJ Lehto auf den fünften Platz.

Dennoch muss Sauber über Jahre um Anerkennung im Formel-1-Zirkus kämpfen. Die grossen Sponsorenverträge zieht der Grandseigneur des Schweizer Motorsports im Ausland an Land. Wichtigster Partner ist seit 1997 der malaysische Mineralölkonzern Petronas.

Das erfolgreichste Jahr erlebt Red Bull Sauber Petronas 2001. Mit dem Fahrerduo Räikkönen/Heidfeld stürmt das Hinwiler Team auf den vierten Platz der Konstrukteure-Wertung. Mit der Credit Suisse kann erstmals ein Schweizer Grosskonzern als Sponsor gewonnen werden. Ebenfalls im Jahr 2001 beginnt der Bau des eigenen Windkanals.

Im Januar 2006 wird Peter Sauber an der Swiss-Award-Gala vom Fernsehpublikum zum Schweizer des Jahres 2005 gewählt.

Ebenfalls 2006 vermeldet Peter Sauber die Übernahme seines Rennstalls durch den Autokonzern BMW. Der Standort Hinwil kann erhalten bleiben. Sauber selber tritt fortan als Berater auf und ist mit 20 Prozent am Team beteiligt.

Aus der Liaison zwischen BMW und Sauber resultieren insgesamt 16 Podestplätze (ein Sieg, neun zweite Plätze und sechs dritte Plätze). Höhepunkt ist der Doppelsieg 2008 in Montreal. Nach einem enttäuschenden Jahr 2009 gibt BMW Ende Juli den Rückzug aus der Formel 1 bekannt. Offizielle Begründung: «Strategische Neuausrichtung».

Talentschuppen Sauber

Peter Sauber macht aus der (Geld-)Not eine Tugend. Immer wieder setzt er auf blutjunge Piloten. In den Anfängen seiner Konstrukteur-Tätigkeit hiessen seine Piloten Michael Schumacher, Heinz-Harald Frentzen oder Karl Wendlinger.

Den grössten Coup landet Sauber 2001. Er engagiert den damals 21-jährigen Kimi Räikkönen. Der schnelle Finne darf nur dank einer superprovisorischen Verfügung der FIA an der Formel-1-Saison teilnehmen.

Räikkönen wird nach nur einem Jahr für einen Betrag in Millionenhöhe zu McLaren gelockt. Mit Ferrari wird Räikkönen 2007 Weltmeister. Auch der zweite aktuelle Ferrari-Pilot, Felipe Massa, ging durch die Sauber-Talentschmiede. Der Brasilianer fuhr 2002 und 2004–2005 für Sauber und schaffte dann den Sprung direkt zu Ferrari.
Peter Sauber ist der Schweizer des Jahres 2005.- Keystone

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