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Bernie Ecclestone (links) zwang seinen Freund und Wegbegleiter Max Mosley (Mitte) in die Knie. Vermeintlicher Sieger ist die FOTA um Luca di Montezemolo. (Keystone)
Man ahnte schon um 9.15 Uhr morgens, beim Start zur Sitzung des FIA-Weltrates mit 26 Mitgliedern in Paris, dass Präsident Max Mosley (69) am Ende war: «Ich übergebe die Tagesgeschäfte an meinen Stellvertreter Nick Craw und ziehe mich jetzt mit den Mitgliedern Bernie Ecclestone und Luca di Montezemolo in einen Nebenraum zurück.» Damit war auch das von der italienischen Seite angestrebte Misstrauensvotum gegen Mosley schnell vom Tisch.
Drei Stunden sass das Trio zusammen. Dann sagte Mosley: «Wir haben wieder Frieden. Das Reglement bleibt wie 2009 – und die Teams unterschreiben das Concorde Agreement und bleiben sicher bis 2012. Und ich werde mich im Oktober als Präsident nicht mehr zur Wiederwahl stellen.»
Was er vorerst nicht sagte: Ab sofort übernimmt der langjährige Präsident des Automobilklubs von Monaco, Michel Boeri, als einer der sieben FIA-Vizepräsidenten die Formel-1-Geschäfte.
Damit ist klar: Ecclestone hat seinen Freund und Wegbegleiter (seit über 35 Jahren), der oft gerne freiwillig auf die Knie gegangen ist, in die Knie gezwungen. Etwas salopp ausgedrückt: Mosley wurde gestern die Hose ausgezogen. Denn in einem Brief an den Weltrat hatte Mosley noch zwei Tage zuvor seine Kandidatur zur Wiederwahl angekündigt, weil er die jüngsten Angriffe auf sein Mandat von andersdenkenden Teams nicht akzeptieren will und kann!
Für Bernie Ecclestone (78) war die Einigung, die BLICK gestern angekündigt hatte, ein absolutes Muss. Denn der Geschäftsführer der Formel-1-Besitzer CVC (Investmentgruppe) muss dafür sorgen, dass jährlich rund 300 Millionen Dollar an Schulden abgebaut werden können.
Die Einigung hat Ecclestone auch das Lebenswerk gerettet. Er hat die Formel 1 zur Weltshow auf allen Kontinenten gemacht. Dass er dabei die Milliarden-Zitrone bei den Grand-Prix-Veranstaltern oft bis zur Schmerzgrenze auspresste, kam am Ende immer wieder den Teams zugute. Ohne Mister E. hätten weit über zehn Teams seit 1980 nicht überlebt.
Die acht FOTA-Teams dürfen sich jetzt auf keinen Fall als Sieger fühlen, wie es in den ersten Reaktionen zum Ausdruck kommt. Sie haben mit ihrem wochenlangen Säbelrasseln und der Drohung einer eigenen Serie dem Sport viel Schaden zugefügt. Und wie einig sich die FOTA-Mitglieder wirklich sind, werden erst die nächsten Wochen zeigen. Nehmen sie die Verräter-Teams von Williams und Force India wieder in ihren Klub auf? Gestern verpflichteten sie sich, das von Mosley leider mit dem Hammer aufgezwungene Sparprogramm in ihrem Sinn durchzuführen. Und bis 2012 sicher in der Formel 1 zu bleiben.