Formel 1 Inside Kobayashi kann es nach ganz oben schaffen

  • Publiziert: 20.12.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Roger Benoit

HINWIL – Peter Sauber hat für Dienstag seinen neuen Fahrer Kamui Kobayashi nach Hinwil geladen. BLICK schätzt ihn im Vergleich mit seinen Vorgängern bei Sauber ein.

Weihnachten in der Formel 1. Kein Fest der Besinnung. Zwar werden überall Feste gefeiert, doch der Betrieb ruht kaum. Die neuen 750-PS-Monster für 2010, die erstmals am 1. Februar in Valencia aus den GP-Käfigen rausdürfen, brauchen fast täglich Betreuung. Nun, die meisten Teams – so sagen sie wenigstens – sind im Zeitplan. Auch unser Wiedereinsteiger Peter Sauber (66). Der hat für Dienstag seinen neuen Fahrer Kamui Kobayashi (23) nach Hinwil geladen. Dort wird dieser das oft zwei Stunden dauernde Prozedere der Sitzprobe über sich ergehen lassen. Für diesen wichtigen Akt fliegen kurz vor Weihnachten mehr als zehn japanische Reporter von Tokio nach Zürich.

Kamui Kobayashi ist im Land der aufgehenden Sonne seit seinen zwei sensationellen Auftritten in Brasilien (9. Platz) und Abu Dhabi (6.) sofort zum neuen Formel-1-Nationalhelden aufgestiegen. Und kein Land der Erde ist, was den GP-Sport anbelangt, verrückter. Jetzt hält der frühere Toyota-Ersatzfahrer die rotweisse Flagge hoch – und er wird wohl ewig Timo Glock danken, dass dieser im Japan-Training verunglückte und für zwei Rennen Forfait geben musste. So kam Kamui(kaze) bereits in seinem zweiten WM-Lauf zu den ersten drei Punkten. Sein grosses Vorbild Michael Schumacher schaffte dies 1991 auch im zweiten Rennen: 5. Platz in Monza auf Benetton. Debütiert hatte Schumi zwei Wochen zuvor in Spa auf Jordan-Ford. Der Deutsche verdankte den Einstieg einem Belgier: Jordan-Stammpilot Bertrand Gachot sass nach einem Spray-Angriff gegen einen Taxifahrer im Londoner Knast! Ja, so können tolle Karrieren beginnen. Auch bei Kobayashi.

Auch ein anderer Belgier namens Bertrand sorgt jetzt für Wirbel. So erklärte Baguette (23) im Internet, dass er 2010 «zu 96 Prozent sicher bei Sauber fahre!» Der bisherige Pilot der World Series Renault durfte zwar bei der kürzlichen Talentshow in Jerez den BMW-Sauber testen, doch die Resultate waren nicht gerade atemberaubend. Den zweiten Platz neben Kobayashi dürfte der Spanier Pedro de la Rosa (38) bekommen. Und als Ersatzfahrer, der wie der Fall Glock zeigt, sehr wichtig werden könnte, muss Sauber einen routinierteren Mann nehmen.

play BLICK-Formel-1-Experte Roger Benoit. (Philippe Rossier)