Am Montag bekommt Sauber den 13. und letzten Startplatz für 2010. Aber das Fahrer-Karussell dreht sich schon lange.
Genau 17 Fahrer hat Peter Sauber (66) in seiner ersten Formel-1-Zeit von 1993 bis 2005 eingesetzt. Zum WM-Start in Bahrain (14. März 2010) werden zwei neue Piloten dazukommen, wenn der Chef aus Hinwil nicht noch einmal dem in 167 Rennen sieglosen Nick Heidfeld das Vertrauen schenkt. «Die Zuverlässigkeit und das aus dieser resultierende regelmässige Punktesammeln sprechen für den Deutschen», sagt Sauber.Noch lässt sich der Schweizer des Jahres 2005 für sein zweites GP-Abenteuer («Geplant sind mal drei Jahre.») nicht in die neuen Karten blicken. Zu viel ist in den letzten Wochen passiert. Das Duo Geduld und Vorsicht steht bei Sauber in der ersten Startreihe.Fast unheimlich seine Loyalität bis zum letzten Atemzug gegenüber dem deutschen Partner
BMW. So sagte BMW-Direktor Dr. Mario Theissen beim Abschied von Hinwil am Freitag, dass die Verhandlungen mit Qadbak nur gescheitert seien, weil die Bedingungen, ein sicherer Startplatz und die Unterzeichnung des Concorde Agreements, nicht erfüllt waren.Sagen wir es mal höflich, die Wahrheit tönt anders. Aber jetzt kann man Sauber und seiner motivierten Truppe aus
München keine faulen Eier mehr ins Nest legen!Sauber hat fast Unmenschliches geleistetFür seine 250 Mitarbeiter, die bleiben können, und die Fans, die ihm auch in der schweren Zeit die Treue hielten, hat Sauber fast Unmenschliches geleistet. Und dank seiner Seriosität sind ihm die meisten Investoren und Sponsoren, mit denen er schon im September in Kontakt war, nicht abgesprungen.Doch damals entschied sich BMW auf die eigenen Investoren zu vertrauen, die das Team hätten kaufen können. Kurz: Es ging bis vor wenigen Tagen alles schief, was die Deutschen anfassten – und am Ende musste man das Team wieder an Sauber zurückverkaufen.Natürlich nicht mehr für die über 100 Millionen Franken, die man am 5. August noch hochnäsig vom Partner verlangt hatte.Peter Sauber, der Gentleman, ist mit der neuen Situation zufrieden: «Wir schauen nur noch nach vorne. Denn der grosse Kampf beginnt erst jetzt.» Und für einen erfolgreichen Start brauchts zwei schnelle und vernünftige Piloten.«Petrov wäre sehr interessant»Der interessanteste Fahrer auf der Sauber-Liste ist der Russe Vitaly Petrov. Der GP2-Gesamtzweite von 2009 hinter Hülkenberg (neu bei
Williams) gewann zwei Rennen in Istanbul und Valencia. Und er bringt 10 bis 15 Millionen Dollar mit.Sauber zu SonntagsBlick: «Wenn wir Petrov nehmen, würde sich spätestens 2011 der russische Markt für uns öffnen. Das gilt es zu überlegen.»Noch enthält die Sauber-Liste sieben Namen. Bis Weihnachten sollten die zwei Fahrer bekannt sein. Achtet er auf Schnelligkeit, muss er Trulli nehmen, die Erfahrung spricht für Silberpfeil-Tester De la Rosa. Das Kämpferherz für Toyota-Schocker Kobayashi. Der beste Allrounder wäre neben Heidfeld sicher Kovalainen. Nur Aussenseiter: Testpilot Klien.