Sauber-CEO Kaltenborn «Jetzt muss der 5. WM-Platz her»

In Stuttgart läuten nicht erst seit dem Japan-Debakel die Alarmglocken. Wird Mercedes 2012 vom Privatteam Sauber lächerlich gemacht?

  • Publiziert: 08.10.2012, Aktualisiert: 10.10.2012
  • Von Roger Benoit aus Suzuka

Schafft es Sauber, Mercedes in der WM zu überholen?»

Vor dem GP Korea in fünf Tagen liegt Mercedes gegen die Schweizer noch mit 136:116 vorne. Auch wenn die Deutschen nach Podestplätzen 3:4 hinten sind. Aber der Sieg von Rosberg in China (25 Punkte) macht den Unterschied.

Wie viel der 5. WM-Platz wert ist, bleibt ein gut gehütetes Geheimnis von Bernie Ecclestone und den Teams. Bekannt ist nur, dass der Unterschied zwischen WM-Rang fünf und sechs rund acht Millionen Franken ausmacht. Viel Geld für Sauber. Deshalb sagte CEO Monisha Kaltenborn (41) zu BLICK: «Jetzt muss dieser fünfte Platz her!» Die Inderin ist zum Glück dem grossen Klub der Schönredner in der Formel 1 nie beigetreten. Sie spricht Klartext. Auch mit den Fahrern!

Und Sauber ist im Vorteil. Die Silberpfeile mit dem längst auf dem harten Boden der Realität angekommenen Nico Rosberg (27) und dem seit Monaten am Erfolg zweifelnden Schumi (43) kämpfen nur noch mit stumpfen Waffen.

Vor allem wenn die Reifen nicht ins Temperaturfenster passen, ist Mercedes verloren. Ein Problem, das man trotz vier Technischen Direktoren seit Saisonstart herumschleppt.

Bei Sauber ist der Gummi dieses Jahr kein Sorgenkind. Dafür steht man oft mit langsamen Ecken und dem Topspeed auf Kriegsfuss. Doch der C31 aus Hinwil ist dem W03 aus Brackley (Gb) klar überlegen. Bei Mercedes hatte man Sauber in Japan mit der schwachen Qualifikation den roten Teppich ausgelegt. Leider rutschte der dreifache Podest-Mann Sergio Pérez (22) einmal mehr aus, warf das Geschenk in Form von mindestens acht Punkten (6. Platz) weg.

Jetzt weiss man auch, warum sich Ferrari-Boss Luca di Montezemolo gegen Pérez als potenziellen Massa-Nachfolger aussprach. «Pérez ist noch zu unerfahren, macht viele Fehler und ist zu inkonstant!», sagte er.

Heroisch in Suzuka war Podest-Neuling Kamui Kobayashi (26), der sich am Ende von Button im McLaren nicht aus der Ruhe bringen liess. «So nervös waren wir am Kommandostand schon lange nicht mehr», sagte Monisha Kaltenborn, die dort oben sogar ihre Hände faltete. Am Ende lobte sie den oft kritisierten Japaner in dessen Landessprache: «Yoku Yatta» – gute Leistung.

Kaltenborn: «Ich musste doch etwas von meinen fünf Japanisch-Sätzen loswerden!»

WM-Statistik – Zuverlässigkeit

Nach 15 von 20 Rennen

TeamsRundenKlassiertPunkte
1. Red Bull-Renault175727324
2. Ferrari167927263
3. Force India-Mercedes16772881
4. Toro Rosso-Ferrari16732615
5. McLaren-Mercedes166725283
6. Caterham-Renault1603260
7. Marussia-Cosworth**1590240
8. Williams-Renault15472558
9. Lotus-Renault153825239
10. Sauber-Ferrari153223116
11. Mercedes151822136
12. HRT-Cosworth*1350200

Mögliche Gesamtrunden: 1790

*  In Melbourne nicht am Start (107-Prozent-Regel)

** In Valencia mit nur einem Auto am Start (Ausfall Glock, krank)

Alle Kommentare (2)

  • Martin  Zbinden
    MercedesGP würde sich so was von lächerlich machen, wenn das Sauber-Team noch vor ihnen klassiert wäre. Ich will damit das Sauber-Team in keinster Weise schlecht reden, im Gegenteil. Nur im Vergleich des Budgets liegt ja Sauber weit hinter MercedesGP. Die reden seit drei Jahren vom WM-Titeln und dann kämpfen sie im Mittelfeld rum... Wenn Sauber den Schwung von Suzuka in die letzten Rennen nehmen kann und die Piloten konstant fahren, ist der 5. WM-Platz für Sauber reserviert!
    • 09.10.2012
    • 46
    • 1
  • Simon  Vonlanthen
    Ich sehe nicht ganz ein, warum Kamui umstritten sein soll. Seine Leistung war diese Saison besser als die von Massa, Grosjean, Schumacher und allen Piloten von Williams, Force India und Toro Rosso.
    • 09.10.2012
    • 70
    • 2

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Formel 1

Platz Name Land Punkte
1 Sebastian Vettel GER 132
2 Fernando Alonso ESP 96
3 Kimi Räikkönen FIN 88
4 Lewis Hamilton GBR 77
5 Mark Webber AUS 69
6 Nico Rosberg GER 57
7 Felipe Massa BRA 49
8 Paul Di Resta GBR 34
9 Romain Grosjean FRA 26
10 Jenson Button GBR 25
11 Adrian Sutil GER 17
12 Jean Eric Vergne FRA 13
13 Sergio Pérez MEX 12
14 Daniel Ricciardo AUS 7
15 Nico Hülkenberg GER 5
16 Esteban Gutierrez MEX
17 Valtteri Bottas FIN
18 Pastor Maldonado VEN
19 Jules Bianchi FRA
20 Charles Pic FRA
21 Max Chilton GBR
22 Giedo Van Der Garde NED

Formel 1