In Stuttgart läuten nicht erst seit dem Japan-Debakel die Alarmglocken. Wird Mercedes 2012 vom Privatteam Sauber lächerlich gemacht?
Vor dem GP Korea in fünf Tagen liegt Mercedes gegen die Schweizer noch mit 136:116 vorne. Auch wenn die Deutschen nach Podestplätzen 3:4 hinten sind. Aber der Sieg von Rosberg in China (25 Punkte) macht den Unterschied.
Wie viel der 5. WM-Platz wert ist, bleibt ein gut gehütetes Geheimnis von Bernie Ecclestone und den Teams. Bekannt ist nur, dass der Unterschied zwischen WM-Rang fünf und sechs rund acht Millionen Franken ausmacht. Viel Geld für Sauber. Deshalb sagte CEO Monisha Kaltenborn (41) zu BLICK: «Jetzt muss dieser fünfte Platz her!» Die Inderin ist zum Glück dem grossen Klub der Schönredner in der Formel 1 nie beigetreten. Sie spricht Klartext. Auch mit den Fahrern!
Und Sauber ist im Vorteil. Die Silberpfeile mit dem längst auf dem harten Boden der Realität angekommenen Nico Rosberg (27) und dem seit Monaten am Erfolg zweifelnden Schumi (43) kämpfen nur noch mit stumpfen Waffen.
Vor allem wenn die Reifen nicht ins Temperaturfenster passen, ist Mercedes verloren. Ein Problem, das man trotz vier Technischen Direktoren seit Saisonstart herumschleppt.
Bei Sauber ist der Gummi dieses Jahr kein Sorgenkind. Dafür steht man oft mit langsamen Ecken und dem Topspeed auf Kriegsfuss. Doch der C31 aus Hinwil ist dem W03 aus Brackley (Gb) klar überlegen. Bei Mercedes hatte man Sauber in Japan mit der schwachen Qualifikation den roten Teppich ausgelegt. Leider rutschte der dreifache Podest-Mann Sergio Pérez (22) einmal mehr aus, warf das Geschenk in Form von mindestens acht Punkten (6. Platz) weg.
Jetzt weiss man auch, warum sich Ferrari-Boss Luca di Montezemolo gegen Pérez als potenziellen Massa-Nachfolger aussprach. «Pérez ist noch zu unerfahren, macht viele Fehler und ist zu inkonstant!», sagte er.
Heroisch in Suzuka war Podest-Neuling Kamui Kobayashi (26), der sich am Ende von Button im McLaren nicht aus der Ruhe bringen liess. «So nervös waren wir am Kommandostand schon lange nicht mehr», sagte Monisha Kaltenborn, die dort oben sogar ihre Hände faltete. Am Ende lobte sie den oft kritisierten Japaner in dessen Landessprache: «Yoku Yatta» – gute Leistung.
Kaltenborn: «Ich musste doch etwas von meinen fünf Japanisch-Sätzen loswerden!»
Nach 15 von 20 Rennen
| Teams | Runden | Klassiert | Punkte |
| 1. Red Bull-Renault | 1757 | 27 | 324 |
| 2. Ferrari | 1679 | 27 | 263 |
| 3. Force India-Mercedes | 1677 | 28 | 81 |
| 4. Toro Rosso-Ferrari | 1673 | 26 | 15 |
| 5. McLaren-Mercedes | 1667 | 25 | 283 |
| 6. Caterham-Renault | 1603 | 26 | 0 |
| 7. Marussia-Cosworth** | 1590 | 24 | 0 |
| 8. Williams-Renault | 1547 | 25 | 58 |
| 9. Lotus-Renault | 1538 | 25 | 239 |
| 10. Sauber-Ferrari | 1532 | 23 | 116 |
| 11. Mercedes | 1518 | 22 | 136 |
| 12. HRT-Cosworth* | 1350 | 20 | 0 |
Mögliche Gesamtrunden: 1790
* In Melbourne nicht am Start (107-Prozent-Regel)
** In Valencia mit nur einem Auto am Start (Ausfall Glock, krank)
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