Buemi schon wieder das Start-Opfer «Jetzt gehe ich nach Lourdes!»

  • Publiziert: 19.04.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Roger Benoit aus Shanghai
play Schon nach 15 Sekunden ist Buemis Toro-Rosso nur noch Schrott. (Keystone)

Sébastien Buemi (21) sass einsam auf einer Bank im Fahrerlager von Shanghai und sagte zu BLICK: «Da kann ich doch nur noch lachen. Aber was ich bei meinem Ausfall gedacht habe, ist nicht zum Schreiben.»

In China dauerte der GP für Buemi gleich lang wie in Australien – 15 Sekunden. Dann war sein Toro-Rosso ein Schrotthaufen.

Der Sünder, Vitantonio Liuzzi (Force India), entschuldigte sich noch auf der Strecke: «Sorry Sébastien, ich habe mein Heck aus der Kontrolle verloren!»

Buemi winkte nur ab: «Was sollte ich ihm sagen? Ich hatte einen guten Start, habe sofort Alguersuari überholt, war schon Elfter, als ich plötzlich einen Schlag verspürte – und schon war vorne am Auto alles weg!»

Wie am Freitag, als sich wie von Geisterhand gelenkt, bei Tempo 300 beide Vorderräder seines Toro-Rosso in die Luft verabschiedeten. Buemi: «Dieser doch etwas seltsame Zwischenfall hat mich den ganzen Freitag gekostet. Und wenn du nur am Samstag fahren kannst, musst du mit dem 13. Startplatz zufrieden sein. Immerhin haben wir perfekt gepokert und den Toro-Rosso voll auf Regen abgestimmt. Shanghai wäre also mit einem tollen Auto auf dieser nassen Piste mein Rennen geworden.»

Ein Italiener versaute Buemi alles. «Ich glaube, ich gehe zuerst zum Papst und dann nach Lourdes. Irgendjemand muss mir ja mal Glück bringen!»

Buemi wieder das Start-Opfer

In Australien war Buemi (mit Hülkenberg) Start-Opfer von Sauber-Haudegen Kobayashi geworden. Der Japaner gehörte gestern (mit Buemi) zu den Opfern von Liuzzi.

Teamchef Franz Tost kommt zum Waadtländer und tröstet ihn: «Die Formel 1 weiss, wie gut und schnell du bist. Also mach dir keine Sorgen. Deine Rennen werden bald kommen!»

Buemi hört es gerne und sagt dann zu BLICK: «Mein Selbstvertrauen ist ungebrochen. Aber ich muss beim Start einfach weiter vorne stehen. Dort ist die Gefahr in den ersten Kurven geringer. Im Mittelfeld ist meist die Hölle los, weil da die Wahnsinnigen unterwegs sind!»

play Buemi: «Beim Start ist im Mittelfeld meist die Hölle los.» (Keystone)