Für einmal keine Boxen-Flops bei Sauber. Und schon schlagen die Hinwiler mit dem Wunderauto C31 zu. Tausende von Schweizern feiern beim Heimrennen mit.
Kobayashi Vierter, Pérez Sechster – was für ein sensationelles Resultat für Sauber. Was für eine Erleichterung nach der erneut verpatzten Qualifikation am Samstag: zwölfter Kobayashi, 17. Pérez.
«Wenn du von diesen Positionen abfahren musst und dann als einziges Team beide Autos in die Top sechs bringst, dann kann man sich vorstellen, was da noch möglich wäre», sagt Teambesitzer Peter Sauber (68) zu BLICK.
Die Hinwiler Wundertüte wäre 2012 auch für einen Sieg gut – doch dann muss man auch weiter vorne abfahren! Eins ist klar: Für dieses Auto würden viele Piloten barfuss ins Zürcher Oberland laufen!
Der General, längst auf der Zielgeraden seiner grossen PS-Karriere angelangt, bleibt auch in der Sternstunde von Hockenheim ruhig und bescheiden: «Schreib, der Sauber ist einfach nur glücklich!»
Und als um 17.30 Uhr zwei weitere WM-Punkte wegen der Vettel-Überholstrafe (5. statt 2.) dazukommen, sagt Peter Sauber trocken: «Wir nehmen sie natürlich gerne, weil es bei den Strafen schon oft uns erwischt hat!»
Und auch CEO Monisha Kaltenborn (41) verliert nach dem Traumresultat nicht den Boden unter den Füssen: «Wir sind immer noch in einer Lernphase, in der eben auch Fehler passieren. Aber man muss immer an sich glauben, dann kommt auch der Erfolg!»
Zwei Wochen nach dem peinlichen Nuller von Silverstone jetzt diese goldenen 20 Zähler. Ein Rekordtag bei der neuen Punktewertung.
Was die beiden Fahrer in Hockenheim vor 62 000 Zuschauern zeigen, kommt wieder mal aus der Kategorie Sonderklasse. Kein Fehler, kein unnötiges Risiko, aber trotzdem knallharte Attacken.
Dazu kommt auch eine tadellose Strategie. Teammanager Beat Zehnder zu BLICK: «Die Fahrer waren super. Wir hatten vom Start weg hohe Ziele. Pérez fuhr zuerst die weiche Mischung, dann hart, hart – Kobayashi startete mit dem harten Gummi, dann wieder hart und am Ende weich.»
Perfekt geplant, perfekt ausgeführt – und Force India, das mit Hülkenberg und Di Resta von den Plätzen 4 und 9 startet, wird vom Sauber-Duo in tollen Duellen besiegt.
Sauber zu BLICK: «So macht es einfach Spass. Ich habe am Boxenstand immer Kreuzlein gemacht, wenn Kamui oder Sergio wieder mal die schnellste Runde gedreht haben. Und ich machte viele Kreuzlein hinter ihre Rundenzeiten.»
Das Sauber-Team ist mit vier Lastwagen und der mobilen Riesen-Hospitality schon auf dem Weg nach Budapest. Dort gehts in sechs Tagen in die zweite WM-Halbzeit.
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