«Ich bin doch kein Selbstmörder!»

  • Publiziert: 23.09.2007, Aktualisiert: 20.01.2012
  • von roger benoit

Es war wie beim Weltuntergang. Es war der 24. Oktober 1976. Und es war der fünfte Todesstag des Schweizer Piloten Jo Siffert. Der Ort: Fuji in Japan. Niki Lauda (Ferrari, 68 Punkte) oder James Hunt (McLaren-Ford, 65 Zähler)? Das war beim WM-Finale die Frage.

Es regnete seit Stunden, die Piste am Fusse des 3776 Meter hohen Fujiama war überflutet. Lange wurde in den Teams über eine Absage diskutiert. Auch Ferrari-Rennchef Daniele Audetto (heute Teamdirektor von Super Aguri!) gab das Okay. Da sagte Lauda: «Dann musst du selber fahren!» Hunt witzelte: «Niki, spielen wir den Titel mit einer Partie Backgammon aus – oder beim Joggen um die Rennstrecke?»

Der Start. Lauda fuhr als Dritter hinter dem späteren Sieger Andretti und Hunt los. Nach der ersten Runde war er 10. – nach der zweiten Runde lag er auf Rang 21... und fuhr an die Boxen: «Ich bin doch kein Selbstmörder.» Audetto stürzte aufs Auto: «Niki, wir erzählen Enzo Ferrari einfach von Motorensorgen!» Lauda tobte: «Nein, ich lüge nicht. Egal, was die ganze Welt denkt!» Hunt wurde nach einem Plattfuss mit Rundenrückstand 3. – und mit 69:68 Punkten Weltmeister!

In vier tagen fährt die Formel 1 in Fuji. Am Sonntag um 06.30 MEZ steigt der GP Japan (TV live). Regen ist angesagt...