BLICK-Formel-1-Experte Roger Benoit liefert die aktuellsten News und Hintergründe aus der Boxengasse.
Der heisse Freitag. Weltweit werden die Transfers und Entlassungen kommentiert. Dabei fällt auf, dass bei den drei Opfern, McLaren, Sauber und Schumi, öffentlich keine dreckige Wäsche gewaschen wird. Diese Flüche spielen sich (noch) hinter den Kulissen ab. Dafür geht bei Mercedes die Schönrederei munter weiter. Vor drei Jahren sprach der Ober-Guru Zetsche vom Plan mit dem WM-Titel 2012. Jetzt soll mit dem exzentrischen McLaren-Flüchtling Lewis Hamilton in drei Jahren alles besser werden! Und dabei vergisst man, dass es Teamchef Ross Brawn nicht geschafft hat, Rosberg und Schumi ein konkurrenzfähiges Auto hinzustellen. Man stürzt 2012 im freien Fall auf den 5. oder 6. WM-Platz ab.
Niki Lauda (63), der neue grosse GP-Mann bei Mercedes, darf erstaunlicherweise seinen RTL-Job als knallharter Analytiker behalten. Ob er das Silberpfeil-Team jetzt schonender behandelt? Der Wiener hat ein Himmelfahrtskommando übernommen. Nach dem Schumi-Rauswurf fehlen jetzt mit Superstar Hamilton die Ausreden! Aber es wird 2013 sowieso krachen. Die englischen Medien warten nur darauf, dass ihr Liebling von den Deutschen benachteiligt wird. Und wenn der Brite Talent Rosberg dauernd besiegen würde, heulen bald einmal die deutschen Boulevard-Zeitungen auf. Denn die Formel 1 ist immer noch kein Teamsport geworden! Und ohne gutes Auto läuft sowieso nichts!
McLaren ist 2013 sicher schwächer als diese Saison (5 Siege)! Und der Wirbel um Hamilton wird das zerstrittene Team in den letzten sechs Rennen beide WM-Titel kosten! Red Bull und Ferrari sagen schon mal Danke! Dass die Briten jetzt Pérez schon als Weltmeister der Zukunft feiern, gehört zum Geschäft und zur Verdauung des Schocks um den Wegzug des Weltmeisters von 2008.
Schumi (43) bezahlte seinen monatelangen Poker um die Zukunft mit der Entlassung. Er war sich wohl zu sicher, dass Mercedes weiter mit ihm rechnet. Aber im Konzern waren die 20 Millionen Euro Jahresgage immer umstritten. Der nächste Schritt (Rücktritt, Mercedes-Botschafter oder Sauber) muss gut überlegt sein.
Auch bei Sauber darf man jetzt die Nerven nicht verlieren. Da sich 2013 die Regeln kaum ändern, sollte der neue C32 auch nächstes Jahr vorne dabei sein. Aber wer sitzt im Auto? Dass jetzt in der Schweiz der 2012 sieglose GP2-Siebte Fabio Leimer (23) ins Spiel gebracht wird, muss als Scherz abgetan werden! Erstens will Sauber keinen Schweizer («ausser er wäre ein Riesentalent) – und wenn, dann wäre Buemi erste Wahl. Aber ausgerechnet dessen früherer Gegenspieler Nico Hülkenberg steht kurz vor Hinwil ...
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