Wenn man ehrlich ist, so kann man sich Schumi (43) nächste Saison kaum im Cockpit vorstellen. Sauber, Ferrrari, und Williams wären die Mini-Optionen.
Die Diskussionen um die Zukunft des gefeuerten Mercedes-Fahrers aus Gland VD laufen weltweit. Die verrücktesten Szenarien geistern herum.
Nur der Hauptdarsteller schweigt noch. Wie in den letzten Monaten, als er zu seiner Zukunft immer nur den einen lapidaren Satz sagte: «Ich entscheide mich im Oktober!»
Jetzt ist dieser herbstliche Monat da – und Schumi arbeitslos! Denn es war das Silberpfeil-Team, das dem 91fachen GP-Sieger mit der Verpflichtung von Lewis Hamilton (27) gar keine Wahl mehr liess.
Die Fragen bleiben. Auch für viele seiner früheren und jetzt kritischen Rennfahrerkollegen: Wie geil ist Schumi wirklich noch aufs Fahren? Will er sich an Mercedes rächen? Träumt er von der ewigen Jugend? Jagt er weiter dem ersten Comeback-Sieg nach?
Eins ist klar: Lohnmässig müsste der siebenfache Weltmeister bei jedem Team grosse Abstriche machen. Doch private Sponsoren halten ihn im Spitzenfeld.
Aber etwas kann der jetzt mental herumirrende Schumi vergessen. Das Herauszögern seiner Entscheidung bis Weihnachen! Die Medien werden ihn jagen – auch hier in Suzuka wo er sechsmal gewonnen hat!
«Ich bin trotz den vielen neuen Nachrichten in der letzten Woche richtig heiss auf diese Strecke. Sie ist und bleibt die grösste Herausforderung für jeden Fahrer», sagt Schumi.
Sein Singapur-Foul an Vergne (Toro Rosso) wirft ihn ja am Sonntag zehn Startplätze zurück - ins hintere Feld.
Die Antworten kennt vielleicht nicht einmal Schumi: Ist der GP von Japan sein sechsletztes und 303. Formel-1-Rennen? Tritt er am 25. November 2012 zum zweiten Mamal im brasilianischen Interlagos bei Sao Paulo zurück?
Schon am 22. Oktober 2006 war er dort, nur zwölf Kilometer neben dem Grab seines früheren Gegenspielers Ayrton Senna (+ 1. Mai 1994) im Stadtteil Morumbi, zum ersten Mal zurückgetreten. Im Ferrari. Mit einem vierten Platz hinter Sieger Massa, Alonso und Button.
SUZUKA - Überall laufen jetzt Schumi-Umfragen. Das interessanteste Ergebnis kommt aus Italien - von der Sportbibel «Gazzetta dello Sport». Stolze 43 Prozent würden eine Rückkehr des Deutschen zu Ferrari begrüssen. Nach dem Mercedes-Comeback hatten ihn die meisten Italiener (trotz 72 Siegen für die Roten) als Verräter gesehen. (R.B.)
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