Peter Sauber beim GP von Singapur – der stille Start zu seinem Comeback als Teamverantwortlicher für 2010.
Auf dem zwölfstündigen Flug nach
Singapur wird sich der Mann, der in 20 Tagen 66 Jahre alt wird, viele Gedanken machen. Vor allem über die zwei Piloten, die am 14. März beim Saisonstart in Bah-rain im Hinwiler Auto (mit Ferrari-Motor) sitzen.«Wir werden das Thema Fahrer in den nächsten Wochen angehen», sagt der Zürcher diplomatisch – und lässt sich natürlich nicht in die Karten blicken. Aber die Zeit drängt. Auf dem Transfermarkt ist die Hölle los – und wenn Sauber mit seinen Investoren einen Wunschkandidaten hat, müssen sie sich beeilen.Während seiner ersten Formel-1-Zeit von 1993 bis 2005 fuhren in 215 Rennen 17 Piloten für Sauber und holten dabei 195 WM-Punkte.Bei Räikkönen, Massa und Kubica zeigte Peter Sauber, dass er ein goldenes Händchen hat. Sie verdanken ihm ihren rasanten Aufstieg. Eigentlich nur bei Larini, Fontana, Morbidelli und vielleicht bei Boullion griff der Hinwiler Chef bös daneben.Und jetzt? Wer steht zur Verfügung? Die beiden aktuellen Fahrer, Kubica und Heidfeld, haben noch keinen neuen Sitz, liebäugeln mit Teams, die kaum eine Garantie abgeben können, dass sie 2010 besser dastehen als Sauber:
Toyota,
Williams (noch ohne Motor) und Renault (noch ohne neue Führung).Also wäre es sogar denkbar, dass der Pole oder der Deutsche bei Sauber bleiben. Besser wäre natürlich ein totaler Neuanfang.BLICK nennt die möglichen Kandidaten: Heikki Kovalainen (27) ist bei McLaren-Mercedes nur ein Notnagel. Rubens Barrichello (37) muss bei Brawn-Mercedes gehen, wenn Rosberg kommt. Jarno Trulli (35) ist bei Toyota unerwünscht, aber immer noch sauschnell. Timo Glock (27) ist bei Toyota nicht mehr zufrieden, sucht Alternativen. Christian Klien (26), der Testfahrer von BMW-Sauber, ist für jeden Sitz dankbar. Sébastien Buemi (20) hat zwar einen langfristigen Vertrag mit Red Bull, aber man weiss nie, was bei Toro Rosso genau passiert. Giancarlo Fisichella (36) war einer der Lieblingsfahrer von Sauber. Nächstes Jahr ist der Römer Ersatzpilot bei
Ferrari, und die liefern ja Getriebe und Motor nach Hinwil. Bruno Senna (25), der Neffe von Ayrton, will endlich in den GP-Zirkus. Aber wie gut ist er wirklich? Vitaly Petrov (25). Der Russe wurde kürzlich Vizemeister in der heissen GP2-Serie hinter Hülkenberg (der einen Williams-Sitz bekommt).Da bis Ende Januar 2010 zweimal nur GP-Neulinge je drei Tage testen dürfen, wäre für Sauber – trotz seines goldenen Händchens – ein Pokerspiel zu riskant.