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Toro-Rosso-Teamchef: «Für mich ist Buemi auch 2010 dabei!»

Er redet immer Klartext, der Tiroler Franz Tost. Der Mann mit dem sicheren Blick für Talente spricht von der Ent­wicklung des Waadtländers Sébastien Buemi, der heute in Singapur neben Räikkönen (Ferrari) aus der 7. Reihe startet.

Von Roger Benoit aus Singapur | Aktualisiert um 00:47 | 27.09.2009
14. Startplatz
Buemi hats in Singapur in die zweite Quali-Runde geschafft. Toro-Rosso-Teamchef Tost (unten) ist zufrieden.
Lewis Hamilton fährt vor der spektakulären Kulisse von Singapur. (Keystone)
Sebastian Vettel fährt im zweiten Trainingsteil die schnellste Rundenzeit. (AP)
Auf seiner letzten Runde fährt Fernando Alonso die zweitschnellste Zeit des Tages. (Reuters)
(Reuters)
Diesmal erwischt es Mark Webber. Der Australier fabriziert viel Kleinholz. (Reuters)
Der Bolide von Webber muss geborgen werden. (Reuters)
Franz Tost, noch vier Rennen und Ihr Team liegt mit fünf Punkten abgeschlagen an letzter Stelle. In Spa und Monza hat Ihr einziger Gegner, Force India-Mercedes, gleich 13 Punkte ¬erobert. Warum?
Franz Tost:
Weil sie entwicklungsmässig einen tollen Job gemacht haben. Sie fahren auch mit dem besten Motor – und die beiden letzten Strecken waren eine reine Tempobolzerei. Davon haben sie profitiert. Zudem fährt Sutil jetzt in seiner dritten Saison. Und wer da nicht den Durchbruch schafft, der hat in diesem Business verloren.

Sie sind also über die bisherige Saison 2009 nicht enttäuscht?
Nein. Wir müssen als das wohl kleinste Team realistisch bleiben. Zudem konzentrieren wir uns jetzt vor allem auf das nächste Jahr. Deshalb fehlt hier in Singapur auch unser Technischer Direktor Giorgio Ascanelli. Er muss in Faenza das neue Auto bauen.

Also haben Sie die Saison abgeschlossen?
Nein. Ich erwarte vor allem von Sébastien Buemi noch den einen oder andern WM-Punkt.

Ist das realistisch?
Sicher. Noch nie in der Formel 1 lag das Feld so nahe zusammen. In Monza waren es in einem Training 0,9 Sekunden zwischen Platz 1 und 19. Bei dieser Dichte und Qualität kannst du von unseren zwei Neulingen nicht jedes Mal erwarten, dass sie ganz vorne reinfahren. Wenn du zum Beispiel in Monza erstmals mit 350 km/h auf die erste Schikane zufliegst, brauchst du nicht nur Mut. Da ist vor allem Erfahrung gefragt. Und die bekommst du nur mit jedem Kilometer, den du fährst.

Mit Buemi sind Sie also nach 13 Rennen zufrieden?
Klar, er hatte zuerst Bourdais in der Qualifikation im Griff. Jetzt war er am Samstag, wie hier in Singapur, immer eindeutig schneller als Jaime Alguersuari.

Was sind denn die Stärken und die Schwächen des Schweizers?
Sein wichtigster Pluspunkt ist seine ausgezeichnete Grundschnelligkeit. Zudem gefällt mir seine Einstellung zu diesem harten Beruf. Schade, dass er sich zu viel selbst unter Druck setzt und zu schnell enttäuscht ist. Auch ein Buemi muss akzeptieren, dass der Entwicklungsprozess eines Formel-1-Fahrers drei Jahre dauert.

Buemi ist seit zehn Runden ohne zählbares Resultat…
Nun, in Australien und China wurden wir auch vom Wetter mit etwas Glück in die Punkte geschwemmt. Dann kam, wie oft bei neuen Piloten, so eine Art Crash-Periode. Da werden die Hörner abgestossen, da geht es richtig zur Sache. In solchen Phasen wird der Erfahrungs-Rucksack mit positiven und negativen Erlebnissen für die Zukunft gefüllt.

Sie zeigen sehr viel Verständnis für Ihre Fahrer, auch wenn Sie nach dem Nürburgring-Rennen Bourdais entlassen haben.
Den ursprünglichen Plan mit einem erfahrenen Piloten und einem Neuling mussten wir aufgeben, weil Buemi dem Franzosen zu viel Zeit abnahm. Jetzt hat Red Bull das Toro-Rosso-Team wieder zu einer Nachwuchsschule gemacht. Und ich kann mich nur wiederholen. Wir sind weiter planmässig unterwegs – und das betrifft nicht nur die Resultate.

Bourdais hatte behauptet, Sie hätten ihn am Nürburgring per SMS entlassen.
So ein Mist. Ich habe damals mit dem Franzosen ein Vieraugen-Gespräch geführt und ihm klar gemacht, dass ich bei ihm keine Ansätze für eine Verbesserung seiner Resultate erkenne. Im zweiten Jahr hätten wir von ihm eigentlich permanent Punkte erwartet.

Und für 2010 ist kein weiterer Fahrerwechsel vorgesehen?
Nein. Sébastien Buemi und Jaime Alguersuari werden, wenn es
nach mir geht, für uns beim ersten ¬Rennen am 14. März in Bahrain am Start stehen.

Wer könnte denn noch das Veto einlegen?
Die finale Entscheidung wird wie jedes Jahr in Salzburg fallen. Vom obersten Red-Bull-Chef persönlich – von Didi Mateschitz. 

Blick.ch hat die Spuren von Sébastien Buemi gesucht. Klicken Sie sich durch die Bilder. (ZVG)
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Der Waadtländer Toro-RossoPilot Sébastien Buemi. (Reuters)
Der Waadtländer Toro-RossoPilot Sébastien Buemi. (Reuters)
Formel1-Chef Bernie Ecclestone im Zwiegespräch mit dem Teamchef von Toro Rosso: Franz Trost. (AP)
Formel1-Chef Bernie Ecclestone im Zwiegespräch mit dem Teamchef von Toro Rosso: Franz Trost. (AP)
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