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Großer Preis von Spanien, Rennen
Beginn: 13.05.2012 14:00 Uhr

Williams-Mitarbeiter rennen um ihr Leben wegen brennendem Benzin-Fass Feuer-Drama nach Maldonados Sensations-Sieg

Super-Auftritt beim GP Barcelona von Kobayashi auf dem fünften Platz. Doch ganz vorne strahlt sensationell Sieger Maldonado und Williams, das Sauber in der WM überflügelt. Zum 17. Mal im 22. Rennen gewinnt in Barcelona der Pole-Mann. Dann gibts bei Williams ein Feuer-Drama!

  • Publiziert: 13.05.2012, Aktualisiert: 14.05.2012
  • Von Rober Benoit aus Barcelona

Noch nie stand er auf dem Podest, bisher hat Pastor Maldonado erst total fünf Punkte geholt – und jetzt gewinnt er den GP Barcelona! In seinem 24. Rennen schlägt der 27-jährige Venezolaner zu und schreibt das nächste Kapitel in der verrückten Formel-1-Saison 2012. Maldonado ist der fünfte GP-Sieger im fünften Rennen. Zuvor siegten Button (McLaren), Alonso (Ferrari), Rosberg (Mercedes) und Vettel (Red Bull).

Besonders für seinen Arbeitgeber Williams sorgt Maldonado für ein historisches Ergebnis. Zuletzt feierte der britische Traditionsrennstall, der nun 114 Siege totalisiert, 2004 in Brasilien, als Juan Pablo Montoya das Rennen gewann.

Feuer-Drama nach dem Rennen

Riesige Aufregung nach dem Rennen: Während sich die Williams-Crew für das Siegerfoto aufstellt, kommt es zu einem Feuerdrama. In der Box beginnt ein Benzin-Fass zu brennen! Die Mitarbeiter rennen um ihr Leben, kümmern sich in letzter Minute um Teamchef Frank Williams, der mit dem Rollstuhl herausgeschoben werden muss!

Dann explodiert die Tankanlage! Das ganze Paddock muss geräumt werden, die Leute flüchten vor den giftigen Dämpfen und dem beissenden Rauch. Einige der Williams-Crew, die gerade den Maldonado-Sieg feiern, werden verletzt. Insgesamt kommen 31 Personen zu Schaden. Sieben von ihnen befinden sich wegen Verbrennungen und Rauchvergiftungen noch im Spital. Die Ambulanz und die Feuerwehr sind bei Williams vor Ort.

Fahrerberater Alex Wurz zu Blick.ch: «Drei Meter hinter mir sah ich plötzlich Feuer und schlug Alarm.» So geht die traurige Siegesfeier bei Williams doch noch glimpflich aus. Der Material-Schaden ist jedoch riesig. Alles ist komplett verrusst.

Zum Rennen: Maldonado bleibt bei seinem ersten Start von der Poleposition cool. Zwar muss er Fernando Alonso im Ferrari zunächst den Vortritt lassen, lässt danach aber nicht locker und überholt den Spanier an der Box wieder, der Ferrari auf Rang zwei auferstehen lässt. Dahinter folgen die beiden Lotus mit Kimi Räikkönen und Romain Grosjean.

Und direkt hinter den ersten vier jubelt bereits Sauber! Kamui Kobayashi zeigt lange ein diskretes, aber äusserst starkes Rennen. Dann sorgt der Japaner doch noch für die Highlight-Show, als er Jenson Button und dessen McLaren in der 34. Runde überrascht und locker ausbremst!

Danach macht Kobayashi Jagd auf Nico Rosberg im Mercedes. Und auch den Deutschen schnappt sich der 25-Jährige im Sauber fünf Runden vor Schluss mit einem starken Überholmanöver auf der Bremse. Rang fünf und zehn Punkte für Kobayashi. Trotzdem: Mit dem Sieg von Maldonado zieht Williams in der Team-WM aber an Sauber vorbei und liegt neu auf Rang sechs.

Denn neben Kobayashi geht der grosse Pechvogel Sergio Pérez leer aus. Der Mexikaner kollidiert nach dem Start mit Romain Grosjean im Lotus und zerstört sich dabei seinen linken Hinterreifen. Pérez muss an die Box und neuen Gummi holen, kommt als Letzter zurück.

Bei seinem einsamen Rennen ist er zwar teilweise höllisch schnell unterwegs. Doch nach einem weiteren Stopp patzt die Sauber-Crew. Kurze Zeit später muss Pérez seinen Boliden parkieren und aufgeben.

Hamilton sorgt für Show

Die grosse Show kommt aber von Lewis Hamilton. Der Pole-Setter musste vom letzten Startplatz ins Rennen, weil er nach dem Qualifying zu wenig Sprit im Tank hatte. Aber wie zu erwarten war, pflügt der Brite durch das Feld.

Hamilton überholt an allen möglichen und auch unmöglichen Stellen. Selbst ein im Weg liegender Schlagbohrer, der seinen McLaren nach einem Boxenstopp zum Abheben bringt, kann ihn nicht aufhalten. Hamiltons Aufholjagd endet erst auf Rang acht – womit er 16. Plätze gutgemacht hat!

Doppelweltmeister Sebastian Vettel kann nicht um den Sieg mitreden. Nach einer sowieso diskreten Leistung kassiert er (gemeinsam mit Felipe Massa) noch eine Durchfahrtsstrafe, weil er bei Gelber Flagge nicht langsamer wird. Vettel kommt auf den 6. Schlussrang. Massa wird 15.

Noch schlimmer erwischt es Michael Schumacher, der leer ausgeht. Schumi knallt Bruno Senna, Williams-Teamkollege von Maldonado, in der 14. Runde voll hinten ins Heck.

GP Barcelona

1. Maldonado (Ven), Williams-Renault, 1:39:09,145 (185,837 km/h).

2. Alonso (Sp), Ferrari, 3,195 Sekunden zurück.

3. Räikkönen (Fi), Lotus-Renault, 3,884.

4. Grosjean (Sz/Fr), Lotus-Renault, 14,799.

5. Kobayashi (Jap), Sauber-Ferrari, 1:04,641.

6. Vettel (De), Red Bull-Renault, 1:07,576.

7. Rosberg (De), Mercedes, 1:17,919.

8. Hamilton (Gb), McLaren-Mercedes, 1:18,140.

9. Button (Gb), McLaren-Mercedes, 1:25,246.

10. eine Runde zurück: Hülkenberg (De), Force India-Mercedes.

11. Webber (Au), Red Bull-Renault.

12. Vergne (Fr), Toro Rosso-Ferrari.

13. Ricciardo (Au), Toro Rosso-Ferrari.

14. Di Resta (Gb), Force India-Mercedes.

15. Massa (Br), Ferrari.

16. Kovalainen (Fi), Caterham-Renault.

17. Petrow (Russ), Caterham-Renault.

18. zwei Runden zurück: Glock (De), Marussia-Cosworth.

19. drei Runden zurück: De la Rosa (Sp), HRT-Cosworth.

24 Fahrer gestartet, 19 klassiert und am Ziel.

Schnellste Runde: Grosjean (53.) mit 1:26,250 (194,295 km/h).

Ausfälle: Schumacher (13. Runde/9. Platz): Kollision mit Senna. Senna (13./8.): Kollision mit Schumacher. Karthikeyan (23./21.): technischer Defekt. Pic (36./20.): Antrieb. Pérez (38./16.): Antriebsstrang.

Formel 1

Platz Name Land Punkte
1 Sebastian Vettel GER 89
2 Kimi Räikkönen FIN 85
3 Fernando Alonso ESP 72
4 Lewis Hamilton GBR 50
5 Felipe Massa BRA 45
6 Mark Webber AUS 42
7 Romain Grosjean FRA 26
8 Paul Di Resta GBR 26
9 Nico Rosberg GER 22
10 Jenson Button GBR 17
11 Sergio Pérez MEX 12
12 Daniel Ricciardo AUS 7
13 Adrian Sutil GER 6
14 Nico Hülkenberg GER 5
15 Jean Eric Vergne FRA 1
16 Valtteri Bottas FIN
17 Esteban Gutierrez MEX
18 Jules Bianchi FRA
19 Charles Pic FRA
20 Pastor Maldonado VEN
21 Giedo Van Der Garde NED
22 Max Chilton GBR