Die Einschätzung der einzelnen Teams von Roger Benoit nach Silverstone und vor dem GP Nürburgring (12. Juli).
1. Red Bull-Renault
Vorrang 2. Der Leidensweg von Dosen-Kaiser Dietrich Mateschitz ist vorbei: Sein Team ist jetzt Weltklasse. Und wer Vettel im Cockpit hat, der darf sich sogar mal bei der Wagenentwicklung eine Schnaufpause gönnen. Webber erlebt den dritten Frühling – aber er kommt, wenn es um den Sieg geht, nicht am neuen Schumi vorbei. Und das frustriert.
2. Brawn-Mercedes
Vorrang 1. Silverstone war der erste Durchhänger dieser Saison – und trotzdem gab es noch 9 Punkte (einen mehr als BMW-Sauber dieses Jahr holte). Der WMLeader Button (6.) beginnt für den Titel schon so wie früher Lauda, Fittipaldi oder Prost zu rechnen: Jedes Pünktchen zählt. Trotz nur 23 Zählern Rückstand ist Barrichello keine Gefahr.
3. Toyota
Vorrang 4. Die Japaner aus Köln kommen in ihrer achten Saison (bisher 130 Rennen ohne Sieg) am Jahresende vielleicht erstmals auf das WM-Podest. 2005 hatte es zu Schlussrang 4 gereicht. Mit Trulli und Glock hat der weltgrösste Autobauer zwei zuverlässige Fahrer, die kaum Dummheiten machen. Aber technisch verdient Toyota keine Bestnoten.
4. Ferrari
Vorrang 3. Schauen wir mal auf die rote Punktebilanz 2009: 0, 0, 0, 3, 3, 11, 3, 6. So kann man natürlich keine Blumentöpfe gewinnen. Jetzt fehlen die Topleute wie einst Todt und Brawn an der Ferrari-Spitze. Räikkönen und Massa trifft am Debakel keine Schuld. Sie geben alles und verlieren ihren Ruf. Nur Ferrari fährt noch KERS, was nur beim Start was bringt.
5. Williams-Toyota
Vorrang 5. Der englische FOTA-Verräter pickt sich mit Rosberg weiter mühsam seine Brosamen zusammen. Aber das reicht, um einst grosse Gegner lächerlich zu machen. Aber Williams ist auch peinlich: Die oft tollen Resultate der Trainings können in den Rennen nie bestätigt werden. Und der unberechenbare Nakajima ist sogar WM-Letzter!
6. Renault
Vorrang 7. Wer nur auf den Rängen 12 (Piquet) und 14 (Alonso) ins Ziel kommt, ist normalerweise mit einem 6. BLICK-Rang viel zu gut bedient. Aber die Gegner vom heimlichen FOTADirigenten Flavio Briatore, der das Renault-Team vielleicht kaufen will, sind noch schlechter. In Spanien lässt man kein gutes Haar mehr am Team: armer Fernando!
7. Force India-Mercedes
Vorrang 10. Was für ein Sprung nach vorne für das Dauer-Schlusslicht. Doch mit dem neuen Aero-Paket hat das indische Team fast ein Wunder geschaffen. Ja, Fisichella und auch Sutil grüssen jetzt vom Freitag bis Sonntag kaum mehr von ganz hinten. Der erste WMPunkt nach bisher 26 erfolglosen Anläufen könnte bald Tatsache werden. Hut ab.
8. BMW-Sauber
Vorrang 6. Wer nach acht Rennen nur vier Top-Ten-Klassierungen und acht Punkte aufweisen kann, der ist entwicklungsmässig im Elend. Da hilft auch keine Schönrederei, da muss für die nahe Zukunft auch nicht über neue Fahrer diskutiert werden. Denn Kubica und Heidfeld sind mit einer Kiste unterwegs, die auch ohne KERS zu langsam ist.
9. Toro Rosso-Ferrari
Vorrang 8. Das fehlende Geld im B-Team von Red Bull verhindert, den gnadenlosen Entwicklungs-Kampf mitzumachen. Buemi und auch Bourdais müssen im hintersten Teil des Feldes kleine Brötchen backen. Ab Ungarn (26. Juli) soll es vor allem mit dem Doppeldiffusor wieder ins Mittelfeld gehen. Diese Hoffnung soll das Duo auf dem Nürburgring motivieren.
10. McLaren-Mercedes
Vorrang 9. Das Team von Weltmeister Hamilton ist bei WM-Halbzeit mit den Nerven und dem Latein am Ende. Für Hauptaktionär Mercedes wird es vor dem Heimrennen immer peinlicher, weil ja Brawn mit den 750 PS aus Stuttgart 2009 schon sechsmal siegte. Auch Kovalainen kann mit dem Aerodynamik-Schrott von McLaren nichts anfangen.