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Kurz nach 12 Uhr konnte man am Mittwoch bei Sauber am zweiten Testtag endlich etwas aufatmen: Sergio Pérez (22) zauberte mit 1:23,062 eine vernünftige Zeit mit weichen Reifen auf die 4,6 km lange Piste. Nur 0,006 Sekunden hinter Weltmeister Vettel im Red Bull-Renault. Dieser war später mit dem weichen Gummi aber mit 1:22,891 natürlich schneller.
Um 12.25 Uhr gingen dann Nico Hülkenberg (Force India) und Pérez erstmals mit den superweichen Pirelli-Reifen raus - und bei dieser Showeinlage purzelten die bisherigen Bestzeiten. Der Deutsche im indischen Auto war mit 1:22,608 dabei um lumpige 0,040 Sekunden schneller als der Mexikaner aus Hinwil. Hülkenberg sauer zu Blick.ch: «Rosberg hat mich aufgehalten!»
Ist das nach unzähligen Problemen in Jerez und hier in Barcelona vielleicht die Wende? Sauber braucht 2012 endlich schnellere Rundenzeiten in den Qualifikationen. Hat man jetzt eine Lösung für dieses jahrelange Problem gefunden? Noch sollte nicht zu stark gejubelt werden...
Pérez, der in Mexiko bereits als der neue Ferrari-Pilot 2013 (für Massa) gefeiert wird, muss ab Donnerstag das Cockpit an den Japaner Kamui Kobayashi (25) abtreten. Dieser trainierte die letzten Tage in den Tiroler bergen mit seinem Fitness-Guru Josef Leberer, der einst Ayrton Senna sechs Jahre lang betreut hatte!
Wenn der C31 mal richtig läuft, dann ist Kobayashi für das Team Gold wert, sonst hat er (noch) zu oft mentale Probleme. Sein Formstand hängt also immer mit der Leistung des Autos zusammen.
Bei den andern Teams ist eine Bilanz schnell gezogen: Red Bull und McLaren werden auch 2012 stark sein, hinter Ferrari hängt noch ein aerodynamisches Fragezeichen. Weiter einen tollen Eindruck hinterlassen Force India-Mercedes und Toro Rosso-Ferrari.
Sauber ist also gewarnt. Bei Mercedes läuft momentan alles nach Plan - ob es aber den geplanten Sprung nach vorne gibt. Die Fans von Schumi und Rosberg werden die Antwort erst beim WM-Start in Melbourne am 18. März kennen.
Williams-Renault (2011 nur 5 Punkte) kommt weiter nicht vom Fleck, muss aufpassen, dass Caterham-Renault nicht zur Gefahr wird. Am schlimmsten erwischt hat es ausgerechnet das neue Lotus-Team von Fan-Liebling Kimi Räikkönen (32).
Der Franzose Romain Grosjean (in Genf geboren) bemerkte am Dienstag schon nach wenigen Runden, dass am Auto was nicht stimmt. In Jerez hatte man mit dem Chassis 01 noch geglänzt, doch das Chassis 02 bekam plötzliche Risse bei der Befestigung der Aufhängung. Andere glauben, dass der Bolzen zwischen Chassis und Motor defekt war.
Eigentlich egal, der Schaden war so gross, dass das Team für den restlichen Test Forfait gab und ins Werk nach Enstone in England reiste. Für den zweiten Barcelona-Test vom 1. bis 4. März sollen Kimi und Romain wieder fahren können.
Nach der Zeitanjagd am Morgen nimmt sich Sauber am Nachmittag zurück. Es gibt Probleme mit dem Auspuff, der C31-Bolide klingt fast wie ein Traktor.
Nur einzelne Fahrer verbessern ihre Zeit. Fernando Alonso will nach einem langen Distanz-Versuch schliesslich auf superweichen Reifen noch nach vorne preschen, schafft es im Ferrari aber nur auf Platz vier. Alonso: «Wir sind wahrlich noch nicht dort, wo wir hinwollen.»
1. Nico Hülkenberg (D), Force India, 1:22,608
2. Sergio Pérez (MEX), Sauber, 1:22,64
3. Sebastian Vettel (D),Red Bull, 1:22,891
4. Fernando Alonso (SP), Ferrari, 1:23,180
5. Daniel Ricciardo (AUS), Toro Rosso, 1:23,639
6. Lewis Hamilton (GB), McLaren, 1:23,806
7. Nico Rosberg (D), Mercedes, 1:24,555
8. Valtteri Bottas (FIN), Williams, 1:25.738
9. Witali Petrow (R), Caterham, 1:26,605
10. Charles Pic (F), Marussia, 1:27.343
Pole-Zeit 2011 in Barcelona: Webber (Red Bull) 1:20,951
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