Ferraris Idee «nicht durchdacht»

In der Formel 1 wächst der Widerstand gegen die Pläne von Ferrari für den Einsatz eines dritten Autos in der kommenden GP- Saison.

  • Publiziert: 09.09.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
play Der Formel-1-Rennstall um Kimi Räikkönen will mit drei Bolliden an den Start. (AP)

«Diese Idee ist nicht durchdacht», sagt Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug. Ferrari will, dass zumindest die Hersteller-Teams 2010 mit drei Boliden an den Start gehen dürfen.

«Vielleicht hat Ferrari einfach zu viele Fahrer»

Williams-Teamchef Frank Williams bezeichnet den Vorstoss als «ungesund» für die Königsklasse. Haug meint weiter: «Vielleicht hat Ferrari daran auch vor allem deshalb Interesse, weil sie derzeit so viele Fahrer unter Vertrag haben.»

Ferrari will das dritte Cockpit für einen weiteren Comeback-Versuch von Rekordweltmeister Michael Schumacher freihalten. Die Stammpiloten Kimi Räikkönen und Felipe Massa haben ohnehin noch gültige Verträge bis Ende 2010.

Zudem hat man bei den «Roten» kürzlich Giancarlo Fisichella für den verletzten Massa verpflichtet. Fisichella wird die letzten fünf Saisonrennen bestreiten.

Auch ein Wechsel des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso von Renault zu Ferrari soll angeblich bevorstehen.

«Vordere Startreihen wären alle durch Elite-Teams besetzt»

«Aus unserer Sicht ist es zum Wohle der Formel 1, wenn die grössten Teams drei Autos einsetzen», so Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali, «denn die grossen Marken mit den bekannten Fahrern bestimmen den Wert der Formel 1.»

Kritiker Williams hingegen befürchtet in diesem Fall eine verstärkte Dominanz der besten Rennställe. «Die zwei oder drei Elite-Teams mit enormen Ressourcen und fast unschlagbaren Autos könnten dann die ersten viereinhalb Startreihen besetzen. Als Nummer fünf der Hackordnung hätte man dann keine Chance mehr, vorne dabei zu sein», sagt Sir Frank Williams. (Si/mpe) (SDA)