Ferrari: Schon wieder Spionage?

  • Publiziert: 14.04.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Roger Benoit
play Der «neue» Trick: Ferrari tauchte gestern mit 2 Löchern als Luftentweicher in der Cockpit-Nase auf, die jemand schon verraten hatte!

Ärger in der Formel 1 um 3 Löcher – dafür grosse Freude von drei BLICK-Gewinnern!

Ferrari, 2008 klar auf Titelkurs, überraschte am ersten Testtag von Barcelona die meisten Teams mit zwei grossen Löchern am oberen Ende der Cockpit-Nase! Durch diese soll die Luft entweichen, die durch ein geheimnisvolles Loch unterhalb der Nase mehr Abtrieb erzeugen soll. Erstmals, so die Experten, wird jetzt versucht, eine bessere Bodenhaftung durch den neuen Aerodynamik-Trick zu erreichen. Bisher wurde mehr Abtrieb über die Flügel angestrebt.

Die Löcher dürften noch für Aufregung sorgen. Denn sie waren eine der über 20 Lösungen, die der Windkanal bei Ferrari ausspukte. Doch bereits wenige Tage danach tauchten einige Zeichnungen davon im Italo-Magazin «autosprint» auf.

Und Technikdirektor Aldo Costa war entsetzt: «Von diesem System haben ganz wenige gewusst.» Und bereits werden Erinnerungen an den «Spionagefall Stepney» wach. Genau vor einem Jahr hatte der frühere Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney (49) fast 800 Seiten geheimer Papiere aus Maranello an Erzrivale McLaren-Mercedes überreicht. Der dortige Empfänger, Chefdesigner Mike Coughlan (49) reichte die heisse Ware bis an die obersten Chefs weiter. Ron Dennis (61) bezahlte dafür mit einer 100-Millionen-Dollar-Busse und dem totalen Punktabzug 2007 für die Silberpfeile. Der jetzt umstrittene FIA-Boss Max Mosley (68) und sein Weltrat hatten zugeschlagen.

Muss mit einem neuen Spionagefall gerechnet werden oder hat einfach ein Mitarbeiter, wie dies schon öfters geschah, mit Medienleuten eben etwas lockerer geplaudert? Nun, es laufen schon interne Untersuchungen.

Kein Geheimnis ist, dass Alinghi-Besitzer Ernesto Bertarelli mit Ferrari über eine mögliche Zusammenarbeit im High-Tech-Bereich flirtet: «Ich habe viele Freunde bei Ferrari und Fiat. Im America’s-Cup werden die Boote jetzt nach neuen Regeln gebaut. Dies wäre sicher eine tolle Aufgabe für Formel-1-Ingenieure!»

Dank den Slicks, die Bridgestone bereits für 2009 testen liess (und den neuen Nasen-Löchern?), fuhr Ferrari-Star Massa gestern am Ende den zwei prominentesten Formel-1-Testpiloten um Welten davon: Alexander Wurz (Honda) und Pedro de la Rosa (McLaren-Mercedes). Die beiden Freunde sind übrigens beide dreifache Väter. Wurz (34) hat drei Söhne: Felix, Charlie und Oscar. De la Rosa (37) hat drei Töchter: Georgina, Olivia und Luna (die am 25. März in der Zürcher Hirslanden-Klinik zur Welt kam).

Formel-1-Tests

Barcelona, 1. Tag (wolkig/Schauer, 19 Grad)
1. Massa (Ferrari) 1:18,339
2. Wurz (Honda) 1:21,059
3. De la Rosa (McLaren-Merc.) 1:21,566
4. Heidfeld (BMW-Sauber) 1:21,679
5. Piquet jr. (Renault) 1:21,931
6. Coulthard (Red Bull-Renault) 1:22,193
7. Nakajima (Williams-Toyota) 1:22,431
8. Glock (Toyota) 1:22,590
9. Liuzzi (Force India-Ferrari) 1:22,846

Rekord:
Massa (Ferrari) 1:18,339

Die nächsten GP:
27. April: GP Spanien in Barcelona
11. Mai: GP Türkei in Istanbul
25. Mai: GP Monaco in Monte Carlo

F1-Wettbewerb

Die drei Gewinner des Formel-1-Wettbewerbes im «BLICK-Extra» stehen fest. Lösungswort: Motor. BLICK-Sport-Chefsekretärin Erica Weiss spielte jetzt die Glücksfee. Total hatten über 10000 Leute teilgenommen (mit Karten und am Telefon).

1. Preis: SEAT Leon (41 900 Fr.).
Sabine Allemann, 3113 Rubigen

2. Preis: Grundig TV (3998 Fr.)
Egon Mahler, 6010 Kriens

3. Preis: Jahresabo Teleclub:
Dieter Meier, 6343 Rotkreuz.
play Glücksgöttin Erica: Am Ende lächelte das Auto-Glück in den Kanton Bern... (Sven Thomann)