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Als ich vor gut vier Jahren die Entscheidung traf, das Team an BMW zu verkaufen, war das für mich eine riesige Erleichterung. Ich war sicher, dass ich eine langfristige Lösung für den Rennstall und den Standort Hinwil gefunden hatte. Für mich begann 2006 ein neuer Lebensabschnitt, den ich genossen habe – bis zum 29. Juli 2009, dem Tag, als BMW den Ausstieg aus der Formel 1 bekannt gab.
Der Entscheid kam für mich genauso überraschend wie für alle andern im Team. Der Tag war für mich der Beginn einer emotionalen Achterbahn. Nachdem ich den ersten Schock verdaut hatte, habe ich innerhalb von wenigen Tagen versucht, mit BMW eine Lösung zu finden, um das Team zu übernehmen und das Concorde Agreement zu unterschreiben. Das wäre deshalb wichtig gewesen, weil dieser Vertrag die Zahlung von TV-Geldern in Millionenhöhe garantiert hätte. Leider haben wir in der Kürze der Zeit keine Lösung gefunden.
Ab diesem Moment war die Ausgangslage noch schwieriger als zuvor. Ohne Garantie auf einen Startplatz mussten wir gleichzeitig einen Käufer finden und Gespräche mit potenziellen Sponsoren führen. Nicht ganz einfach, denn die möglichen Sponsoren wollten wissen, wer denn nun Besitzer sein würde, die möglichen Käufer interessierten sich dafür, wer die Sponsoren sind. Und die Zeit drängte gewaltig. Denn die Deadline der FIA rückte immer näher.
Es kam die Phase, in der sich potenzielle Investoren meldeten, teilweise in Hinwil, teilweise in München. An Interessenten fehlte es nicht, allerdings waren nicht alle seriös. Ab diesem Zeitpunkt spielte BMW die entscheidende Rolle. Die zwei eigens für dieses Projekt gestellten Manager prüften die Angebote und führten auch die Verkaufsverhandlungen. Das war sehr anspruchsvoll, weil die Aufgabe komplex, der Zeitdruck gross war.
Doch sie haben hervorragende Arbeit geleistet und konnten das Geschäft erfolgreich zum Abschluss bringen. Dass die Bekanntgabe nur wenige Stunden nach der FIA-Ankündigung über das 13. und 14. Team erfolgte, war reiner Zufall. Tatsache ist, dass der Vertrag mit Qadbak Investments Ltd. erst am Dienstag, 15. September, um die Mittagszeit unterschrieben wurde.
Zeit zur Erholung gab es danach nicht, denn Minuten nach der Bekanntgabe erhielten wir die ersten Medienanfragen. Das setzte sich den ganzen Nachmittag fort. Erst gegen Abend liess die Hektik nach, und erst dann realisierte ich, wie erschöpft ich war.
Die gut sieben Wochen seit BMW seinen Ausstieg aus der Formel 1 bekanntgegeben hat, waren für mich nicht nur ein Wechselbad der Gefühle, sondern auch physisch und psychisch eine echte Herausforderung. Der Druck, in sehr kurzer Zeit zu einem Abschluss kommen zu müssen, war enorm.
Jetzt, mit dem Abstand von ein paar Tagen, bin ich sehr erleichtert, dass wir eine Lösung gefunden haben, die den Standort Hinwil sichert. Doch wir sind noch lange nicht am Ziel, denn jetzt geht es in hohem Rhythmus weiter. Wir werden nun mit dem neuen Besitzer Gespräche aufnehmen und die vielen offenen Fragen – ausser dem Getriebe und Motor von Ferrari diskutieren. Damit beginnen wir bereits in dieser Woche.