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Das grösste Riesenrad der Welt thront hier mit 165 Metern Höhe und einem Durchmesser von 155 Metern direkt hinter den Formel-1-Boxen.
48 Minuten dauert eine Fahrt in einer der 28 Gondeln – mit knapp 25 Franken ist man beim Zeitlupenrennen dabei.
Die meisten Fahrer träumen in diesen Tagen in Singapur aber von einem andern Höhenflug – vom ersten echten Nachtsieg auf der 5,067 km langen Strecke am Hafen.
Rund ein Dutzend Leute wussten schon vor einem Jahr, dass der Alonso-Erfolg bei der Nachtpremiere nach 60 Formel-1-Jahren getürkt war!
Alonso streitet weiterhin ab
Der Spanier streitet jedoch weiter ab, dass er in die Crash-Idee (die eine Safety-Car-Phase auslösen sollte und es auch tat) eingeweiht war. Im Zirkus glaubt ihm fast keiner. Denn wer von Position 15 startet, der hat nicht den leichtesten Tankinhalt und kommt als Erster nach 11 Runden an die Boxen.
Das hätte dem ahnungslosen Alonso spanisch vorkommen sollen. Und dass zwei Runden später – dem Himmel sei Dank – ein Unfall seines Teamkollegen Piquet das herbeigesehnte Safety Car auf die Erde schickte, wäre in der Kirche zehn Vaterunser wert.
Nun, für den Betrug des Jahrzehnts wurde Teamchef Flavio Briatore in die Hölle geschickt, Technikchef Pat Symonds muss fünf Jahre lang allen FIA-Veranstaltungen fernbleiben.
Nur Renault (und Alonso) kamen mit einer lächerlichen Bewährungsstrafe davon. Die FIA hatte wohl Angst, dass nach Honda und BMW noch ein grosses Werk dem faulen Formel-1-Zauber ade sagt.
«Dieser Sieg gehört eigentlich mir», sagte jetzt der damalige Zweite Nico Rosberg (Williams-Toyota) – und vergass, dass alle Resultate vier Wochen nach dem WM-Ende endgültig sind. Wenn kein Protest läuft. Und die FIA schenkte damals einem klaren Hinweis aus dem Piquet-Umfeld auf Betrug keine Bedeutung!
Ferrari-Clowns machen Alonso-Sieg erst möglich
Dass Alonso aber 2008 hier «siegen» konnte, lag an den Ferrari-Clowns in den Boxen. Sie hatten mit einer elektronischen Grünampel herumgespielt (es lebe jetzt wieder der Lollipop). Und prompt raste der bis dahin souveräne Leader Felipe Massa zu früh los. Mit dem ganzen Tankschlauch im Schlepptau.
Am Ende der Boxengasse hielt er an, wartete, bis der Defekt behoben war – und bekam noch eine Durchfahrtsstrafe.
Massa wurde nur 13. – Hamilton, der die WM mit 98:97 Punkten gewann, hatte in Singapur als Dritter 6 Zähler erobert. Alles klar?
Massa reisst den Tankschlauch mit, weil die Ferrari-Crew zu früh auf Grün geschaltet hat.- AP