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Der Kampf gegen den Zeitunterschied von sechs Stunden zu Europa ist diesmal also doppelt schwierig. Und die 5,067 Kilometer lange Strassenpiste, die BLICK gestern bei bewölkten 34 Grad in 59 Minuten bewältigte, hat es in sich. Trotz der Breite von meist 15 Metern.
Doch eine Links-Rechts-Links-Schikane innerhalb von 30 Metern, 21 andere scharfe Ecken und zwei enge Brücken – für die neue Dreierbande kein Spaziergang. Und ein Crash ist sowieso verboten.
Denn für Lewis Hamilton (78 Punkte, McLaren-Mercedes), Felipe Massa (77, Ferrari) und Robert Kubica (64, BMW-Sauber) steht vier Rennen vor Schluss die WM auf dem Spiel.
Hamilton (1,75:1-Titelfavorit) kam mit der Rekurs-Pleite vom FIA-Termin in Paris nach Asien und sagte: «Ich bin nicht niedergeschlagen, aber enttäuscht.»
Denn während des Gerichtstermins flippte der Brite fast aus und legte sich mit dem Tessiner Ferrari-Staranwalt Dr. Henry Peter an: «Sind Sie ein Rennfahrer? Nein! Ich bin ein Rennfahrer, seit ich acht Jahre alt bin. Und ich kenne jedes Manöver, das man in einem Auto machen kann. Und das ist der Grund, warum ich der Beste bin!»
Lassen wir das mal so stehen und fügen nur hinzu, dass Hamilton im Titelkampf (wie neben der Strecke) kaum noch Kollegen unter den Fahrern hat.
Ganz im Gegenteil zum stets ruhigen Felipe Massa (2,1:1-Favorit). Der Brasilianer wittert die Chance seines Lebens, hat dafür sogar extra auf einer nassen Piste Überstunden gemacht, weil er in Silverstone so versagt hatte. Und in Singapur wird es am Sonntagabend mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent regnen. «Meine wichtigste Kraft kommt aber immer von der Familie.» Frau, Eltern und Bruder – alle sind hier.
Robert Kubica (ohne Quote!) muss in der taghellen Dunkelheit unbedingt seine Emotionen in den Griff bekommen, wenn er seine kleine Chance noch nützen will. Er muss dem Team vertrauen und keine Gespenster sehen. Und BMW-Sauber hat in Hinwil das Auto für Singapur nochmals modifiziert. «Eine grosse Änderung für das Finale», wie Technikdirektor Willy Rampf sagt. Und Kubica kann es doch egal sein, wer 2009 neben ihm fährt: Rosberg, Heidfeld, Alonso oder Vettel...