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7 Fahrer stehen auf Ferraris Gehaltsliste: Der rote 100-Millionen-Wahnsinn

Von Roger Benoit | Aktualisiert um 08:14 | 29.09.2009
Edelreservist ­Fisichella ist ein ­Pilot von vielen bei Ferrari. (Reuters)
Fernando Alonso fährt 2010 für Ferrari. (Reuters)
Der schwer gestürzte Felipe Massa wird zu Ferrari zurückkehren. (Reuters)
Der Finne Kimi Räikkönen muss Massa weichen und kehrt zu McLaren zurück. (AP)
Noch zwei Tage, dann legt Ferrari endlich die Karten auf den Tisch, muss – wie die andern Beteiligten – nicht mehr schamlos lügen. Der Spanier Fernando Alonso (28) wird ab 2010 für drei Jahre bei seinem Lieblingsteam fahren. Wie sagte doch schon der legendäre Ayrton Senna: «Nur wer einmal für Ferrari gefahren ist, der hat in der Formel 1 alle Ziel erreicht!» Am 1. Mai 1994 stoppte der Tod die Verhandlungen mit den Italienern.

Ferrari (210 Siege in 790 Rennen) lässt sich den Kauf des für viele Experten besten aktuellen Piloten einiges kosten. Dank dem neuen Super-Sponsor Santander (spanische Bank) und dem jährlichen Zuschuss von Philip Morris (Marlboro) von rund 100 Millionen Franken kann sich Ferrari locker den Rauswurf von Kimi Räikkönen (trotz Vertrag für 2010) leisten. Die Rechnung ist schnell gemacht: Räikkönen (der zu McLaren-Mercedes zurückkehrt) bekommt 35 Mio. Franken Abfindung. Alonso wird mit 40 Mio. Franken vergoldet. Felipe Massa, auf dem Weg zur totalen Besserung (so hofft wenigstens Ferrari), kassiert als Vizeweltmeister 2008 nicht mehr als 15 Millionen Franken. Da wären aber auch noch der für drei Saisons engagierte Edelreservist Giancarlo Fisichella und der Comeback-süchtige Botschafter-König Michael Schumacher. Jährlich schlagen die beiden mit total 10 Mio. Franken aufs Budget. Dazu werden die beiden Testfahrer Luca Badoer und Marc Gené aus der roten Portokasse bezahlt.

Die Formel 1 will und muss sparen – aber bei Ferrari ticken die Uhren weiter anders. Wie die Roten (und auch Toyota sowie McLaren-Mercedes) ihren Personalbestand bis Ende 2010 auf 350 Leute reduzieren, bleibt ein Rätsel. Beim neuen Team-Weltmeister Brawn müssen dagegen (wie beim neuen Sauber-Team) in den nächsten Monaten nicht massenweise Mitarbeiter entlassen werden.

Die Fahrer-Titelrechnung bei Brawn ist einfach: WM-Leader Jenson Button genügt in Japan, Brasilien und Abu Dhabi drei Mal ein 4. Platz, egal was Teamkollege Rubens Barrichello und Sebastian Vettel für Resultate machen. «Ich gebe nicht auf. Ich will am 18. Oktober daheim in São Paulo noch eine letzte Chance auf mein Lebensziel haben», sagte Barrichello. Drei Runden vor Schluss des GP Singapur fragte er an 6. Stelle seine Boxencrew: «Kann ich ihn noch packen?» Die Antwort kam sofort: «Nein, du liegst zehn Sekunden zurück, und Jenson fährt das gleiche Tempo.» Aber Rubens war das egal, er trat das Gaspedal durch und lag im Ziel noch 1,8 Sekunden hinter Button.

15 Punkte Vorsprung in drei Rennen – da sollte kaum noch was passieren. Oder? Doch Singapur-Nacht-König Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) warnt seinen britischen Landsmann: «2007 lag ich zwei Rennen vor Schluss 17 Punkte vorn – und wurde nicht Weltmeister!» Damals profitierte sein Bald-Teamkollege Räikkönen vom totalen Silberpfeil-Chaos mit zwei Siegen im Ferrari.
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