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Seit Wochen werden Fans und Medien von den beiden Formel-1-Parteien FOTA und FIA mit ihrem lächerlichen Sparkurs-Krieg belästigt. Fast täglich hagelte es neue Mitteilungen, Drohungen und Dementi. Bis am vergangenen Mittwoch endlich die erlösende Friedensbotschaft aus Paris kam. Einigung, Waffenstillstand, Vernunft, Handschlag, schöne Worte vor den laufenden Kameras – alles nur Show?
Nein, aber Mosley (69) hatte vor drei Tagen nicht damit gerechnet, dass sein Rücktrittsangebot für den Oktober 2009 (neue FIA-Präsidentenwahl) als Schwäche ausgelegt wird. Noch schlimmer: Die meisten Medien stempelten den Briten zum grossen Verlierer im unseligen Machtkampf der egozentrischen Selbstdarsteller.
Vor allem aus Italien, wo sich sein Gegenspieler Luca di Montezemolo (61) wie ein Gott feiern liess, prasselten Hohn und Häme auf Mosley nieder.
Und als die Mailänder GP-Bibel «Gazzetta dello Sport» sogar noch von Diktator Mosley sprach, war der Horror-Crash perfekt, kam sofort die beleidigte Antwort des FIA-Chefs an den FOTA-Präsidenten Montezemolo: «Wenn Sie wünschen, dass unsere Vereinbarung vom Mittwoch eine Überlebens-chance hat, dann müssen Sie und die FOTA ihre Handlungen sofort richtig stellen!»
Kurz: Mosley verlangt eine Entschuldigung, sonst tritt er im Oktober zur fünften Wiederwahl an. In der Vereinbarung war auch ausgemacht, dass die FOTA ihren «Triumph» nicht nach aussen zelebrieren darf, damit am Ende beide Parteien ihr Gesicht wahren können. Auch der Deal, dass ab sofort Monacos Automobilklub-Boss Boeri als FIA-Vize neu die Formel-1-Geschäfte leitet, war geheim.
Und jetzt: Ist das neue Theater bald zu Ende? Aber wie heisst es in Goethes Faust: O glücklich, wer noch hoffen kann, aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen.
Mosley (links) und Montezemolo: Wenn zwei Männer nur an die Macht denken, dann kracht es!- AP