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Alle versuchen die letzten 919 Rennkilometer des Jahres mit Anstand über die Distanz zu bringen. Noch drei Rennen, dann ist die Formel-1-Ehe zwischen BMW und Sauber geschieden. Nach nur vier Jahren. Und man wird sich am 1. November in Abu Dhabi wohl mit einem weinenden Auge in die neue, gesicherte Zukunft von Hinwil verabschieden müssen.
Vor allem dank dem KERS-Flop vom entzauberten Verfechter BMW und einem gescheiterten Führungswechsel in Hinwil musste die Entwicklung des Autos beim letztjährigen WM-Dritten (mit 135 Punkten) zu stark vernachlässigt werden.
So dass es jetzt schwer wird, den Rückstand wettzumachen und die Schande 2009 nach drei guten Saisons mit vielen Höhepunkten (Montreal-Doppelsieg 2008) noch abzuwenden.
Zwei Teams verdanken ihre Punkte zwei Fahrern
Tatsache ist, dass BMW-Sauber mit nur 21 Zählern nach 14 Rennen auf dem 8. WM-Platz versauert. Hinter sich hat man nur noch die «Bettler» von Force India-Mercedes (13) und Toro Rosso-Ferrari (5).
Und realistisch kann sich BMW-Sauber in Japan, Brasilien und Abu Dhabi – mit viel Glück – höchstens noch an Renault (26) und Williams-Toyota (30,5) vorbeizwängen.
Zwei Teams übrigens, die alle ihre WM-Punkte je einem Fahrer verdanken: Fernando Alonso respektive Nico Rosberg. Ihre Teamkollegen Piquet und Grosjean sowie Nakajima sind die traurigen Nullnummern 2009.
Bei der Nachtshow in Singapur hatte BMW-Sauber den grossen Sprung nach vorne erwartet – ein magerer 8. Platz von Kubica sollte es werden. Doch vor Suzuka träumen hier im Team viele weiter davon, dass das angekündigte Wunderauto auf der für die meisten Fahrer «geilsten Strecke der Welt» endlich für einen Exploit sorgen wird.
Hamilton: «Ich kann es fast nicht erwarten!»
Sagen wir es mal so: Nick Heidfeld (32) und Robert Kubica (24) wären bereit, der blauweissen Kiste aus Hinwil die Sporen zu geben. Aber die beste Waffe in den letzten drei Jahren, die Zuverlässigkeit, ist stumpf geworden. Unter dem Motto: Pleiten, Pech und Pannen!
Ab morgen gehts hier auf der 5,8 km langen Strecke los. Die letzten zwei Jahre hatte der Zirkus in Fuji Halt gemacht.
Singapur-Sieger und Weltmeister Lewis Hamilton fährt am Sonntag im McLaren-Mercedes seinen 50. Grand Prix – wie Noch-Teamkollege Heikki Kovalainen (der eine Saison auch bei Renault war). Nach WM-Punkten liegt der Brite übrigens mit 244:105 vorne. «Ich kann es fast nicht erwarten, endlich hier zu fahren. Ich sass sicher schon tagelang im Simulator und habe Suzuka studiert. Eine Herausforderung wie Spa», sagt Hamilton.
Als erster Fahrer war gestern der Schweizer Sébastien Buemi im Dauerregen von Suzuka unterwegs – mit einer Regenjacke schaffte er die Strecke zu Fuss in 29 Minuten.
Die letzte Pole-Position holte hier 2006 Felipe Massa in 1:29,5 Minuten. Der Brasilianer trainiert weiter wie ein Verrückter für sein Comeback. Gestern drehte er auf der Piste Granja Viana in Cotia bei São Paulo mit einem Super-Kart über 80 Runden. Übrigens eine Piste, die den Eltern von Barrichellos Frau Silvana gehört.