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Pedro de la Rosa ist der 19. GP-Pilot, der für das neue Sauber-Team (bisher 1993 bis 2005) fahren wird. Bei seinem SonntagsBlick-Besuch konnte der Spanier gestern immerhin 9 der 18 Namen nennen. Ausgerechnet Fisichella, den Pedro als heissesten Rivalen um den Hinwiler Sitz 2010 bezeichnete, fehlte auf seiner Liste. Als De la Rosa am Dienstag offiziell als Teamkollege von Kamui Kobayashi (23) bestätigt wurde, schlief er in der nächs-ten Nacht «so gut wie noch nie in meinem Leben!»
Pedro de la Rosa wird in genau einem Monat, am 24. Februar, 39 Jahre alt. Am gleichen Tag hat auch Alain Prost (55) Geburtstag. Doch grosse Vorbilder hat der nach aussen stets ruhige Spanier nicht. «Ich bin ein Teamplayer, aber wenn ich als langjähriges Direktionsmitglied der Fahrervereinigung jemanden kritisieren muss, dann sage ich es dem Piloten zuerst persönlich.»
Sieben Jahre lang testete De la Rosa für McLaren-Mercedes. «Ich sass über 350 Tage im Auto und spulte über 1 450 000 Kilometer ab. Diese Erfahrung will ich bei Sauber jetzt weitergeben. Dazu brauche ich sicher etwa drei Rennen, dann wäre ich enttäuscht, wenn es nicht regelmässig Punkte absetzen würde. Ich habe bei McLaren als Montoya-Ersatz in neun Rennen gezeigt, dass ich vorne mitfahren kann.» Seine Silberpfeil-Bilanz: 23 Zähler.
Seit dem 27. Januar 2007 wohnt die Familie De la Rosa mit Frau Maria (37) und den drei Töchtern Georgina (11), Olivia (7) und Luna, die 2008 in der Schweiz geboren wurde, am noblen Zürichberg. In einem Zwei-Familienhaus. Oder 26 Kilometer von der Sauber-fabrik in Hinwil. Warum der Umzug von Barcelona nach Zürich? Pedro: «Aus Steuergründen hätte es andere Orte gegeben. Aber wir wollten einfach dem spanischen Rummel entfliehen und suchten ein nettes Land.
Im Dezember 2006 hat Maria allein die Städte Genf und Zürich getestet. Sie kam zurück und sagte nur: Zürich. Sie hat Recht, eine Weltstadt mit Charme. Hier ist das normale Leben Luxus.» Und wie stehts mit der deutschen Sprache? Pedro: «Ja, einige Wörter wie Löffel, Gabel oder Messer gelingen mir, aber unsere Töchter sprechen ja schon perfekt Zürichdeutsch. So haben wir beim Einkaufen und in den Restaurants nie Probleme. Und Maria nimmt jetzt Unterricht.»
Wie kam der erste Kontakt mit Sauber zustande? De la Rosa: «Nach dem WM-Finale in Abu Dhabi habe ich mit Peter telefoniert. Irgendwie spürte ich, dass mein Weg als Formel-1-Pilot nicht zu Ende ist, dass ich noch eine Mission zu erfüllen habe. Doch Sauber musste mich vertrösten, da er ja selbst noch keinen GP-Platz hatte.» Und die alten Wunden und Verfluchungen sind längst verheilt.
Als ich Pedro gestern beim Stadtbummel in Zürich das Datum 29. Juli 2001 nannte, konnte er damit nichts anfangen. Aber schon die erste Hilfe nützte: GP-Start Hockenheim. Pedro: «Oh, ein böser Tag, total mein Fehler, kann ich mich hier nochmals entschuldigen?» Was war damals passiert? «Ich bin mit dem Jaguar vor der ersten Schikane voll ins Sauber-Heck von Heidfeld geknallt. Meine Vorderrad-Bremsen hatten total versagt. Und ich traf den armen Deutschen so hart, dass ich noch eine Woche danach fürchterliche Nackenschmerzen hatte!»