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70 Jahre: Clay Regazzoni bleibt unvergessen

Der erfolgreichste Schweizer Formel-1-Pilot aller Zeiten wäre am 5. September 70 geworden. 2006 starb er bei einem tragischen Autounfall.

Von Simon Häring | Aktualisiert um 16:07 | 11.10.2009
Ein Gespann, dass für Gesprächsstoff sorgte. Zwischen 1973 und 1976 sorgten der Österreicher Niki Lauda (l.) und sein Schweizer Teamkollege Clay Regazzoni für die Schlagzeilen in der Königsklasse des Motorsports. (Keystone)
Clay Regazzoni fährt beim Grossen Preis von Monza 1970 dem Sieg entgegen. (Keystone/RDB/Reuters)
Schweizer Duell auf höchstem Niveau. Jo Siffert (r.) bedrängt Ferrari-Pilot Clay Regazzoni beim Grossen Preis von Monza (Nr. 4). (Keystone)
Rettungsmannschaften bergen den verunglückten Clay Regazzoni, nachdem an seinem Wagen die Bremsen versagt haben. Es ist der letzte Formel-1-Auftritt des Tessiners. (Keystone)
Autos waren sein Leben. Clay Regazzoni mit seinem Mercedes Benz Cabriolet vor dem Start eines Klassik-Rennens durch Schottland im Jahr 1998. (Keystone)
Clay im Kreise seiner Liebsten. Maria-Pia (r.) von der Regazzoni getrennt, aber nicht geschieden war, Tochter Alessia und Sohn Gian-Maria.
Teufelskerl Regazzoni. Der Tessiner liess sich nicht behindern und bestritt auch nach seinem verheerenden Rennunfall in Long Beach Rennen. Seinen 60. Geburtstag musste der Draufgänger deswegen mit eingegipstem Bein begehen. (Keystone)
Im Januar 2006 durfte BLICK-Benoit Clay Regazzoni zuhause besuchen. «Der Kamin war aus, aber man konnte das Feuer von Clay spüren», so Benoit. (Keystone)
Und plötzlich stand er! «Wäre früher, bei den ersten Operationen, einiges anders gelaufen, würde ich heute mit einem Stock durch die Gegend laufen», so Regazzonis lapidare Erklärung. (Romina Amato)
Am 15. Dezember verunfallt Clay Regazzoni tödlich. Westlich von Parma (I) kollidiert er mit einem Lastwagen und verstirbt noch auf der Unfallstelle. (Keystone)
Kinder des Kart Teams Lugano erweisen Clay Regazzoni die letzte Ehre, legen ihre Helme vor der Basilika nieder. (Keystone)
In Lugano hat Clay Regazzoni seine letzte Ruhe gefunden.
Motorsport war sein Leben. Clay Regazzoni ist noch heute der erfolgreichste Schweizer Formel-1-Export aller Zeiten. Am Samstag, 5. September, wäre er 70 Jahre alt geworden.

Nach Jahren in wenig bedeutenden Motorsport-Serien nimmt seine Karriere 1970 richtig Fahrt auf. Mit Ferrari wird er Dritter in der Fahrer-Weltmeisterschaft. Ein Jahr darauf feiert er gar den Vize-WM-Titel.

Unrühmliches Ende bei Ferrari

Zusammen mit Formel-1-Legende Niki Lauda (Ö) führt der Tessiner Lebemann das damals wenig erfolgreiche Ferrari zurück an die Weltspitze und beendet insgesamt drei Rennen in der «Roten Göttin» als Erster.

1976 verursacht Regazzoni dann in Brands Hatch (Gb) einen Crash und schiesst Teamkollege Lauda ab. Das Ende der Ferrari-Zeit, Regazzoni wird zum Ensign-Team abgeschoben.

Ungebremst in die Betonmauer

Ab 1979 gibt Clay im Williams Gas und zahlt das Vertrauen von Frank Williams mit einem fünften Platz in der Fahrerwertung zurück. Noch mehr: Er schenkt dem englischen Team beim GP von Silverstone den ersten von mittlerweile 113 GP-Siegen. Als Dank muss Regazzoni nach einem Jahr bei Williams bereits wieder gehen, heuert erneut bei Ensign an.

Im vierten Rennen der WM 1980 beendet dann ein schwerer Unfall die Karriere Regazzonis. Beim Grand Prix von Long Beach (USA) bricht das Bremspedal. Regazzoni rast ungebgremst in ein stehendes Auto, dann in eine Betonmauer.

Unfallursache rätselhaft

Regazzoni zieht sich bei diesem Crash mehrere Unterschenkelfrakturen, sowie Kopf- und Rückenwirbelverletzungen zu. Seither sass Regazzoni im Rollstuhl.

Doch der Kämpfer mit dem grossen Herzen lässt sich nicht behindern, fährt weiter Rennen. Eine Handgasvorrichtung erlaubt es ihm sogar, an der Rallye Paris-Dakar teilzunehmen.

Am 15. Dezember 2006 kollidiert Clay Regazzoni mit Tempo 90 auf einer Autobahn westlich von Parma (I) mit einem Lastwagen und verstirbt noch auf der Unfallstelle. Die Unfallursache ist bis heute nicht restlos geklärt.

Regazzonis Erfolge

Clay Regazzoni bestritt in seiner langen Karriere 132 Formel-1-Rennen. Fünf davon durfte er aus der Pole-Position in Angriff nehmen. Insgesamt feierte der Vizeweltmeister von 1974 fünf Siege und stand 28 Mal auf dem Podest.

In 15 Rennen konnte sich Regazzoni zudem die schnellste Runde gutschreiben lassen. Den ersten Grand Prix bestritt er 1970 in Holland. Seine 212 WM-Punkte bedeuten nach wie vor Schweizer Bestwert.

Teufelskerl Regazzoni

Nach einem Horror-Unfall 1980 bleibt Clay Regazzoni querschnittgelähmt. Doch bereits 1973 sprang der damalige BRM-Pilot dem Tod von der Schippe.

In Kyalami (Südafrika) geht sein Auto nach einem Unfall in Flammen auf. Mike Hailwood eilt dem bewusstlosen Tessinder zu Hilfe, zerrt ihn aus dem brennenden Cockpit. Der Unzerstörbare kam mit Brandwunden davon.

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