Button holt sich dritten Saisonsieg

  • Publiziert: 15.45 Uhr, Aktualisiert: 03.01.2012

SAKHIR - WM-Leader Jenson Button dominiert die Formel-1-Saison weiterhin nach Belieben. Beim Wüstenrennen von Bahrain gewinnt der Brite vor Sebastian Vettel und Jarno Trulli. Buemi kommt auf Rang 17.

Der Bahrain-GP ging auf der Strecke in der Sakhir-Wüste bei 37 Grad über 57 Runden – und von 20 Piloten kamen 19 ins Ziel. Piloten wie Motoren und Bremsen waren mit den extremen Bedingungen unerwartet gut zurecht gekommen.

Brawn dominant

Dagegen gab es den erwarteten Sieger: Der Brite Jenson Button baute im Brawn GP-Mercedes mit Doppel-Diffusor mit seinem dritten Erfolg im vierten Saisonrennen seine WM-Führung weiter aus – er liegt nun zwölf Punkte vor seinem Teamgefährten Rubens Barrichello, der Fünfter wurde.

Die ersten WM-Punkte der Saison holte Ferrari mit Kimi Räikkönen als Sechster.

Buemi war chancenlos

Sébastien Buemi war in seinem «Heimrennen» chancenlos. Er wurde 17., weil bei seinem Toro-Rosso-Ferrari bei 37 Grad heisser Wüstenluft die Motorleistung merklich zurückging. Der 20-jährige Waadtländer und Wahl-Bahrainer hatte dies bereits am Samstag nach dem Qualifying befürchtet.

BMW-Sauber so schlecht wie noch nie

Völlig in den Sand gesetzt hat BMW-Sauber das Rennen. Robert Kubica und Nick Heidfeld fuhren beide mit dem Energie-Rückgewinnungssystem Kers und landeten auf den Plätzen 18 und 19, als Vorletzter und Letzter. So schlecht waren die BMW-Sauber-Autos noch nie. (Si/sim/msc)

GP von Bahrain. Schlussklassement

1. Button (Brawn GP, 2 Stopps), 2. Vettel (Red Bull Racing, 2 Stopps), 3. Trulli (Toyota, 2 Stopps), 4. Hamilton (McLaren-Mercedes, 2 Stopps), 5. Barrichello (Brawn GP, 3 Stopps), 6. Raikkönen (Ferrari, 2 Stopps), 7. Glock (Toyota, 2 Stopps), 8. Alonso (Renault, 2 Stopps).

Ferner: 17. Buemi (Toro Rosso, 2 Stopps), 18. Kubica (BMW-Sauber, 2 Stopps), 19. Heidfeld (BMW-Sauber, 2 Stopps). – Ausgeschieden: 50. Runde. Nakajima (Williams).

Runde für Runde mit Formel1-Experte Roger Benoit

Roger Benoit: Hallo Freunde im kühlen Europa, hier in Bahrain werden momentan 38 Grad im Schatten gemessen. Das Formel-1-Feld hat sich formiert. Alles scheint in Ordnung. Vor knapp einer Stunde fand auf der Startaufstellung eine der spektakulärsten Shows statt. Der ungarische Magier David Merlini verbesserte vor den Augen des ganzen Grand-Prix-Zirkus seinen eigenen Weltrekord im Unterwasser-Luftanhalten um mehrere Minuten auf sensationelle 21 Minuten und 29 Sekunden. Ecclestone, Brawn, Briatore, Hamilton usw. applaudierten mit den tausenden von Zuschauern. Bald gehts hier also mit PS-Power auf dem Wüsten-Highway los...

Roger Benoit: Alles startklar. Vorne erstmals beide Toyotas von Trulli und Glock, aber Achtung auf Vettel. Beide BMW-Sauber auf den Positionen 13 Kubica und 14 Heidfeld vollgetankt. Unser Buemi hofft auf Startplatz 16 auf seine Chance und Ausfälle. Achtung!! Beide Brawn-Mercedes haben Kühlungsprobleme (Wasser), drohen da Ausfälle?

Roger Benoit: Der Start. Überraschend kommt das ganze Feld heil durch die ersten Kurven. Am besten kommt Hamilton vom 5. Platz weg, ist gleich Zweiter hinter Glock, während Pole-Mann Trulli auf den 3. Platz fällt. Heidfeld und Kubica gewinnen einige Plätze sind schon 11. und 12. Buemi dagegen verliert drei Positionen und wird auch noch von Teamkollege Bourdais überholt – Letzter. Wenn das nur gut geht...

Roger Benoit: 7. Runde: Das Rennen hat sich etwas beruhigt, bald kommt es zu den ersten Tankstopps. Und da wird Leader Glock als erster erwartet, nachdem er am wenigsten getankt hat. Schlusslicht ist jetzt Heidfeld, der im BMW-Sauber pro Runde drei und mehr Sekunden auf die Gegner verliert.

Roger Benoit: 12. Runde: WM-Leader Button im Brawn-Mercedes in Führung, weil auch Trulli im andern Toyota Sprit braucht. Damit sind die guten Startplätze vom Samstag etwas relativiert. Wenig Sprit für eine gute Show. Ob das zum ersten Sieg nach 126 Anläufen reicht. Die japanischen Fans hoffen es...

Roger Benoit: 15. Runde: Leader Button und sein Verfolger Hamilton tanken – China-Sieger Vettel geht in Führung vor Räikkönen, der morgen vor einem Jahr zuletzt einen Grossen Preis im Ferrari gewonnen hat.

Roger Benoit: Runde 25: Noch 32 Durchgänge und noch kein Ausfall! Button weiter vor Trulli (9,0 zurück), Vettel (9,5), Hamilton (10,3) und Barrichello (13,1).. Dann Glock, Räikkönen, Alonso, Rosberg, Fisichella – 17. Buemi (72 Sekunden zurück). Kubica und Heidfeld werden wohl bald überrundet...

Roger Benoit: 26. Runde: Barrichello muss an 5. Stelle schon wieder an die Boxen, wechselt auf weiche Reifen und tankt – doch es wird nicht bis zum Ende reichen. Da ist was faul...

Roger Benoit: 36. Runde: Beide BMW-Sauber jetzt überrundet – wie Nakajima im Williams-Toyota. Leader Button an den Boxen, wie Trulli, Hamilton und Heidfeld, der als Letzter normal tankt!! Bald erfahren Sie die neue Reihenfolge, auch mein Freund PAM...

Roger Benoit: 38. Runde: Vettel (der aber nochmals tanken muss) führt vor Button, Räikkönen, Trulli, Barrichello, Hamilton, Trulli – 12. Buemi (der aber auch nochmals tanken muss). Beide BMW-Sauber jetzt auf den beiden letzten Plätzen!!! Ein Debakel in der Wüste. Und erstmals seit Zandvoort 1961 (!!!) scheint es keinen Ausfall zu geben...

Roger Benoit: 39. Runde: Vettel tankt und verliert die Führung an Button, auch Buemi tankt und ist jetzt 16.

Roger Benoit: 41. Runde: Korrektur: Nicht nur in Zandvoort 1961 gab es keinen Ausfall, sondern auch in Monza 2005, wo übrigens Montoya im McLaren-Mercedes gewann.

Roger Benoit: 47. Runde: Barrichello muss nochmals tanken, verliert Position 4 an Hamilton. Button steht im Brawn-Mercedes vor dem dritten Saisonsieg!!! Und Räikkönen (6.) scheint für Ferrari endlich die ersten Punkte 2009 zu holen...

Roger Benoit: 52. Runde (noch 5): Button 13 Sekunden vor Vettel, 14 vor Trulli, 23 vor Hamilton und 40 vor Barrichello. Wir schauen schon gar nicht mehr hin: 17. Buemi, 18. Kubica, 19. Heidfeld. Das Wüsten-Debakel könnte nicht schlimmer ausfallen.

Roger Benoit: Das Ziel: Dritter Saisonerfolg von Button im Brawn-Mercedes, der jetzt in der WM mit 31 Punkten führt – vor seinem Teamkollegen Barrichello (19), der Fünfter wurde und Vettel (18), der Zweite von Bahrain. Dritter in der Wüste: Pole-Mann Trulli im Toyota. Die «Schweizer»: 17. Buemi (Toro Rosso-Ferrari), 18. Kubica, 19. Heidfeld (beide BMW-Sauber). Na dann verabschieden wir uns mal schnell und melden uns in zwei Wochen aus Barcelona wieder – mit hoffentlich besseren Resultaten aus eigener Sicht...