Runde für Runde mit Roger Benoit
Roger Benoit: Hallo GP-Fans,
Hier meldet sich Barcelona im schönsten Sonnenschein. Alle Regenprognosen entpuppten sich also als falsch. Die 20 Autos stehen auf der Startgeraden, alles scheint in Ordnung. Die Frage ist: Wie weit kommt Massa im Ferrari mit KERS beim Start nach vorne. Genügen die 82 Extra-PS, die aber erst bei Tempo 100 einsetzen, zum Sprung vom 4. Startplatz an die Spitze? Nach einem taktischen Boxenfehler muss Räikkönen vom 16. Platz starten. Hier in Barcelona, wo er am 27. April 2008 das letzte Mal gewonnen hat. Bei Buemi (15. Startplatz) ist alles okay. Der Waadtländer rechnet mit WM-Punkten. Und noch ein «Happy Birthday» zu Nick Heidfeld. Er wird am heutigen Muttertag 32 Jahre alt. Bis bald.
Roger Benoit: Die Fahrer gehen auf die Anwärmrunde. Bei 25 Grad, Asphalt 41 Grad. Pole-Mann Button steht zum dritten Mal 2009 im Brawn-Mercedes ganz vorne.
Roger Benoit: Der Start: Pole-Mann Button verliert Startduell gegen Brown, Massa gewinnt einen Platz, ist Dritter. Doch dahinter kracht es. Sofort kommt der Pace-Car raus. Zu den Opfern gehören Trulli, Sutil, Bourdais und Buemi. Wir melden uns.
Roger Benoit: Der Crash wurde von Trulli im Toyota ausgelöst, der von der Wiese einfach auf die Strecke zurückkam und so die beiden Toro-Rosso zu einem Unfall zwang. Hier müsste die FIA eingreifen und den Italiener Trulli bestrafen – ein Glück, dass es keine Verletzten gab. Das Feld ist weiter hinter dem Safety Car unterwegs.
Roger Benoit: Bei Toro Rosso sind alle sauer. So ein Ende wünscht sich kein Team. Klar schuldig am Big Crash ist Trulli, von Rosberg leicht abgedrängt, zwängte er sich auf die Piste zurück, wo er Sutil torpedierte, worauf ausgerechnet Bourdais über Buemi flog! Noch wird keine Strafe angezeigt, fast ein Witz, wenn man Piloten wegen Tempoüberschreitungen von 2 km/h an den Boxen mit 400 Euro zur Kasse bittet. Das Feld ist in der 4. Runde – und noch immer werden Trümmerteile weggeräumt.
Roger Benoit: 7. Runde: Kovalainen wird an 11. Stelle im McLaren-Mercedes plötzlich langsam und rollt an die Boxen. Der 5. Ausfall. Und es gibt schon Gerüchte, dass der Finne spätestens 2010 nicht mehr im Silberpfeil sitzen wird.
Roger Benoit: 10. Runde: Die Zuschauerzahl wird mit 93 000 angegeben. Zu den goldenen Alonso-Zeiten (WM-Titel 2005 und 2006), kamen schon über 140 000 nach Montmelo rund 30 km von Barcelona. Barrichello führt weiter – 1,0 Sekunden vor Button, 3,7 vor Massa und 4,6 vor Vettel. – 9. Heidfeld 16,4 Sekunden, 11. Kubica 18,2
Roger Benoit: 17.Runde: Button folgt Barrichello weiter in einem Abstand von rund einer Sekunde. Am härtesten wird um Rang 9 gekämpft, wo Geburtstagskind Heidfeld (32) im BMW-Sauber den KERS-Ferrari von Räikkönen noch abwehren kann. Glock (8.) macht im Toyota den ersten normalen Boxenstopp – Sprit und Reifen. Als nächste werden Button und Alonso erwartet...
Roger Benoit: 19. Runde: Wieder Pech für Räikkönen. Der Weltmeister rollt im Ferrari aus. Hier, wo er vor einem Jahr seinen letzten Grand Prix gewonnen hat. Kommt das Glück wohl zurück, wenn der Finne bald von Wollerau SZ nach Baar ZG zügelt?
Roger Benoit: 21. Runde: Die Boxen-Orgie ist in vollem Gang. Die ersten vier haben alle bereits getankt und auf frische Pneus gewechselt. Weil sie noch nicht an den Boxen waren, liegen die beiden BMW-Sauber momentan auf den Plätzen 6 und 7... Aber auch nach ihrem ersten Stopp dürfen der Deutsche und der Pole hier von WM-Punkten träumen.
Roger Benoit: 31. Runde: Leader Barrichello kommt rein!!! Er tankt nur kurz, macht also einen dritten Stopp – wie in Bahrain. Das kann erneut kaum gut gehen. Aber wie gesagt, vergessen Sie nicht, Teamchef Brawn kann mit den Stallordern spielen. Auch Heidfeld und Hamilton haben jetzt getankt und neuen Gummi aufgezogen.
Roger Benoit: 33. Runde. Halbzeit. Button (Brawn-Mercedes) führt 4,2 vor Massa (Ferrari), 5,1 vor Vettel (Red Bull-Renault) und 8,4 vor Barrichello (Brawn-Mercedes). Dann Webber, Alonso, Rosberg, Heidfeld, Nakajima, Hamilton, Glock und Kubica.
Roger Benoit: 43. Runde: Massa (2.) und Vettel (3.) machen gemeinsam ihren zweiten und letzten Stopp. Doch die Reihenfolge wird in der Boxenstrasse nicht geändert. Der Brasilianer bleibt vor dem Deutschen.
Roger Benoit: 48. Runde: Leader Button kommt zum letzten Tank/Reifenstopp. Barrichello führt vor Webber, doch beide müssen noch einmal Sprit und Pneus holen. Also bleibt Button theoretisch vor Massa und Vettel vorne. Und die BMW-Sauber? 7. Heidfeld, 12. Kubica – eine magere Ausbeute für ein Team, das 2009 auszog, um Weltmeister zu werden!! Ja, Freunde der Hinwiler Truppe – die Zeiten sind härter geworden, es muss gelitten werden.
Roger Benoit: 50. Runde: Wie angekündigt sind jetzt Barrichello und Webber an den Boxen. Auch sie brauchen frisches Material und Sprit für die letzten 16 Runden... Die Überraschung: Button führt jetzt 7,3 Sekunden vor Barrichello und 9,8 vor Webber. Dann Massa, Vettel, Alonso, Heidfeld, Rosberg, Hamilton – 12. Kubica. Noch 14 Autos im Rennen.
Roger Benoit: 60. Runde: Alles scheint klar für den zweiten Brawn-Mercedes-Doppelsieg nach dem Auftaktrennen in Melbourne: Button, der schon dreimal 2009 gewonnen hat, jetzt schon 14 Sekunden vor Barrichello, der seine Diener-Rolle wohl nie los wird – wie früher als «Helfer» von Schumi bei Ferrari. Das spannendste Duell läuft um Platz 9 zwischen Hamilton mit KERS gegen Glock im Toyota mit Doppeldiffusor.
Roger Benoit: 62. Runde: Massa, der im Ferrari mit Spritproblemen kämpft, muss Rang 4 an Vettel im Red-Bull-Renault abtreten!!! Der Brasilianer ist vier Sekunden pro Runde langsamer, wird bald von Alonso im Renault angegriffen...
Roger Benoit: 66. Runde: Die Fans sind erwacht, denn Alonso hat jetzt Massa vor sich und überholt ihn auch locker. Der Spanier damit auf Platz 5 – wie beim Startrennen in Australien. Klarer Doppelsieg für Brawn-Mercedes, das jetzt in der WM schon 68 Punkte hat – zum Vergleich: BMW-Sauber hat erst 6... Heidfeld (7.) fehlten am Ende übrigens nur noch 1,4 Sekunden auf Massa, der mit dem letzten Tropfen durchkam. Platz 6 – wie für Räikkönen in Bahrain: Ferrari bleibt in der Krise. Wie McLaren-Mercedes, das beim Europa-Start sehr alt aussah.
Roger Benoit: Das wars dann mal wieder, Freunde. Der Startcrash, dem leider Buemi zum Opfer fiel, war der Höhepunkt. Mehr Action ist da wohl in zwei Wochen in den Häuserschluchten von Monte Carlo zu erwarten. Bis dann euer Boliden-Roger.