Sauber wurden über 40 Millionen «geklaut» BMW: Die grosse Angst vor Honda

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Roger Benoit

Peter Sauber (65) ist am Ende. BMW hat ihm in 3 Tagen sein Lebenswerk zerstört. Jetzt ist ein Wunder nötig.

Schauen Sie sich mal das Bild oben aus glücklichen Tagen eines grossen Teams an. Da wurde im Dezember 2006 in Laax noch in Sennechutteli gefeiert – dass BMW seinen damaligen Schützling und Ersatzfahrer Vettel an Red Bull verlor, ist eine andere Sache!

Jetzt ist BMW-Sauber, bereits sieben Rennen vor dem Aus, nur noch ein Scherbenhaufen. Und in München scheint das in den Chefetagen niemanden zu stören. Dort hat man den Hammer ausgepackt – und Sauber die Zukunft verbaut mit überhöhten Forderungen für einen Verkauf des Teams.

Die Bayern wollen die Formel 1 offenbar schnell vergessen – und wenn der zu BLICK durchgedrungene Geheimplan stimmt, dann ist es eher ein Schlachtplan: Bis Ende September soll den Mitarbeitern gekündigt werden! Was geht da in den Münchner Köpfen vor? Weil man mit dem grossen internen Projekt KERS floppte, und die Resultate 2009 ausblieben, wird die Formel 1 plötzlich als Pestbeule verteufelt.

Anders kann man sich die harte Linie des WM-Dritten 2008, die Ablehnung des Konzepts zur Übernahme durch den 20-Prozent-Mitinhaber Peter Sauber nicht erklären. Und so konnte der Zürcher, ohne Sicherheiten, das Concorde Agreement nicht bis am Mittwoch um Mitternacht unterschreiben. Auch wenn er schon Sponsoren und Investoren hinter sich wusste. Aber für einen Neuanfang hätte der bisher loyale Partner ein vernünftiges Angebot von BMW erhalten sollen. Sauber hat nicht erwartet, dass BMW ihm den Laden in Hinwil (wo 420 Menschen arbeiten) zum Nulltarif überlässt. Wie es der japanische Aussteiger Honda im letzten Winter tat, als man dem damaligen Technikdirektor Ross Brawn den roten Teppich ausrollte. Und für 2009 sogar noch rund 170 Millionen Dollar zahlte!

Nein, das hat Peter Sauber sicher nicht erwartet. Aber ein faires Angebot, um das Team und Arbeitsplätze zu retten. Doch BMW hat ganz klar Angst, dass Sauber 2010 in einem Alleingang (mit einem neuen Motor) vielleicht wieder an die Spitze stürmen könnte – im Stile von Honda-Nachfolger Brawn-Mercedes (bisher 6 Siege).

Ohne Unterschrift beim Concorde Agreement (GP-Gesetz) bis 2012 gehen dem Team nicht nur eine Zahlung von rund 40 Millionen Franken aus bislang eingefrorenen Ausschüttungen verloren, sondern auch sämtliche Zahlungen, die dem Schweizer Rennstall gemäss seiner Position in der Team-WM von 2009 bis 2012 zustehen.

Da BMW seinen Preis kaum drückt, wäre selbst Ecclestones Hilfe mit der Notaufnahme ins Concorde Agreement (dem alle Teams zustimmen würden) vergeblich.

Und BMW? Nach der Ohrfeige an Sauber prozessiert BMW-Oracle munter weiter gegen unseren Segelstolz Alinghi. Dieses miese Theater kostet BMW, schlecht geschätzt, Dutzende von Millionen!

BMW-Sauber ist 2009 wegen KERS bös ins Schleudern gekommen.- AP

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