BMW auf Schmusekurs

  • Publiziert: 20.08.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Roger Benoit

Die Prügel der Fans und Medien nach dem stillosen Rückzug aus der Formel 1 tun BMW weh.

Die grosse Frage ist jetzt: Hat das dreckige Spielchen der Bayerischen Möchtegern Weltmeister nach der überraschenden Bewerbung für die neue Saison (exklusiv im BLICK) doch noch ein sauberes Ende?

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und diese ist jetzt nur wieder aufgetaucht, weil das «BMW Sauber F1 Team» unter seinem alten Namen bei der FIA für 2010 gemeldet ist!

Und zwar seit dem vergangenen Montag, dem letzten Tag für eine Einschreibung bei der FIA. Wer genau dahinter steckt, bleibt vorerst ein Rätsel. Aber ohne diese Aktion wäre in Hinwil der Nagel in den Sargdeckel gehauen worden!

Nach dem Rückzug von BMW hatte die FIA den vakanten 13. Platz ausgeschrieben. Es sollen sich jetzt zwei Teams (neben BMW Sauber F1, das natürlich seinen Namen ändern müsste) beworben haben.

Kein Kommentar von Sauber

Peter Sauber, am 13. Oktober 66 Jahre alt, will zur neuen Situation offiziell keine Stellung nehmen. Es geht ihm gesundheitlich zwar besser, aber immer noch nicht gut. Sein Motto: Wenn man kämpfen muss und will, dann darf man keine Schwächen zeigen.

Und hinter den Kulissen tobt der verzweifelte Kampf um die 420 Arbeitsplätze in Hinwil weiter.

Oh, wie wäre alles einfacher gewesen, wenn BMW kürzlich seinem stets loyalen 20-Prozent-Partner Sauber den Kauf des Teams nicht mit der Skandalsumme von 100 Millionen Franken verunmöglicht hätte. Und dadurch eine fristgerechte Anmeldung für das Concorde Agreement verhinderte.

Von BMW gedemütigt

Honda hatte vor neun Monaten seinen Laden Ross Brawn für ein Pfund überlassen und erst noch die Saison 2009 mit rund 150 Millionen Franken bezahlt. Klar, in England kostet eine schnelle Auflösung von Arbeitsverträgen Millionen. In der Schweiz nichts.

Jetzt müsste der von BMW gedemütigte Peter Sauber mit seinen Investoren und Sponsoren durch die Hintertüre zurück.

Und BMW hat offenbar kalte Füsse bekommen, will plötzlich Fairness zeigen, auch wenn man längst das Gesicht verloren hat.