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Schumis Teamkollege Nico Rosberg (24) wusste schon am ersten Arbeitstag neben dem Superstar, dass sich bei den Silberpfeilen ab sofort nichts mehr im normalen Rahmen abspielt.
Bei der Pressekonferenz in Stuttgart waren 17 Fragen an Schumacher gerichtet und gerade mal drei an Rosberg.
An der Rennstrecke sah das Bild bei der Präsentation noch brutaler aus: Über 100 Kameras waren auf den Wahlschweizer gerichtet. Nur gerade zwei Fotografen knipsten zur gleichen Zeit den blonden Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg.
«Damit muss ich wohl leben», sagt Nico und lacht. Der Junge, der nach vier Saisons bei Williams immer noch auf seinen ersten Sieg wartet, wird neben Schumi hartes Brot essen und empfindliche Niederlagen einstecken müssen.
Alles andere wäre – für die meisten Formel-1-Experten – eine Überraschung. Das Mitleid hat Rosberg schon jetzt im Cockpit.
Denn Mercedes und auch der abgezockte Teamchef Ross Brawn (mit dem Schumi alle sieben WM-Titel bei Benetton und Ferrari holte) können es sich gar nicht leisten, dass ihre Galionsfigur auf dem Schafott der Enttäuschungen landet.
Dem Gespött der Medienwelt und der Rivalen ausgeliefert.
Und Schumis Gegner warten 2010 nur auf einen Ausrutscher des 91-fachen GP-Siegers, der ihnen schon vor der Saison medienmässig die Show gestohlen hat.
Nicht alle Fahrer sind vom Comeback des einst als Ausserirdischer verabschiedeten Champions begeistert. Aber Kritik wird ausser von seinen früheren Erzfeinden (noch) kaum laut.
Nur Rubens Barrichello wird deutlich: «Ich kann Rosberg eigentlich nur raten, gar nicht in den Mercedes zu steigen. So hätte er als Nummer 2 am wenigsten Ärger!»
Und Fernando Alonso, der neue Held bei Ferrari, stichelt, ohne den Hammer auszupacken: «Es werden höchstens zwei oder drei Fahrer um den WM-Titel kämpfen...»
Buemi geht nicht vom Gas
Die Namen blieb der Spanier schuldig. Man muss diese selber auf dem Prognosenzettel eintragen: Alonso, Hamilton, Vettel...
Für die Organisatoren, die TV-Anstalten, Millionen von Fans und die GP-Macher ist die Rückkehr des 250-fachen GP-Starters ein Geschenk des Himmel. Voller die in den letzten Jahren oft leeren Kassen nie klingeln!
Auch einige junge Piloten freuen sich auf die Lichtgestalt. Buemi: «Ich bin richtig heiss auf das erste Duell mit Schumacher. Aber ich werde sicher nicht vom Gas gehen oder ihn sogar vorbeiwinken.»
Die Zeiten, wo Schumis roter Helm die Gegner in Angst und Schrecken versetzten, sind also vorbei. Die GP-Bilanz des Deutschen beginnt nach 250 Rennen und 17 schweren Unfällen bei Null.
Die Testfahrten haben über die wahre Form und die Fitness von Michael Schumacher noch viele Fragen offen gelassen. Über seinen Ehrgeiz, seinen oft übertriebenen Kampfgeist und seine positive Arbeitswut muss hier gar nicht diskutiert werden.
«Wenn Mercedes dem Schumi ein Auto gibt, das läuft und zuverlässig ist, dann wird er schnell einmal gewinnen», prophezeit Niki Lauda (61), der selbst einmal drei Jahre Pause machte, 1982 zurückkam und 1984 auf McLaren zum dritten Mal die WM-Krone eroberte.
Und Schumis Ziele? «Ich will einfach Spass haben und Weltmeister werden!» Dafür gibt sich der älteste Fahrer im Feld drei Saisons Zeit. Für jährlich über 30 Millionen Franken Gage. Ohne Nebeneinnahmen! In dieser Rangliste steht der Rekordmann auch 2010 auf der Pole-Position.
Aber kann der Mann, der alle Psyco-Tricks kennt, auch die Statistik schlagen? Nur die verstorbenen Champions Juan-Manuel Fangio (46) und Giuseppe Farina (43) waren beim WM-Sieg älter als Schumi!
Und von der neuen Formel-1-Generation (ab 1970) hat nur Nigel Mansell mit 41 Jahren und 97 Tagen ein Rennen gewonnen – 1994 in Adelaide auf Williams-Renault.
Schumi wird beim Saisonstart in einer Woche in der Bahrain-Wüste 41 Jahre und 70 Tage alt ...
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