Chaos im Qualifying in Silverstone Alonso holt sich im Regen die Pole

Ferrari-Pilot und WM-Leader Alonso startet morgen beim F1-GP in Silverstone von Platz 1 aus. Das Sauber-Team verzockt sich in Q2 mit den Reifen und verpasst die Top Ten.

  • Publiziert: 07.07.2012
  • Von Marc Ribolla und Roger Benoit (Silverstone)

In Q1 ist die Strecke erst noch leicht feucht, der Regen tröpfelt erst. Obwohl die Zeiten gegen Ende der 20-Minuten-Session etwas schneller werden, erwischt es ausgerechnet Lokalmatador Jenson Button.

Der Engländer hat weiter die Seuche am Fuss und verpasst mit dem McLaren als 18. den Sprung ins Q2 der besten 17. Ansonsten sind es die üblichen Verdächtigen, die hinter her fahren. Die schnellste Zeit stellt Weltmeister Sebastian Vettel auf (1:46,279).

Im zweiten Teil des Qualifyings wird der Regen immer stärker. Es beginnt aus Kübeln zu giessen. Die Fahrer kämpfen verbissen, ihre Boliden auf der nassen Piste zu halten. Ferrari-Alonso und auch McLaren-Hamilton beklagen sich im Boxenfunk über die Verhältnisse.

Im Minuten-Takt rutschen die Stars vom Asphalt. Um 14.31 Uhr trifft es Schumi, um 14.33 dreht sich Alonso und um 14.35 dessen Teamkollege Massa. Dann – um 14.40 Uhr reagiert die Rennleitung – Rote Flagge! Das Training wird 6:19 Minuten vor Ende von Q2 unterbrochen. Bestzeit bis dahin hat Sauber-Pilot Pérez mit 1:59,092 inne.

Nach fast 90 Minuten Pause gehts bei immer noch nasser Piste um 16.07 Uhr wieder weiter. Und das Sauber-Team verzockt sich total. Beide Fahrer werden mit Intermediates rausgeschickt. Praktisch alle anderen nehmen Regenreifen.

Dann muss Kobayashi wieder an die Box, Wechsel auf Regenreifen. Auch Pérez kommt rein. Doch zu spät: Der Mexikaner kann nicht mehr zulegen. Er fällt von Platz 1 auf 17 zurück. Und Kobyashi wird nur 12. Zum vierten Mal 2012 schafft es kein Sauber ins Q3.

Lotus-Pilot Romain Grosjean fliegt vor der letzten Kurve ins Kiesbett und bleibt stecken. Er kann in Q3 nicht mehr starten, fällt auf Platz zehn zurück.

Im 10-Minuten-Kampf um die Pole obsiegt in der Gischt Ferrari-Star Fernando Alonso. 0,05 Sekunden vor Mark Webber im Red Bull. Schumi schafft es als Dritter in die Startaufstellung. Es ist die erste Pole für WM-Leader Alonso seit Singapur 2010. 

Profiteur der Valencia-Strafen ist Sauber-Pérez. Weil Kobayashi (minus 5, neu Platz 17) und Vergne (minus 10, neu 24.) zurückversetzt werden, rückt er von 17 auf 15 nach vorne. Auch Nico Hülkenberg (Force India) büsst in der Startaufstellung für Silverstone fünf Plätze ein und startet von der 14 aus.

Auch in der GP2-Serie vergeigt ein Schweizer das Rennen. Pole-Fahrer Fabio Leimer führt das wegen des Regen auf 40 Minuten verkürzte Rennen mit sieben Sekunden Vorsprung an. Doch sein spanisches Racing-Team lässt den Aargauer zu lang draussen, bis sie den obligaten Boxenstopp machen wollen.

Prompt passiert es: ein Unfall und Safety-Car-Phase – drei Minuten vor Rennende. Das Feld rückt zusammen. Leimer muss an die Box und fällt auf Platz 18 zurück.

Am Ende wird es Rang 15 für Leimer. Jubeln darf dafür Sauber-Ersatzfahrer Esteban Gutierrez. Der Mexikaner gewinnt das GP2-Rennen im Lotus. Verrückt: das Sauber-Team feiert bei der Siegerehrung mit, nachdem es vorher seinen eigenen Piloten im F1-Qualifying mit falschem Reifenpoker gute Startplätze vermasselte.

Formel 1. GP von Grossbritannien in Silverstone.

Qualifikation

1. Teil (20 Minuten)

** **

1. Vettel 1:46,279

2. Hülkenberg

3. Maldonado

4. Pérez

5. Alonso

6. Schumi

7. Kobayashi

8. Grosjean

9. Senna

10. Ricciardo

11. Webber

12. Räikkönen

13. Massa

14. Hamilton

15. Di Resta

16. Vergne

17. Rosberg 1:47,724

-----------------------

18. Button 1:48,044

19. Petrow

20. Kovalainen

21. Glock

22. De la Rosa

23. Karthikeyan

24. Pic 1:54,143

** **

Qualifikation

2. Teil (15 Minuten)

** **

1. Hamilton 1:54,897

2. Hülkenberg

3. Schumi

4. Webber

5. Grosjean

6. Massa

7. Räikkönen

8. Maldonado

9. Alonso

10. Vettel 1:56,931

-------------------

11. Di Resta 1:57,009

12. Kobayashi 1:57,071

13. Rosberg

14. Ricciardo

15. Senna

16. Vergne

17. Pérez 1:57,895

****

Qualifikation

Pole-Kampf (10Minuten)

** **

1. Alonso 1:51,746

2. Webber 1:51,793

3. Schumi

4. Vettel

5. Massa

6. Räikkönen

7. Maldonado

8. Hamilton

9. Hülkenberg

10. Grosjean (Unfall)

****

Achtung:

Kobayashi minus 5 Plätze (Valencia-Crash mit Massa)

*

Hülkenberg minus 5 Plätze (Getriebewechsel in England)

*

Vergne minus 10 Plätze

(Valencia-Crash mit Kovalainen)

107%-Zeit (1:53,718)

Korrigierte Startaufstellung GP Grossbritannien – 8. Juli

1. Fernando Alonso (Ferrari)
2. Mark Webber (Red-Bull)
3. Michael Schumacher (Mercedes)
4. Sebastian Vettel (Red-Bull)
5. Felipe Massa (Ferrari)
6. Kimi Räikkönen (Lotus)
7. Pastor Maldonado (Williams)
8. Lewis Hamilton (McLaren)
9. Romain Grosjean (Lotus)
10. Paul di Resta (Force-India)
11. Nico Rosberg (Mercedes)
12. Daniel Ricciardo (Toro-Rosso)
13. Bruno Senna (Williams)
14. Nico Hülkenberg (Force-India)
15. Sergio Pérez (Sauber)
16. Kamui Kobayashi (Sauber)
17. Jenson Button (McLaren)
18. Witali Petrow (Caterham)
19. Heikki Kovalainen (Caterham)
20. Timo Glock (Marussia)
21. Pedro de la Rosa (Hispania)
22. Narain Karthikeyan (Hispania)
23. Jean-Eric Vergne (Toro-Rosso)
ausserhalb der 107-Pozent-Zeit : Charles Pic (Marussia)

Beliebteste Kommentare

  • Donato  Maurer , via Facebook
    So da kann man jetzt den Fahrern für diese miesen Startplätze keinen Vorwurf machen. in allen trainings sindse unter den Top 10 und dan schickt das Team die mit Intermediats raus nachdem es über 90min wie aus Kübeln gegossen hat! Mag sein das der Sauber wieder locker für die Top 8 gereicht hätte, aber das Team und damit mein ich Sauber, Kaltenborn Renningenieure etc ist eben auch meilenweit von einem Spitzenteam entfernt, währen alle andern in den noch 6min 20 3-4 Runden drehen konnte, wobei die erste 2 ja zum aufwärmen waren und bei allen die lezt die schnellste war hatten die 2 Sauber dan nur 1 versuch mit kalten Reifen, das ist einfach nur dumm!
    Mann hackt genug oft auf den fahrern rum meiner ansicht nach sowiso etwas zuviel, aber das heute das hat einzig und allein das team versaut!
    • 07.07.2012
    • 38
    • 5
  • Florian  Waldispuehl , via Facebook
    Hallo zusammen: Es ist im Nachhinein immer einfach zu sagen.. Und wenn ihr denkt Ferrari wurde bevorteilt dann denkt das , aber überlegt mal ein bisschen bitte: Alonso hatte am Schluss einfach die richtigen Pneu zur richtigen Zeit drauf und war zum richtigen Moment draussen... Und so lange er nicht in dem Streckenteil schneller fährt wo gelb ist, ist es kein Problem! Und die anderen sind ja selber schuld haben Sie sich verzockt, es ist auch schon Ferrari so ergangen und hatte da ein Hahn gekräht? NEIN! Und übrigens wollten sgar sehr gute Regenfahrer wie Schumacher, Vettel und Hamilton einen Abbruch. Was soll man gegen britisches Wetter machen?? egal ich freue mich auf ein spannendes Rennen wo alles passieren kann, aber wie schon gesagt: Forza Ferrari und Alonso und Hopp Schumi gib Gas!!
    • 07.07.2012
    • 11
    • 1

Alle Kommentare (12)

  • roland  pormann
    Alonso fährt in Q2mit Intermedians los und bringt keine schlaue Zeit auf die Strecke..als es noch stärker zu Regnen beginnt holt er sich Heavy-Wets..zu spät ! Q2 droht ihm zu entgleisen also fängt er an zu jammern,es sei unfahrbar..die Rennleitung unterbricht! Die beschissenen sind diejenigen die denn richtigen Reifenentscheid getroffen haben.....noch Fragen? übrigens: Maldonado fährt seine schnellste Runde während Grosjean im Kiesbett liegt.....tja so ist die F1
    • 08.07.2012
    • 1
    • 0
  • Donato  Maurer , via Facebook
    Hab grad in Sport Aktuell gesehn was Peter Sauber dazu sagt. Auf die Frage wie den diee Reifenentscheidung zustande kam also Intermediats statt Regenreifen ob das die Fahrer waren oder der Renningenieur oder alle, meinte er er wolle nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen! Wenn man vorhin gesehen hat das beide Faherer den Kopf schüttelten und die Hände verwarfen, kann man sich ja denken das es die Renningenieure waren! Aber dan muss der Teamchef in dem fall Peter Sauber doch einfach intervenieren wozu ist er den Teamchef? Wäre Sauber vom Auto her im hinteren Mittelfeld, dort wo Torro Rosso rumeiert, dan hätte man es ja riskieren können, aber sauber hat vom Speed her ein Auto das seit Monaten mit den Top8 mithalten kann und sogar auf gewissen Strecken ums Podium kämpfen kann, wiso schwimmt man den da gegen den Strom?! Als Mittelfeldteam ok, kann man das mal riskieren aber doch nicht in der Position, in welcher Sauber ist! Immer wird gesagt ja die fahrer, die fahrer, das Auto sei sooo schnell und die Fahrer können es nicht optimal ausspielen, nunja das heut war wohl vom team nen gewaltigen Schuss in Ofen! Ich bin aber noch relativ zuversichtlich, das wenn beide ohne Schaden die ersten 2 Runden überstehen sie noch in die Punkte kommen können, sofern sie mindestens auf den gleichen Plätzen sind wie beim Start!
    • 07.07.2012
    • 0
    • 0
  • Marc-André  Manser , Bassersdorf
    Wie kann man mit so einem guten Auto, so einer guten fahrerpaarung nur so wenig Punkte einfahren? Schon wieder verlockt. ich mags allmählich nicht mehr sehen...Schade
    • 07.07.2012
    • 0
    • 0
  • Dani  Obrecht , Zürich
    Sauber hat in Q2 als einziges Team mit den Reifen gepokert. Mit so einem schnellen Auto absolut unnötig und dumm. Da für beide Fahrer die Top10 das Ziel war, hätte man wenigstens bei einem Auto auf Sicherheit gehen müssen. Aber eben, im Nachhinein ist man immer schlauer. Perez stand von Startplatz 15 schon auf dem Podest... Viel Glück fürs Rennen!
    • 07.07.2012
    • 7
    • 2
  • Rees  Keller , Basel
    Da hat sich das Sauber-Team aber heftig verzockt. Wäre man ein paar Sekunden länger in der Box geblieben um das Medical-Car zu beobachten hätte man gesehen wie viel Wasser noch auf der Strecke war und, die Full-Wets wären dann noch vor dem Neustart zu Q2 aufgezogen worden. Schade! Mal schauen wie viele Proteste es hageln wird gegen Ferrari die meiner Meinung nach einfach mal wieder das Glück auf ihrer Seite hatten. Könnte morgen ein spannendes Rennen werden...
    • 07.07.2012
    • 2
    • 2
Seite 1 2 3 »
Seitenanfang

Top 3

1 Schauprozess in Paris Montezemolo: «Hoffe auf Gerechtigkeit!»bullet
2 Indy-Car-Pech geht weiter Simona mit 260 in die Mauerbullet
3 Bei Kart-Plausch Buemi hat Siffert auf dem Kopfbullet

Formel 1

Platz Name Land Punkte
1 Sebastian Vettel GER 132
2 Fernando Alonso ESP 96
3 Kimi Räikkönen FIN 88
4 Lewis Hamilton GBR 77
5 Mark Webber AUS 69
6 Nico Rosberg GER 57
7 Felipe Massa BRA 49
8 Paul Di Resta GBR 34
9 Romain Grosjean FRA 26
10 Jenson Button GBR 25
11 Adrian Sutil GER 17
12 Jean Eric Vergne FRA 13
13 Sergio Pérez MEX 12
14 Daniel Ricciardo AUS 7
15 Nico Hülkenberg GER 5
16 Esteban Gutierrez MEX
17 Valtteri Bottas FIN
18 Pastor Maldonado VEN
19 Jules Bianchi FRA
20 Charles Pic FRA
21 Max Chilton GBR
22 Giedo Van Der Garde NED

Formel 1