Wegen Glaswurf in Disco Adrian Sutil: 18 Monate Knast auf Bewährung

Totale Pleite für Adrian Sutil. Der 29-jährige Ex-Formel-1-Pilot wird zu 18 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt.

  • Publiziert: 30.01.2012, Aktualisiert: 31.01.2012

Das vorläufige Ende der Formel-1-Karriere des Adrian Sutil (29) ist besiegelt. Richterin Christiane Thiemann verurteilt den Deutschen zu 18 Monaten Gefängnis. Damit fällt die Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung am Luxemburger Eric Lux sogar noch höher aus, als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte (12 Monate). Zudem muss Sutil 200'000 Euro an gemeinnützige Organisationen überweisen.

Noch vor dem zweiten Prozesstag hatte man erneut versucht, sich aussergerichtlich zu einigen. Doch die Staatsanwältin hatte sämtliche Bemühungen in diese Richtung abgeschmettert. «Es tut mir leid, wahnsinnig, ich wollte es nicht», hatte Formel-1-Pilot Adrian Sutil am Montag vor dem Münchner Amtsgericht beteuert. Er will nun in Berufung gehen und das Urteil anfechten. «Das wird mir eine Lehre sein», sagte der 29-Jährige.

«Profisportler haben eine Vorbildfunktion in der Öffentlichkeit, da dürfen einem solche Verfehlungen nicht unterlaufen», sagte die Staatsanwältin. Ihren Vorschlag für eine aussergerichtliche Einigung hatte die Sutil-Seite ausgeschlagen. Sie forderte ein Jahr auf Bewährung und 500'000 Euro Geldstrafe.

Der 29-jährige Wahlschweizer – Sutil wohnt in Oensingen SO –  hat Lux im April 2011 am Abend nach dem GP China in einer Disco in Schanghai mit einem Glas an der Hand verletzt. Die neun Zentimeter lange Wunde musste genäht werden (Blick.ch berichtete).

Gemäss Anklageschrift geschah der Unfall so: Sutil habe auf dem Sofa gesessen, als die weibliche Begleitung von Lux an ihm vorbeigehen wollte. Dabei soll sie Sutil unabsichtlich Champagner über die Hose geschüttet haben. Der Deutsche beschwerte sich danach offenbar bei der Frau beschwert, woraufhin diese zu Lux gegangen sei und ihm den Zwischenfall meldete.

Der Luxemburger Lux wollte Sutil dann wohl darauf hinweisen, mit Frauen respektvoller umzugehen. Als Lux sich hinüberbeugte, um mit Sutil zu sprechen, wurde er offenbar von hinten gestossen und schnitt sich dann beim Sturz an Sutils Glas.

Erst im November des vergangenen Jahres kam es beim WM-Final in einem Hotel in Brasilien zu einem persönlichen Gespräch zwischen den beiden Streithähnen. Bis dahin sei Lux ihm immer aus dem Weg gegangen, betonte Sutil.

Bemühungen für eine aussergerichtliche Einigung scheiterten. «Es gab komische Angebote mit irrsinnigen Geldsummen», sagte der WM-Neunte der letzten Saison dazu. Offenbar hat Lux einen Millionenbetrag gefordert. «Er hat mir gedroht, mich zu zerstören», sagte Sutil aus.

Für den Deutschen dürfte dies das vorläufige Ende der Formel-1-Karriere bedeuten. Die Teams werden sich gut überlegen, Sutil zu engagieren. Für die kommende Saison hat der 90-fache GP-Starter noch kein Cockpit, Force India setzte ihm Landsmann Nico Hülkenberg (24. 19 GP-Starts) vor die Nase.

Übrigens: 1991 stand mit Bertrand Gachot ebenfalls ein Formel-1-Pilot wegen Körperverletzung vor Gericht. Der Belgier hatte in London einen Taxi-Fahrer mit Pfefferspray attackiert und musste für drei Wochen ins Gefängnis. Sein Cockpit erbte damals beim GP Belgien in Spa der blutjunge Michael Schumacher. (R.B./sh/yap)

Kommentare (5)

  • paulo  suizo , steinhausen
    Wenn man sieht wie hemmungslos sich gewisse Möchtegerne-Weltstars in der Öffentlichkeit benehmen, kann ich die Staatsanwälting nur verstehen.
    n.b. Wenn man durch schubsen stürzt, kann man sich ja wohl kaum am Hals derart verletzen. Ich denke Sutil stachel wurde gezogen!
    • 31.01.2012
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  • Thaddeus  Appenzeller
    Pfui, wie kann man sich in einer Disco wie ein Fussball Ultra benehmen? Hoffentlich bereut er seine Tat.
    • 31.01.2012
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  • Yanis  Guesmia
    Der Autor zitiert die verlinkten Artikel leider falsch. Die Verletzung an Lux musste am Hals genäht werden, nicht an dessen Hand.

    • 30.01.2012
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  • Marco  Goetz , Bern
    Eine Schande für den sonst so friedlichen Formel 1 Zirkus !!!
    • 30.01.2012
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  • juergen  grimm , grenzachwyhlen
    da will doch einer nur kohle machen
    • 30.01.2012
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