Acht Teams wollen F1 verlassen!

  • Publiziert: 19.06.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

Heute um 19 Uhr läuft das Ultimatum für Ferrari, Mercedes, Brawn, BMW und Renault ab. Die Teamvereinigung FOTA droht mit eigener Serie.

Die Freitags-Frage: Kommen auch von der FIA und FOTA nach dem wochenlangen Krach um das neue Reglement Liebesgrüsse aus Silverstone? Um 18 Uhr Lokalzeit, wenn das Ultimatum für Ferrari, Mercedes, Brawn, BMW und Renault abläuft, wird man die Antwort kennen.

Das Fazit kann man schon jetzt ziehen: Sieger gibt es keinen, beide Parteien haben schon längst ihr Gesicht verloren!

Insgesamt acht der zehn aktuell für die Formel 1 eingeschriebenen Rennställe gaben nach einer mehrstündigen Sitzung in der Nacht auf Freitag bekannt, mit den Vorbereitungen für eine Konkurrenzserie zu beginnen.

Die Erklärung unterzeichnet haben BMW-Sauber, Brawn, Ferrari, McLaren-Mercedes, Red Bull, Renault, Toro Rosso und Toyota.

«Die Serie wird eine transparente Führungsstruktur haben und ein einheitliches Regelwerk. Sie wird Neueinsteiger ermutigen, auf die Wünsche der Fans hören. Die Preise für Eintrittsbillette werden niedriger sein. Die besten Fahrer, grössten Stars, Sponsoren und alle Rennställe, die dem Motorsport auf höchstem Niveau historisch verbunden sind, werden teilnehmen», teilt die FOTA mit.

Die Antwort des Internationalen Automobil-Verbandes lässt nicht lange auf sich warten. «Die FIA ist enttäuscht, aber nicht überrascht von der Unfähigkeit der FOTA, einen Kompromiss im besten Sinne des Sports zu erreichen. Die FIA kann weder ein finanzielles Wettrüsten zulassen noch der FOTA erlauben, die Regeln zu diktieren.»

Gefahren wird auch noch

Das Wetter passt hervorragend zur Situation vor dem achten WM-Lauf der Formel 1 in England: Regen und Sonne.

Der Himmel wird beim tränenreichen Abschied vom GP-Klassiker bis zum Rennen am Sonntag um 14 Uhr MEZ bei Temperaturen von 15 bis 30 Grad all seine Gesichter zeigen.

«Der Regen würde mir wohl eher helfen als Jenson», sagte gestern der aktuelle Weltmeister ausser Siegesdienst, Lewis Hamilton (24), bei der Medienkonferenz mit dem aktuellen WM-Leader Jenson Button (29).

Auch 2008 waren hier die beiden Briten zusammen aufgetreten. Damals hatte Hamilton nach sieben Rennen 38 Punkte – Button nur 3. Jetzt liegt Button mit
61 Zählern vorne – Hamilton kratzte bisher nur 9 zusammen.

«Niederlagenserie bringt mich menschlich weiter»

Von Eifersucht und Neid oder Überheblichkeit und Hohn war nichts zu spüren. Dass sich die beiden am Ende für die Fotografen vor lauter Respekt nicht noch küssten, war direkt angenehm.

Silverstone-Vorjahressieger Hamilton: «Ich muss mich jetzt mental eben umstellen. Die Niederlagenserie mit dem McLaren-Mercedes ist charakterbildend, bringt mich menschlich weiter.» Zwei Tage hat sich Lewis in den Waadtländer Alpen mit langen Wanderungen erholt.

Button, der sich 2008 im BAR-Honda mit einem Dreher vom GP England verabschiedete : «Ich will die Fans beim Heimspiel im Brawn-Mercedes nicht enttäuschen. Aber mein Teamkollege Barrichello ist hier immer super in Form.» Jenson wohnt seit Mittwochabend an der Rennstrecke. Im eigenen Wohnbus. (Von Roger Benoit aus Silverstone)