Startplatz 3 für Buemi-Team 24 Stunden von Le Mans: Pole für Fässler-Team

Auf der längsten Geraden der 13,629 km langen Strecke von Le Mans werden auch im Vorfeld der 24-Stunden-Schlacht Tempi bis zu 340km/h erreicht. Das Fässler-Team sichert sich in der Qualifikation die Pole. Das Team von Sébastien Buemi fährt sensationell auf den 3. Startplatz.

  • Publiziert: 15.06.2012, Aktualisiert: 16.06.2012
  • Von Bianca Leppert in Le Mans
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Früher, zu Saubers erfolgreichen Sportwagen-Zeiten, waren es beim Klassiker sogar über 400km/h.

Die traditionellen 56 Start-Autos (mit jeweils drei Piloten) sind in Le Mans seit der ersten Austragung 1923 immer auf einer gefährlichen Mission unterwegs. So brauchte es 2011 viele Schutzengel, dass die beiden Horror-Crashes von Audi mit McNish (Gb) und Rockenfeller (De) ohne Verletzte – auch neben der Strecke – abliefen.

Für den Einsiedler Vorjahressieger Marcel Fässler ist es am Wochenende der sechste Auftritt in Le Mans. Seine Erfahrung ist vor allem in der Nacht beim «Blindflug» eine Art Lebensversicherung. Ob ihm jetzt die Startnummer 1 Glück bringt? Zudem starten sie von der Pole aus.

Der über 510 PS starke Audi ist mit einem Hybrid-System ausgestattet, das beim Bremsen Energie rückgewinnt und den Diesel-Renner ab 120 km/h in einen starken Allrader verwandelt. Fässler fährt wieder mit Lotterer (De) und Tréluyer (Fr). Ihr Auto war gestern bei nur 22 Grad bis zur Nacht-Quali mit 3:25,4 Minuten am schnellsten unterwegs.

Audi-Konkurrent Toyota, mit dem Schweizer Langstrecken-Neuling Sébastien Buemi als Star, ist bei der Hybrid-Technik Spezialist. Doch die Japaner hatten nach 13 Jahren Pause in Le Mans keine einfache Vorbereitungsphase.

Die nur 18 Testtage verliefen oft (zu) aufregend. Ein Totalschaden hätte das Projekt mit den zwei Boliden fast gestoppt. Können Sie bis am Sonntag die rund 5500 Kilometer zu Ende bringen? Das Buemi-Team startet von Platz drei aus.

Buemi («Ich geniesse die Nachteinsätze!») fährt mit Ex-GP-Pilot Davidson (Gb) und Sarrazin (Fr). Der Seeländer Neel Jani erzielte im Lola-Toyota des Schweizer Privatteams Rebellion die achtbeste Zeit. Das Rennen startet am Samstagnachmittag um 15 Uhr.

Favoriten

Favorit ist ganz klar Audi. Seit 1999 haben sie zehn Mal gewonnen. Das ist eine Sieg-Quote von fast 77 Prozent. Zuletzt mit Marcel Fässler/Benoit Treluyer und André Lotterer im Jahr 2011. Die haben auch im Qualifying gezeigt, dass sie ein eingespieltes Team sind. Die Erfahrung von Audi ist riesig. Die Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren, Mechanikern, Fahrern etc. funktioniert wie ein Uhrwerk. Die Ingenieurin des Siegerautos aus 2011 ist in diesem Jahr auch wieder Leena Gade. Dem Audi R18 e-tronquattro mit Hybridantrieb räumen viele etwas bessere Chancen ein als dem Audi R18 ultra, weil er von der Extra-Power profitiert, die automatisch ab 120 km/h an die Vorderräder abgegeben wird. Das könnte vor allem im Regen ein Vorteil sein. Dafür passen in den Tank des R18 e-tronquattro aber auch zwei Liter weniger Sprit. Das könnte den Hybrid-Sportler früher an die Box zum Tankstopp zwingen.

Toyota sieht dieses Jahr als Lernjahr an und schickt nicht wie Audi vier Autos ins Rennen, sondern zwei. Im Gegensatz zu Audi setzen sie nicht auf Diesel-Technik, sondern auf einen Benziner. Der Plan sah eigentlich vor, ab 2013 Rennen zu fahren und dieses Jahr als Testjahr zu nutzen. Im September 2011 hat man sich dann aber umentschieden. In Le Mans bestreitet der Toyota TS 030 das erste Rennen, weil sich durch den Testunfall in Paul Ricarddie Entwicklung verzögert hat. Wie knapp die Zeit war, lässt sich daran ablesen, dass das zweite Chassis von Toyota zum Le Mans Vortest extra per Flugzeug nach Le Mans gebracht wurde. Sebastien Buemi hatte die Ehre, es als Erster zu fahren. Im Gegensatz zu Audi speist Toyota die Extra-Power des Elektromotors an der Hinterachse ein. Toyota hatte auch im Qualifying wieder elektrische Probleme, konnte diese aber lösen. Im Fahrerlagern munkelt man aber, die Elektronik sei die Achillesferse des Toyota. Alex Wurz sagt: „Es ist ultracool dieses Auto zu fahren.“

Alle Kommentare (1)

  • Markus  Christen , via Facebook
    Ich wünsche Marcel Fässler viel Glück und hoffe, dass er seinen Erfolg wiederholen kann!
    • 15.06.2012
    • 0
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Platz Name Land Punkte
1 Sebastian Vettel GER 89
2 Kimi Räikkönen FIN 85
3 Fernando Alonso ESP 72
4 Lewis Hamilton GBR 50
5 Felipe Massa BRA 45
6 Mark Webber AUS 42
7 Romain Grosjean FRA 26
8 Paul Di Resta GBR 26
9 Nico Rosberg GER 22
10 Jenson Button GBR 17
11 Sergio Pérez MEX 12
12 Daniel Ricciardo AUS 7
13 Adrian Sutil GER 6
14 Nico Hülkenberg GER 5
15 Jean Eric Vergne FRA 1
16 Esteban Gutierrez MEX
17 Valtteri Bottas FIN
18 Pastor Maldonado VEN
19 Jules Bianchi FRA
20 Charles Pic FRA
21 Giedo Van Der Garde NED
22 Max Chilton GBR

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