Valon Behrami ist 1990 als knapp Fünfjähriger mit Vater Ragip, Mutter Halime und seiner um drei Jahre älteren Schwester Valentina in die Schweiz gekommen. Die politische Situation in seiner Heimatstadt Mitrovica (im Norden Kosovos) hatte sich zugespitzt.
Die Behramis wurden im Tessiner Dorf Stabio ansässig. Doch das Einwanderungsgesetz der Schweiz machte ihnen das Leben schwer. Drei Mal in 4 Jahren drohte die Abschiebung. Dank einer Petition mit 2000 Unterschriften durfte die Familie bleiben. Seit 2002 besitzt Valon auch den roten Pass. Den serbischen warf er weg.
Seine Fussballer-Karriere führte ihn über Stabio, Chiasso und Lugano im Sommer 2003 in die Serie B zu Genua. 2005 wechselte der rechte Aussenläufer für 7 Mio. Franken zu Lazio in die Serie A.
Valon ist ein Einzelgänger. Es ist ihm egal, ob er sich Freunde macht oder nicht. Schliesslich zählt auf dem Platz nur Leistung. Er ist ehrgeizig und träumt vom englischen Fussball. Sein Vorbild: David Beckham.
Valon ist kein Redner. Aber er sagt immer, was er denkt. Direkt und heuchelt nicht. Für nichts und niemanden. Er gilt als extrovertierter Spieler, ist an den Armen tätowiert, hat ein Faible für schnelle Autos (derzeit Porsche) und steht auf schrille Mode.
Understatement ist nicht sein Ding. Schliesslich habe er sein Geld redlich verdient. Für Geld würde er sich aber nie verkaufen. Nicht wie Roma-Star Totti seine Hochzeitsbilder für 50000 Fr. einem TV-Sender anbieten. Sowieso sind ihm Medien suspekt. Da ist er lieber zurückhaltend wie Milans Maldini.
Valon ist selbstbewusst. Und unberechenbar.
Valon ist Familienmensch. «Meine Familie ist alles, was ich habe. Der Rest ist uninteressant.»
Behrami greift die Zustände an: Keine Ruhe für Köbis Auswahl
VON MAX KERN UND EVA TEDESCO | Aktualisiert um 08:29 | 30.03.2007
ZÜRICH – Unsere Fussball-Nati kommt nicht zur Ruhe! Der neueste Eklat: Jetzt führt sich der erst 21-jährige Ersatzspieler Valon Behrami als Nestbeschmutzer auf! Der Lazio-Rom-Profi moniert, er fühle sich in der Nati immer wie «auf einem Schuelreisli.» Er beleidigt damit Nati-Coach Köbi Kuhn – und untergräbt dessen Autorität!
Wie reagiert Kuhn auf den Angriff seitens seines Spielers?
Und was sagt Ernst Lämmli, der Delegierte der Nati, dazu?
Mit den Worten «Mich persönlich stört die Familienstimmung in der Schweizer Nationalmannschaft...», wird Behrami, Sohn kosovarischer Einwanderer, in der neuesten Ausgabe der «Weltwoche» zitiert. «Ich habe immer das Gefühl, wir seien auf einer Schülerreise oder auf einem Familienausflug. Alle kennen sich, klopfen sich kumpelhaft auf die Schultern, das wäre in Italien unmöglich.»
Behrami weiter: «Verliert man in der Nationalmannschaft aber mal kurz die Nerven, wird man von den Mitspielern sofort ermahnt. Man muss immer kontrolliert bleiben, ruhig sein, die Journalisten könnten es ja sehen. (...) Eigentlich ist’s ja zum Heulen.»
Behrami attackiert im Interview auch die Medien-Arbeit in Köbi Kuhns Nati: «Es ist lächerlich. Wir müssen ständig zur Verfügung stehen, der grossen Tageszeitung wie dem lokalen Radiosender. Jeder Spieler setzt sich an einen Tisch mit seinem Namensschild drauf. 23 Spieler, 23 Tische. An einzelnen Tischen drängen sich Dutzende von Journalisten, an anderen Tischen drehen Spieler Däumchen.»
Behrami bemängelt auch, dass ihn der Trainer nicht über die Gründe aufgeklärt hat, weshalb er nicht spiele. «Der Trainer muss den Spielern erklären, was er will. Nicht umgekehrt.»
Kleines Detail am Rande: Der Autor des «Weltwoche»-Artikels ist bekennender Freund von Johann Vogel. Nati-Captain Vogel war am 8. März von Köbi Kuhn aussortiert worden. Die Frage ist deshalb erlaubt: Wurden Behramis Aussagen vom Vogel-Intimus überspitzt dargestellt?
Behrami gestern zu BLICK: «Nein, ich stehe zu meinen Worten. Ich wollte damit nur das Harmonie-Streben bemängeln.» Aussagen, die der Tessiner nun auch gegenüber Coach Kuhn und dem Delegierten Ernst Lämmli wiederholen muss.
Lämmlis Reaktion auf die Vorwürfe Behramis: «Ich muss mich zuerst mit dem Trainer und Behrami unterhalten. Ich muss nun davon ausgehen, dass sich Behrami in der Nati nicht wohl fühlt.»
Kuhn zu BLICK: «Wenn Valon das so gesagt hat und er findet, dass in der Mannschaft oder im Umfeld der Nati etwas nicht in Ordnung ist, dann weiss er, wohin er sich wenden muss. An mich oder Herrn Lämmli, aber nicht an einen Journalisten. Wenn er seinen Unmut kundtun will, weiss er, wie das abläuft.»
Familienintern, wie das Kuhn mit seinen Spielern seit 2001 abgemacht hat.
Und was sagt Ernst Lämmli, der Delegierte der Nati, dazu?
Mit den Worten «Mich persönlich stört die Familienstimmung in der Schweizer Nationalmannschaft...», wird Behrami, Sohn kosovarischer Einwanderer, in der neuesten Ausgabe der «Weltwoche» zitiert. «Ich habe immer das Gefühl, wir seien auf einer Schülerreise oder auf einem Familienausflug. Alle kennen sich, klopfen sich kumpelhaft auf die Schultern, das wäre in Italien unmöglich.»
Behrami weiter: «Verliert man in der Nationalmannschaft aber mal kurz die Nerven, wird man von den Mitspielern sofort ermahnt. Man muss immer kontrolliert bleiben, ruhig sein, die Journalisten könnten es ja sehen. (...) Eigentlich ist’s ja zum Heulen.»
Behrami attackiert im Interview auch die Medien-Arbeit in Köbi Kuhns Nati: «Es ist lächerlich. Wir müssen ständig zur Verfügung stehen, der grossen Tageszeitung wie dem lokalen Radiosender. Jeder Spieler setzt sich an einen Tisch mit seinem Namensschild drauf. 23 Spieler, 23 Tische. An einzelnen Tischen drängen sich Dutzende von Journalisten, an anderen Tischen drehen Spieler Däumchen.»
Behrami bemängelt auch, dass ihn der Trainer nicht über die Gründe aufgeklärt hat, weshalb er nicht spiele. «Der Trainer muss den Spielern erklären, was er will. Nicht umgekehrt.»
Kleines Detail am Rande: Der Autor des «Weltwoche»-Artikels ist bekennender Freund von Johann Vogel. Nati-Captain Vogel war am 8. März von Köbi Kuhn aussortiert worden. Die Frage ist deshalb erlaubt: Wurden Behramis Aussagen vom Vogel-Intimus überspitzt dargestellt?
Behrami gestern zu BLICK: «Nein, ich stehe zu meinen Worten. Ich wollte damit nur das Harmonie-Streben bemängeln.» Aussagen, die der Tessiner nun auch gegenüber Coach Kuhn und dem Delegierten Ernst Lämmli wiederholen muss.
Lämmlis Reaktion auf die Vorwürfe Behramis: «Ich muss mich zuerst mit dem Trainer und Behrami unterhalten. Ich muss nun davon ausgehen, dass sich Behrami in der Nati nicht wohl fühlt.»
Kuhn zu BLICK: «Wenn Valon das so gesagt hat und er findet, dass in der Mannschaft oder im Umfeld der Nati etwas nicht in Ordnung ist, dann weiss er, wohin er sich wenden muss. An mich oder Herrn Lämmli, aber nicht an einen Journalisten. Wenn er seinen Unmut kundtun will, weiss er, wie das abläuft.»
Familienintern, wie das Kuhn mit seinen Spielern seit 2001 abgemacht hat.
Ein Einzelgänger, aber ehrlich
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