Zwei Beats sorgen für die Musik

  • Publiziert: 09.12.2007, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Marcel Allemann und Peter Pflugshaupt

BERN/ZÜRICH – Sie heissen beide Beat, sind Nati-Verteidiger und spielen seit Wochen überragend. Mit gesunder Härte, beeindruckendem Stellungsspiel und kreativen Offensiv-Aktionen sorgen sie für die Musik. Doch das war nicht immer so. Berns Beat Gerber (25) und Zürichs Beat Forster (24) mussten zuBeginn bei ihren Klubs unten durch.

Beat Forster

ZÜRICH – «Ich habe ein sehr schönes Leben, das Spass macht.» So erklärt Beat Forster seine tolle Form.

Quizfrage: Wer ist derzeit der zuverlässigste Torschütze bei den ZSC Lions? Thibaut Monnet? Peter Sejna? Oder Rastislav Pavlikovsky? Falsch – Beat Forster!

In den letzten vier Spielen gelang dem Verteidiger stets ein Tor. «Ich habe gerade einen sehr guten Stock», sagt Beat und schmunzelt: «Hoffentlich bricht er nicht.»

Der Appenzeller erlebt derzeit eine Glückssträhne. Auf und neben dem Eis. «Es stimmt einfach alles», freut er sich. Daran hat nicht zuletzt Töchterchen Chiara, das vor fünf Monaten das Licht der Welt erblickte, einen grossen Anteil.

Beat Forster im Hoch. Das war nicht immer so. Er wurde als Nachfolger von Edgar Salis ins Hallenstadion geholt, doch diesem Anspruch wurde der kräftige Verteidiger zunächst nicht gerecht. «Ich war damals 22 – da ist es unmöglich, eine Kultfigur wie Edgar einfach so zu ersetzen. Es dauert alles seine Zeit – wie bei einem guten Wein», erklärt Beat.

Nach seinem Transfer 2005 vom Del-Curto-HCD zum ZSC musste Forster mit völlig neuen Begebenheiten klar kommen. «Ich kam von einer Diktatur in ein ganz anderes Umfeld.» Aller Anfang war schwer: «Zuerst war ich verletzt, dann steckten wir in einem Loch und dann kam Juhani Tamminen – ich wurde nie sein Freund.»

Doch das ist Schnee von gestern. «Die Trainer Kreis und Chambers setzen auf mich und geben mir auch Freiheiten.» Und die nutzte Forster für seine bislang 6 Tore und 6 Assists. Er ist somit einer der Hauptgründe, dass die ZSC Lions den Sprung über den Strich geschafft haben.

Die Woche der Wahrheit steht den Zürchern aber noch bevor. Zwischen dem 18. und 23. Dezember haben die Löwen innert sechs Tagen nicht weniger als fünf Spiele! Forster, der deshalb im aktuellen Nati-Aufgebot fehlt, meint: «Gelingt es uns, dieses Programm gut zu meistern, sieht es nicht schlecht aus.»

BERN – Das Verletzungspech in der SCB-Verteidigung ist das Glück von Beat Gerber.

Der Back strotzt vor Selbstvertrauen und ist der Leitwolf des Berner Abwehr-Bollwerks. Dass die Mutzen seit Wochen nur mit sechs Verteidigern spielen können, weil Dempsey, Steinegger und Kobach verletzt sind, brachte Gerber so richtig auf Betriebstemperatur . «Jeder kommt in einen besseren Rhythmus, wenn er mehr Eiszeit erhält. Darum konnte ich mich in dieser Saison auch so gut entwickeln.»

Ein weiterer Grund für den Höhenflug von Gerber ist SCB-Trainer John van Boxmeer. «Boxer» pusht den sensiblen Verteidiger und erinnert ihn an seine Stärken. «Ich weiss, dass ich einen guten Schuss habe», sagt Gerber. «Aber ich habe ihn bisher einfach zu wenig eingesetzt.» Seit JvB in Bern an der Bande steht, gehts mit Gerber aufwärts.

Dabei hatte er beim SCB auch andere Zeiten erlebt. Nach seinem Wechsel von den SCL Tigers 2003 hatte Gerber Startschwierigkeiten. «Der Druck in Bern war enorm. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen.» Und unter Trainer Alan Haworth war er sehr unglücklich. «Ich glaube, das hat man auch an meinen Leistungen gemerkt.»

In der Nationalmannschaft ist Gerber eigentlich gesetzt, auch wenn er beim aktuellen Zusammenzug nur auf Pikett ist. Bisher hat er 64 Länderspiele absolviert, sein grosses Ziel ist die Heim-WM 2009. Und bis er sich in «seinem» Stadion das Nati-Dress überziehen kann, sollte auch sein Vertrag mit dem SCB (bis 2009) verlängert sein. «Ich kann mir gut vorstellen, noch ein bisschen beim SCB zu bleiben», lacht er.

Auch privat ist bei Gerber alles im Lot. In Heimenschwand, an der Grenze zwischen Emmental und Oberland, baut sich der gelernte Schreiner ein Haus für seine Familie. Der Giebel steht schon lange, «doch für ein Richtfest fehlte mir bisher die Zeit», schmunzelt Gerber.

Ehefrau Nadina (24), Sohn Enzo (4) und Töchterchen Aurora (2) freuen sich auf jeden Fall schon auf den Umzug. «Im März wollen wir einziehen, wenn alles klappt», sagt Gerber. Doch wenn der SCB in den Playoffs immer noch so unwiderstehlich spielt wie jetzt, hat Gerber wohl wieder keine Zeit...

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National League A

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 Fribourg 50 163:123 99
2 Bern 50 169:117 92
3 Zug 50 172:154 91
4 ZSC Lions 50 152:131 89
5 Davos 50 170:152 81
6 Lugano 50 163:139 80
7 Servette 50 146:139 80
8 Biel 50 160:161 72
9 Kloten Flyers 50 151:137 69
10 Ambri 50 128:178 53
11 Lakers 50 139:207 53
12 SCL Tigers 50 117:192 41

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