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Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Nach nur 20 Sekunden erzielte Jakub Klepis auf Pass von Jagr das 1:0. Und kurz vor dem Ende des zweiten Drittels behinderten sich die russischen Superstars Sergej Fedorow und Alexander Owetschkin gegenseitig. Karel Rachunek profitierte und spielte mit einem Querpass Tomas Rolinek an, der die Scheibe via Schlittschuh zum 2:0 ins Tor beförderte. Der Anschlusstreffer Russlands 36 Sekunden vor dem Ende durch Pawel Dazjuk kam zu spät.
In einem packenden Final, der unter anderen vom Schweizer Linesman Tobias Wehrli geleitet wurde, glänzten die Tschechen mit bemerkenswerter Cleverness. Sie liessen die russischen Eiskünstler Mal für Mal anrennen und sorgten mit schnellen Gegenstössen für stete Gefahr vor dem russischen Keeper Semjon Warlamow. Auf der anderen Seite machte Tschechiens Galie Tomas Vokoun mit seiner Glanzleistung den prestigeträchtigen Erfolg erst möglich. Pech bekundete Superstar Jaromir Jagr: Nach einem Check von Alexej Jemelin gegen das Knie fiel der 38-jährige Stürmer mit einer Knieverletzung aus (50.).
Der WM-Titel der Tschechen konnte kaum erwartet werden. Die Osteuropäer starteten verhalten ins Turnier und mussten sich in der Zwischenrunde auch von der Schweiz (3:2) bezwingen lassen. Doch Jagr und Co. steigerten sich rechtzeitig auf die K.o.-Phase hin. Nach Siegen jeweils im Penaltyschiessen über Finnland im Viertelfinal und Schweden im Halbfinal mussten nun auch die Russen daran glauben.
Für die «Sbornaja» ging das Jahr mit einer weiteren Enttäuschung zu Ende, nachdem sie bereits an den Olympischen Spielen in Vancouver den Titel verpasste hatte (Out im Viertelfinal). Für die Russen endet an Weltmeisterschaften eine Serie von 27 Siegen inklusive zwei WM-Titeln.
Versöhnlich zu Ende ging nach fünf Jahren die Zeit von Bengt-Ake Gustafsson als schwedischer Nationaltrainer. In seinem letzten Spiel hinter der Band der «Tre Kronor» gewann der ehemalige Assistent von Ralph Krueger und ex-Langnau-Trainer, der sein Team 2006 zum Olympiasieg geführt hatte, gegen Deutschland 3:1. Abgelöst wird Gustafsson nun vom bisherigen U20-Trainer Per Märts. Die Schweden sicherten sich mit der siebten Medaille in den letzten zehn Jahren wie im Vorjahr in Bern die bronzene Auszeichnung. Als Matchwinner für die Skandinavier erwies sich Jonas Andersson (Dynamo Moskau), der im letzten Drittel die beiden Treffer (44. und 60.) zum Schlussresultat erzielte.
Deutschland verpasste zwar den historischen ersten Medaillengewinn seit 1953, durfte sich jedoch trotzdem über das beste Abschneiden an einer WM seit 57 Jahren freuen. Im Gegensatz zu Schweden ist die Trainerfrage in Deutschland noch offen: Uwe Krupp, der mit den Deutschen im Viertelfinal die Schweiz (1:0) ausgeschaltet und im Halbfinal Russland (1:2) alles abverlangt hatte, dürfte jedoch trotz dem sensationellen Turnier seinen Rücktritt erklären. Als Nachfolger wird unter anderen auch der ehemalige Schweizer Trainer Ralph Krueger gehandelt. (Si)